Im Mai 2004 wurde Bayerns östlicher Nachbar, die Tschechische Republik, Mitglied der Europäischen Union. Man hat dies sowohl bei uns wie bei den Tschechen als endgültige Überwindung der Spaltung Europas angesehen. Gespalten war Europa durch die ideologische Konfrontation des Kalten Krieges, noch viel tiefer zerspalten hatte es sich durch den übersteigerten Nationalismus, der sich im 19. Jh. entwickelt hatte. Dies wird deutlich, wenn man sich den alten deutschen Namen Tschechiens, Böhmen und Mähren, ansieht. Böhmen und Mähren (als geschichtlicher Begriff) war jenes Land, in dem zwei Völker, Deutsche und Tschechen, in einer Gemeinschaft 800 Jahre lang gelebt hatten. Dieses Böhmen existiert nicht mehr, der Nationalismus bei der Seiten hat die Gemeinschaft zerstört. Auch Europa wird die böhmische Völkergemeinschaft nicht wiederherstellen können, aber es kann dazu beitragen, die Zeiten der Konfrontation zu überwinden und dort wieder anzuknüpfen, wo die Völker schon einmal standen: bei einem friedlichen Zusammenleben in einem gemeinsamen Haus, das früher Böhmen hieß und heute Europa.
Gestaltung und Durchführung des Wettbewerbs: Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus