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Den Tod des Habsburgers Karls VI. 1740 und die Regierungsübernahme seiner Tochter Maria Theresia nutzte der preußische König Friedrich II., um mit fadenscheinigen Begründungen Erbansprüche auf Schlesien geltend zu machen. Ohne Verhandlungen abzuwarten, marschierte er in das Land ein, es kam zum ersten schlesischen Krieg. Nach der militärischen Niederlage ihrer Truppen musste Maria Theresia 1742 Frieden schließen. Ganz Schlesien ging in den Besitz Preußens über, mit Ausnahme der südlichen Randgebiete mit den Herzogtümern Teschen (poln. Cieszyn, tschech. T˘ešin), Troppau (tschech. Opava) und Jägerndorf (tschech. Krnov). Dieses Gebiet wurde später Österreichisch-Schlesien genannt, es gehört heute teils zur Tschechischen Repu-blik, teils zu Polen. Friedrich II. hatte jedoch die Tatkraft Maria Theresias unterschätzt. Es kam zu zwei weiteren Kriegen um den Besitz Schlesiens. Doch weder der zweite schlesische Krieg (1744-45) noch der Siebenjährige Krieg (1756-63) brachten eine Veränderung der neuen Besitzverhältnisse. Preußen vergrößerte sein Staatsgebiet und seine Einwohnerzahl um fast die Hälfte und stieg zu einer europäischen Großmacht auf.
Friedrich II. und seine Nachfolger beseitigten das alte ständische System mit seiner territorialen Vielfalt und führten eine klarere Verwaltungsorganisation ein. Ab dem 19. Jh. bestanden die drei Bezirke Nieder-, Mittel- und Oberschlesien mit den Hauptstädten Liegnitz (Legnica), Breslau (Wrocław) und Oppeln (Opole). Außerdem wurde Schle-sien nach dem Wiener Kongress 1815 um den von Sachsen an Preußen abgetretenen Nordteil der Oberlausitz mit den Städten Görlitz, Niesky und Hoyerswerda erweitert.
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