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Seit der deutschen Ostsiedlung und dem engen Kontakt zum deutschen Kulturraum hat die polnische Sprache viele Lehnwörter aus dem Deutschen aufgenommen. Man schätzt ihre Zahl auf 2000-3000, obwohl nach 1918 eine starke Bewegung zur Eliminierung deutscher Wörter einsetzte. Die ersten Lehnwörter kamen mit der Christianisierung wie klasztor (Kloster) oder koÅ›ciół (Kirche). Die Stadtgründungen, die verschiedenen Handwerke und der Handel brachten neue Wörter: mur (Mauer), plac (Platz) oder burmistrz (Bürgermeister), aus dem Bereich des Bauwesens dach (Dach), belka (Balken), cegła (Ziegel), filar (Pfeiler), aus dem Handwerk warsztat (Werkstatt), pÄ™dzel (Pinsel), wanna (Wanne), farba (Farbe), fach (Fach), zum Bereich Handel gehören waga (Waage), spichrz (Speicher), geszeft (Geschäft) und handel (Handel). Auch Lebensmittelnamen wurden übernommen: cukier (Zucker), olej (Öl), rodzynek (Rosine) und zupa (Suppe). Wörter aus neuerer Zeit sind etwa knajpa (Kneipe), urlop (Urlaub), hochsztapler, szwindel, majstersztyk. Man darf dabei nicht übersehen, dass viele der deutschen Wörter selbst Lehnwörter aus dem Französischen bzw. Lateinischen sind. Denn so wie die Deutschen ihre Kulturleistungen an die Polen und Böhmen weitergaben, so haben sie sie selbst erst im Frühmittelalter aus dem lateinischen Westen empfangen. Es gibt daher Tausende Wörter französischen bzw. lateinischen Ursprungs im Deutschen, aber umgekehrt kaum deutsche Wörter im Französischen. Und daher gibt es auch viele deutsche Wörter im Polnischen, aber umgekehrt nur eine Handvoll Wörter polnischen Ursprungs im Deutschen. Die bekanntesten Beispiele sind Grenze (von granica), Gurke (von ogórek), Stieglitz (von szczygieł) und Zeisig (von czyżyk).
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