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Am 11. Oktober 1918 endete der Erste Weltkrieg. Zuvor hatte der amerikanische Präsidenten Wilson ein 14-Punkte-Programms als Friedensplan vorgelegt. Diesem Programm lag das Prinzip des Selbstbestimmungsrechts der Völker zugrunde. Es forderte daher auch die Wiederherstellung des polnischen Staates unter Einschluss aller Gebiete mit einer „unzweifelhaft polnischen Bevölkerung”. Basierend auf dieser Formulierung forderten die Polen auf der Versailler Friedenskonferenz den Anschluss ganz Oberschlesiens, der Provinzen Posen und Westpreußen und des südlichen Ostpreußens. Zur Stützung dieser Ansprüche argumentierte man, dass die Mehrheit der Bevölkerung dieser Gebiete ethnisch Polen wären. Zu den Polen rechnete man dabei auch die wasserpolnisch sprechenden Oberschlesier. Sie wurden als Autochthone bezeichnet, d.h. alteingesessene polnische Bewohner, die unter einem jahrhundertelangen Germanisierungsdruck von ihren urpolnischen Wurzeln getrennt worden waren. Ihre slawischen Familiennamen und ihre slawische Sprache würden sie als Polen ausweisen. Dabei wurde unterschlagen, dass diese Menschen sich selbst gerade nicht als Polen sahen, sondern ein „schwebendes Volkstum“ hatten.
Die Versailler Konferenz verweigerte sich aber diesen Maximalforderungen. Nur Posen und Westpreußen gelangten ohne Volksbefragung an den neuen polnischen Staat, dagegen sollte in Oberschlesien sowie im südlichen Teil von Ostpreußen die Bevölkerung über ihre künftige Staatszugehörigkeit abstimmen. Von Schlesien wurden zwei kleinere Gebiete abgetrennt: Teile der niederschlesischen Kreise Militsch (Milicz), Guhrau (Góra), Groß Wartenberg (Syców) und Namslau (Namysłow) kamen zu Polen, das südlichste Gebiet Oberschlesiens um die Stadt Hultschin (tschech. Hlučin), genannt das Hultschiner Ländchen, kam an die Tschechoslowakei.
Um den österreichischen Teil Schlesiens entbrannte 1919/20 ein Konflikt zwischen Polen und der Tschechoslowakei, da beide das ehemalige Herzogtum Teschen (poln. Cieszyn, tschech. T˘ešin) für sich beanspruchten. Auf Druck der Siegermächte wurde das Gebiet und mit ihm die Stadt Teschen entlang des Flusses Olsa (poln. Olza, tschech. Olše) geteilt. Dieser Konflikt verhinderte in der Folgezeit eine gemeinsame Haltung beider Staaten gegenüber dem NS-Staat. Im Gegenteil, nach der Zerschlagung der Tschechoslowakei 1938 annektierte Polen das tschechische Teschengebiet. Selbst nach dem Zweiten Weltkrieg konnte nur sowjetisches Eingreifen einen neuerlichen Konflikt verhindern. Die Bestätigung der Grenze von 1920 erfolgte erst im polnisch-tschechoslowakischen Grenzvertrag von 1958.
Die für Polen enttäuschende Regelung führte dazu, dass in Oberschlesien die nationale polnische Bewegung unter ihrem Führer Wojciech Korfanty in Aufständen 1919 und 1920 versuchte, noch vor der Abstimmung endgültige Fakten zu schaffen. Es kam zu heftigen Kämpfen mit deutschen Freiwilligenverbänden, die jeweils erst unter alliiertem Druck eingestellt wurden. In der schließlich am 20. März 1921 durchgeführten Volksabstimmung stimmten 59,6% der Oberschlesier für ein Verbleiben bei Deutschland, 40,4% für einen Anschluss an Polen. Dieses für die polnische Seite negative Ergebnis führte zum dritten polnischen Aufstand, der in dem Kampf um den oberschlesischen Wallfahrtsort Annaberg (Góra Św. Anny) südlich von Oppeln (Opole) gipfelte. Die Alliierten erklärten sich daraufhin zu einer Teilung Oberschlesiens bereit. Polen erhielt die östlichen und südlichen Teile, zusammen etwa ein Drittel Oberschlesiens mit den Städten Kattowitz (Katowice), Königshütte (Chorzów), Tarnowitz (Tarnowskie Góry), Rybnik (Rybnik) und Pleß (Pszczyna). Damit fiel der größte Teil des Industriereviers (ca. 85% der Kohlegruben und 75% der Industriebetriebe) an Polen. Hier lebten etwa 1 Mill. Einwohner, von denen aber 44% gegen den Anschluss an Polen votiert hatten.
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