
Online-Version der Wandzeitung Gesellschaft und Staat 05/2006
Text: Dr. Heinz Gmelch
Einleitung
Entwicklungsland Nigeria
Regionalmacht Nigeria
Nigeria im Überblick
Das politische System
Landesnatur und Klima
Vielvölkerstaat Nigeria
Erdölnation Nigeria
Der Fall Ken Saro-Wiwa
Wirtschaft und Entwicklungsstrategien
Religionskonflikte und Scharia
Ein Blick in die Geschichte
Die Entwicklung nach der Unabhängigkeit 1960
Afrobeat und Literaturnobelpreis
Deutschland und Nigeria
Ausblick
Literatur
„Eine Schule am Straßenrand, eine Grundschule. Kaum ein Kind hat ein Schulbuch, und der Lehrer antwortet auf die Frage, was sein größter Wusch sei: Mehr Kreide! Als der Unterricht beginnt, schickt er den ältesten Jungen der Klasse, den Stummel Kreide von gestern aus sicherem Gewahrsam zu holen. Ein Stummel Kreide ist zu wertvoll, ihn unbeaufsichtigt herumliegen zu lassen.“ Beobachtungen von Charlotte Wiedemann, die für DIE ZEIT in Nigeria unterwegs war (Dossier, 23. März 2006, S. 18).
Nigeria ist der bevölkerungsreichste Staat Afrikas und der größte Erdölproduzent des Kontinents, aber auch eines der ärmsten Länder der Welt. In Nigeria zeigen sich die Chancen und Probleme der Entwicklungsländer nahezu idealtypisch wie in einem Fokus: die negativen Folgen der Kolonialzeit, willkürliche Grenzziehungen ohne Rücksicht auf ethnische und historische Gegebenheiten, ethnische Rivalitäten, Korruption und Vetternwirtschaft, Spannungsfeld zwischen Diktatur und Demokratie, Ausbeutung der Umwelt, hohes Bevölkerungswachstum, einseitige Ausrichtung der Wirtschaft ... . Hinzu kommt im Fall Nigeria der religiöse Konflikt zwischen dem islamischen Norden und dem christlichen Süden.
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