
Bernhard Haberfelner

| Fläche | 1 219 000 qkm |
| Einwohnerzahl | 45 345 000 |
| Bevölkerungsgruppen | 78% Schwarze, 10% Weiße, 3% Asiaten, 9% Mischlinge |
| Hauptstadt | Pretoria |
| Einteilung | 9 Provinzen (Eastern Cape, Free State, Gauteng, KwaZulu-Natal, Mpumalanga, Northern Cape, Limpopo, North West, Western Cape) |
| Bruttosozialprodukt | 113,4 Mrd. US Dollar |
| Währung/Umrechnung | 1 Rand (R) = 100 Cents; 1 Euro = 7,89 R |
| Arbeitslosigkeit | 29,5 % |
| AIDS-Rate | ca. 10% der Bevölkerung (etwa 5 Mio. Menschen) |
| Analphabetenrate | Männer 13%, Frauen 15% |
| Entwicklungshilfe | 657 Mio. US Dollar |
Was kann man erwarten, wenn jemand fast 28 Jahre seines Lebens für seine politischen Überzeugungen eingesperrt war und erst im Alter von 77 Jahren wieder in die
Gesellschaft zurückkehren kann? Hass, Rache, Verbitterung, Aufgabe? Nichts davon
fand sich bei Nelson Mandela, dem prominentesten Häftling Südafrikas, neben
Mahatma Gandhi und Martin Luther King eine der Symbolfiguren für den Widerstand
gegen rassistische Unterdrückung. Mandela wurde 1962 verhaftet und zunächst zu 5
Jahren, später zu lebenslanger Haft verurteilt. Vorgeworfen wurden ihm illegale Auslandsreisen,
Streikaufrufe und die Vorbereitung eines bewaffneten Aufstandes –
Mandela hatte sich in den frühen 60er Jahren entschieden, auch gewalttätige Formen
des Widerstandes zu nutzen. Während der Haft auf der Gefängnisinsel Robben Island im Atlantik vor Kapstadt wurde Nelson Mandela zum berühmtesten Häftling Afrikas und konnte dadurch internationale Aufmerksamkeit auf den Apartheidstaat lenken.
Angebote zur Freilassung lehnte er ab, da sie stets mit politischen Forderungen
verknüpft waren. 1990 wurde der Druck auf die Regierung zu groß, sie musste Mandela
freilassen, der einer gewaltsamen Auseinandersetzung mit seinen politischen Gegnern
längst abgeschworen hatte. Aus dem Gefängnis kam ein Mann, der sich ohne zu
zögern in den Prozess der politischen Erneuerung des Staates einschaltete und damit
den Schwarzen endlich zu ihren Rechten verhalf. Mit großer Mehrheit wurde er zum
ersten Präsidenten der Nach-Apartheid-Ära gewählt und gewann Respekt für sein Eintreten
für nationale und internationale Versöhnung.
15 Jahre später herrscht vergleichsweise Normalität. Der neue Staat verfügt über eine entwickelte Ökonomie mit Ansätzen von Industrie sowie einem extensiven Abbau von Rohstoffen. Als wirtschaftlicher Motor des südlichen Afrika spielt Südafrika nach wie vor eine herausragende politische Rolle in der Region.