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199 Minuten
Farbe, s/w
DVD
Nr. 46 40459
Die Dokumentarreihe umfasst die Geschichte Bayerns von der Zeit des aufgeklärten Absolutismus Karl Theodors am Ende des 18. Jahrhunderts bis zur Wiedervereinigung Deutschlands am Ende des 20. Jahrhunderts.
Sie berichtet von der Entstehung des Königreichs in der Napoleonischen Ära, von Montgelas‘ Reformen, vom Schicksal dieses Mittelstaates im Deutschen Bund und vom Verlust der Souveränität 1871 im neuen Kaiserreich. Der Erste Weltkrieg und die Revolution 1918 markieren das Ende der Wittelsbacherherrschaft in Bayern. Zu Beginn der Weimarer Republik wird in München die NSDAP gegründet, das Land 1923 vom Hitlerputsch erschüttert und von München aus, das bald „Hauptstadt der Bewegung“ genannt wird, die NS-Diktatur vorbereitet. Das Terrorregime richtet in Dachau eines der ersten Konzentrationslager in Deutschland ein. Die Geschwister Scholl stehen in den letzten Kriegsjahren für das andere Deutschland. Der Zweite Weltkrieg hinterlässt grausame Spuren im ganzen Land, besonders in den Städten.
Und so sehen die ersten Nachkriegsjahre aus: Hungerzeit, Entnazifizierung, politischer Neubeginn und eine neue Verfassung für den Freistaat. Bayern macht sich zum Vorkämpfer des föderalen Systems in der entstehenden Bundesrepublik. Die Jahre des Wirtschaftswunders markieren den Beginn von Bayerns Aufstieg zu einem der leistungsstärksten Bundesländer.
Der Inhalt der fünf Folgen wird auf der DVD einzeln vorgestellt. Die Dokumentarreihe von Henric L. Wuermeling und Prof. Friedrich Prinz setzt auch kulturgeschichtliche Akzente – vom Königreich bis zum Freistaat. Zeitgenössische Darstellungen und Abbildungen, Filmaufnahmen an Originalschauplätzen sowie Tondokumente und Wochenschauen vermitteln ein lebendiges Bild vom Leben in Bayern im 19. und 20. Jahrhundert.
Die einzelnen Folgen:
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27 Minuten
Farbe
DVD
Nr. 46 40461
Der Film schildert die Herkunft und Entstehung des bayerischen Wappens und seine Entwicklung bis zur heutigen Form. Darüber hinaus erfährt der Zuschauer Wissenswertes über die Wappenkunde (Heraldik) und die Wappen von Rittern, Dichtern und Städten.
Der Ursprung des Wappens findet sich im Ritterschild bei Kampf und Turnier. Um die Zeit der Kreuzzüge begannen die hinter ihrem Visier verborgenen Ritter, auf ihren Schilden Erkennungszeichen wie Adler oder Löwen zu tragen. Diese Wappenschilde entwickelten sich allmählich zu einem Standesmerkmal adeliger Familien.
Später wurde das Wappen auch für Städte und Märkte zu einem Ausweis ihrer Stellung: Bis heute prangt es an Palästen und öffentlichen Gebäuden. Die farbenprächtigen Darstellungen der Manessischen Liederhandschrift geben ein Bild von der Buntheit und Vielfalt der mittelalterlichen Wappen.
Die bayerischen Rauten stammen von den Grafen von Bogen. Im frühen 13. Jahrhundert kamen sie durch die Heirat von Herzog Ludwig dem Kelheimer mit Ludmilla, der Witwe des Grafen von Bogen, zum Hause Wittelsbach. Ähnlich ging es wenige Jahrzehnte später mit dem ursprünglich pfälzischen Löwen. So hat sich das bayerische Wappen im Laufe der Jahrhunderte vielfach verändert. Die Dynastie nahm Ererbtes und Erheiratetes in ihr Wappen auf; dadurch wurde es zu einem kurzgefassten Abriss der Familien- und Landesgeschichte.
In den Kanzleien der Herrscher war der Herold für die Gestaltung und Kontrolle der Wappen zuständig. In anschaulichen Spielszenen schaffen die offiziellen Wappengestalter der jeweiligen Epoche ihre Entwürfe. Zum Schluss wird erklärt, wie das seit dem 5. Juni 1950 gültige Wappen des Freistaates entstanden ist.
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29 Minuten
Farbe
DVD
Nr. 46 40464
Die Staatlichen Archive Bayerns haben den gesetzlichen Auftrag, das Schriftgut sämtlicher Behörden, Ministerien und Gerichte des Landes zu übernehmen. Sie verwahren ca. 36 Millionen Archivalien. An so unterschiedlichen Orten wie dem Hauptstaatsarchiv in München oder der Festung Lichtenau bei Ansbach lagern insgesamt fast 190 Regalkilometer.
Jährlich kommen drei Kilometer hinzu. Das Archivgut umfasst eine Zeitspanne von 1200 Jahren. Anhand herausragender Archivalien gibt der Film Einblicke in die bayerische Geschichte vom Herzogtum über das Königreich bis zum Freistaat und erläutert die Problematik von Bewahren und Benutzen der Dokumente für die Forschung. Am Beispiel des neuen Archivgebäudes in Augsburg erfährt man, wie moderne und schonende Lagerung von Akten heute aussieht. Zudem wird die Frage ihrer Aufstellung angesprochen. Die Säkularisation hatte den staatlichen Archiven Anfang des 19. Jahrhunderts einen großen Zuwachs an Archivalien gebracht, aber auch viele gewachsene Archivbestände geistlicher Einrichtungen auseinandergerissen. Heute bemüht man sich, solche Bestände wieder zusammenzuführen und in alter Form aufzustellen.
In den Restaurierungswerkstätten des Hauptstaatsarchivs schauen wir zu bei der Wiederherstellung alter Wachssiegel und der "Papieranfaserung". Ziel der Arbeiten ist nicht die vollständige Rekonstruktion, sondern die Konservierung des gegenwärtigen Zustandes. Bilder aus Repertorium und Lesesaal vermitteln einen Eindruck von der täglichen Arbeit der Archivnutzer.
Neben der ständigen Übernahme von Akten bayerischer Behörden erhalten die Staatsarchive immer wieder Nachlässe zeitgeschichtlich interessanter Persönlichkeiten. Ein Archivar erklärt die Kriterien der Auslese: „Was ist wichtig und was unwichtig?“
Am Umgang mit zeitgenössischen Akten lässt sich das Selbstverständnis der Archivare für ihre Arbeit ablesen: Archive sind keine „Papier-Museen“; hier sollen möglichst objektiv Informationen aus der Vergangenheit für Fragestellungen der Gegenwart und Zukunft bereitgehalten werden.
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30 Minuten
Farbe
DVD
Nr. 46 40462
Die heute bestehende Siedlungsstruktur Bayerns hat sich keineswegs kontinuierlich und geradlinig entwickelt. Immer wieder haben innere und äußere Faktoren den Werdegang der einzelnen Städte beeinflusst und verändert.
Der Film zeichnet die Geschichte der Stadtwerdung und Stadtentwicklung im bayerisch-fränkischen Gebiet anhand des Siedlungsraumes Regnitztal nach. Bamberg und Nürnberg sind die beiden Städte, die das Tal bis heute prägen. Von der Siedlungsgründung bis in die Gegenwart führt der Streifzug durch ein Jahrtausend fränkischer Stadtgeschichte. Grundlage sind dabei neue Erkenntnisse der Stadt - archäologie, die bei Grabungen in den letzten Jahren gewonnen wurden.
An bestimmten Punkten des Landes entstehen feste Siedlungen, die allmählich zu Städten heranwachsen. Im Schutz ihrer sicheren Mauern prosperieren bald Handel und Gewerbe; Kultur und Lebensart können sich entfalten. Doch im Lauf der Jahrhunderte verändern sich Wirtschaft, Infrastruktur und Verkehrswesen ebenso wie die politischen Machtverhältnisse und das geistig-kulturelle Klima. Diese Wandlungen haben naturgemäß Auswirkungen auf die Stellung, Verfassung und Entwicklung der einzelnen Städte.
Der Film verbindet kleine Spielszenen mit der Darstellung der archäologischen Arbeit und verknüpft die lokale Geschichte mit den allgemeinen historischen Entwicklungslinien. So wird die Vergangenheit einer städtisch geprägten Region Bayerns lebendig.
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32 Minuten
Farbe
DVD
Nr. 46 40463
Von Kreuzfahrern verfolgt, von der Kirche verdammt, als sog. Kammerknechte nur dem Kaiser unmittelbar untertan: Juden standen vom Mittelalter bis zur Französischen Revolution außerhalb der christlich geprägten gesellschaftlichen Hierarchie.
Andererseits waren sie unersetzlich als Ärzte, Händler, Geldverleiher und Kulturvermittler. Religiöse Vorbehalte, Vorurteile und Verleumdungen schüren ab dem Hochmittelalter den Hass auf die Außenseiter. Mit dem Beginn der Kreuzzüge bricht dann im Jahr 1096 die erste große Welle der Judenverfolgungen los. Seitdem kommt es immer wieder zu Übergriffen, zu Plünderungen, Zwangstaufen und Morden. Im Spätmittelalter bröckelt die Macht des Kaisers zusehends. Damit sind die „kaiserlichen Kammerknechte“ ihres wichtigsten Schutzes beraubt – und Fürsten, Bischöfe und Patrizier haben ihre eigenen Interessen. Pogrome häufen sich. Bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts vertreiben alle bayerischen Städte ihre jüdischen Einwohner.
Doch wer in mittelalterlichen Quellen blättert, kann auch ein ganz anderes Bild des jüdischen Lebens erhalten. Hier erscheinen die oft sehr belesenen und mehrsprachigen Juden als wichtige Kulturvermittler. Außerdem werden sie als Kaufleute und verlässliche Geschäftspartner mit internationalen Beziehungen immer wieder lobend erwähnt. Wie anderswo entstehen auch in Bayern blühende wirtschaftliche und kulturelle Zentren: Die Judengemeinde in Regensburg ist eine der größten im Reich.
Nach den Verfolgungen im Mittelalter entspannen sich – trotz häufiger Schikanen – die Beziehungen zwischen Christen und Juden allmählich wieder. Viele Zeugnisse in Franken und Schwaben erinnern an eine lange, friedliche Koexistenz mit den sog. Landjuden, die sich nach der Vertreibung aus den Städten in die schützende Obhut von Reichsrittern begaben. Die Talmudschule von Fürth wird eine der führenden in Europa.
Mit Unterstützung der jüdischen Gemeinde in Würzburg unternimmt der Autor eine filmische Zeitreise durch die wechselhafte Geschichte der Juden in Bayern, die von Verfolgung, aber auch von hohem Ansehen und Lebensfreude geprägt ist. Einschübe aus dem heutigen Gemeindeleben gliedern die Dokumentation und geben Einblick in jüdische Traditionen und Feste.
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28 Minuten
Farbe, s/w
DVD
Nr. 46 40465
Am Ende des Zweiten Weltkriegs ist Bayern schwer zerstört und von der US-Armee besetzt. Unter Aufsicht der amerikanischen Militärregierung beginnt nun der Wiederaufbau des Landes. Zunächst vorsichtig, dann immer rascher erfolgt auch eine Rekonstruktion des öffentlichen politischen Lebens. Bereits im folgenden Jahr entsteht eine neue demokratische Verfassung für den Freistaat.
Im Januar 1946 finden Kommunalwahlen statt und im Februar wird ein Vorbereitender Verfassungsausschuss eingesetzt. Der Sozialdemokrat Wilhelm Hoegner, seit September 1945 Ministerpräsident, hatte im Schweizer Exil einen Verfassungsentwurf ausgearbeitet, der jetzt als Vorlage dienen kann. Am 30. Juni wird die Verfassunggebende Landesversammlung gewählt. Innerhalb weniger Monate berät und beschließt sie eine neue Verfassung, die die bayerische Bevölkerung am 1. Dezember mit großer Mehrheit annimmt. Am 8. Dezember 1946 tritt sie in Kraft.
Ein filmischer Rückblick auf zwei Jahrhunderte bayerischer Verfassungsgeschichte informiert über die Entwicklung von der konstitutionellen Monarchie zum demokratischen Freistaat, über die Einführung verfassungsmäßig garantierter Grundrechte und die lange parlamentarische Tradition des Landes vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zu ihrem vorläufigen Ende in der NS-Zeit. Mit der Verfassung von 1946 wurde Bayern wieder ein demokratischer Rechtsstaat.
Neben den anderen Verfassungsorganen steht der Bayerische Verfassungsgerichtshof als besonderer „Hüter der Verfassung“, an den sich jeder Bürger mit einer Popularklage (Art. 98) wenden kann. Am Beispiel des Umweltschutzes erläutert der Film den gesetzlichen Weg der Verfassungsänderung und -ergänzung. Volksbegehren und Volksentscheid (Art. 74) geben dem bayerischen Bürger besondere Möglichkeiten, direkten Einfluss auf die Gesetzgebung zu nehmen. Es werden mehrere erfolgreiche Beispiele vorgestellt. Außerdem illustrieren gezeichnete Szenen anschaulich und unterhaltsam einige Rechtsgarantien der Bayerischen Verfassung, so das Grundrecht auf Freiheit der Person (Art. 102) und das Recht auf freien Naturgenuss (Art. 141).
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43 Minuten
Farbe
DVD
Nr. 46 40466
Die Dokumentation zeichnet die Karriere des bayerischen Staatsministers Maximilian Joseph von Montgelas nach, der von 1799 bis 1817 die Regierungsgeschäfte am Münchner Hof leitete.
In Schloss Egglkofen, wohin sich der mächtige Minister nach seiner Entlassung zurückzog, gibt Rudolf-Konrad Graf Montgelas Auskunft über die Reformen, die Bayern seinem Vorfahren verdankt. Der Film zeigt die Wohnsitze des Staatsministers: die Hofmark Egglkofen und das Palais Montgelas in München. Anhand von Porträts, Portefeuilles und Dokumenten entwirft er ein Bild des Privatmannes Montgelas und würdigt seine innen- und außenpolitischen Verdienste.
Der vom Geist der französischen Aufklärung geprägte Minister sicherte mit großem diplomatischem Geschick die politische Existenz Bayerns im Spannungsfeld zwischen den Großmächten Österreich und Frankreich. Er führte das Land durch die Wirren der Napoleonischen Ära und erreichte 1806 sogar die Erhebung zum Königreich. Gegen starke Widerstände sanierte und konsolidierte er den in dieser Zeit um große Gebiete erweiterten Staat und erneuerte seine innere Struktur von Grund auf. Montgelas’ umwälzende Reformen der Verwaltung, des Bildungswesens und der Stellung von Adel und Kirche schufen die Grundlagen, auf denen das bayerische Staatswesen bis heute beruht.
1838 starb der große Erneuerer und wurde in Schloss Aham beigesetzt. Der für seine Entlassung verantwortliche spätere König Ludwig I. hatte sich zuvor noch mit dem ungeliebten Minister seines Vaters versöhnt. Und so fand Graf Montgelas als großer Bayer und Staatsmann von europäischem Rang auch die ihm gebührende Aufnahme in die Ruhmeshalle an der Münchner Theresienwiese.
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57 Minuten
Farbe, s/w
DVD
Nr. 46 40495
Bayern und Österreicher sind Nachbarn, doch die gemeinsame Geschichte war nicht immer konfliktfrei.
Im 18. Jahrhundert unternimmt Kaiser Joseph II. mehrfach Anstrengugen, das Kurfürstentum Bayern seinem Vielvölkerstaat einzuverleiben. Als in der Folge der Revolution von 1789 auch noch französische Truppen die Reichsgrenze überschreiten, sieht sich Bayern sogar von zwei Seiten bedroht. Doch dem damaligen Landesherrn Max Joseph und seinem Minister Montgelas gelingt es nicht nur, die Existenz des Landes im Spannungsfeld zwischen den Großmächten Frankreich und Österreich zu sichern; vielmehr steht am Ende der Napoleonischen Ära (1815) das neue Königreich Bayern, ein modernes Staatswesen und die größte deutsche Mittelmacht.
Im Deutschen Bund hat Österreich ab 1815 den Vorsitz und Bayern wächst immer mehr in die Rolle eines wichtigen habsburgischen Bündnispartners hinein. Als Preußen die politische Vorherrschaft in Deutschland anstrebt, bringt der Krieg von 1866 die Entscheidung: Mit der Niederlage von Königgrätz muss Österreich aus Deutschland ausscheiden; Bayern hat sich an Preußen auszurichten und wird 1871 in das neue „kleindeutsche“ Kaiserreich integriert.
Die Habsburgermonarchie nähert sich allmählich wieder an das Deutsche Reich an und 1879 verbünden sich beide dauerhaft. Im Ersten Weltkrieg kämpfen bayerische und österreichische Truppen Seite an Seite. 1918 stürzen in München und in Wien die Monarchien, der geplante Anschluss der „Republik Deutsch-Österreich“ an das Reich scheitert jedoch am Einspruch der Siegermächte.
In München beginnt der politische Aufstieg des Österreichers Adolf Hitler. Nach der„Machtergreifung“ der Nationalsozialisten wird Bayern 1933/34 gleichgeschaltet und Österreich unter der Parole „Heim ins Reich!“ 1938 in den NS-Staat eingegliedert. Hitlers aggressiver Expansionsdrang löst schließlich den Zweiten Weltkrieg aus, der in beiden Ländern unzählige Tote und Berge von Trümmern hinterlässt.
Ab 1945 gehen die beiden Nachbarn wieder getrennte Wege: Österreich wird erneut selbstständig und der Freistaat Bayern ein Teil der Bundesrepublik.
Teil 1: München leuchtete 1900 -1920 57 Minuten
Farbe,
s/w
DVD
Nr. 46 40467
Die vierteilige Reihe „München – Schicksal einer deutschen Großstadt“ beschreibt die Entwicklung der Stadt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Historische Film- und Bilddokumente sowie Berichte von Zeitzeugen gestalten die Dokumentation lebendig.
Teil 1 schlägt einen Bogen von den letzten Wittelsbachern zu den Anfängen Hitlers.
„München leuchtete.“ Mit diesem berühmten Satz charakterisiert Thomas Mann die Stadt, die um 1900 im Glanz der Monarchie und der Künste erstrahlt. Die Prachtbauten der Prinzregentenzeit bereichern das „Athen des Nordens“: München ist eine der schönsten Städte Deutschlands. Hier wirken die Malerfürsten Lenbach und Stuck sowie große Künstler der beginnenden Moderne. Die Münchner Bohême belebt und befruchtet das kulturelle und gesellschaftliche Leben der Stadt – „Schwabing“ wird zum Begriff. In diesem weltoffenen Klima entwickelt sich eine vielschichtige literarisch-publizistische Szene.
Die Kehrseite des kulturellen und wirtschaftlichen Höhenfluges sind die sozialen Probleme der Zeit, vor allem in den Arbeiterquartieren: feuchte Wohnungen, dunkle Hinterhöfe, hohe Säuglingssterblichkeit, auch Unterernährung.
Mit dem Ausbruch des 1. Weltkriegs endet eine Epoche. Während an der Front das große Sterben herrscht, hält der Hunger auch bei bürgerlichen Familien Einzug. Am Ende des Krieges wird der König gestürzt. München versinkt in den Wirren von Revolution und Räterepublik. Landtag und Regierung weichen schließlich nach Bamberg aus. Reichswehr und Freikorps marschieren in die Stadt ein und schlagen den Aufstand der Roten blutig nieder.
Der Schock der Ereignisse sitzt tief. Die obrigkeitsstaatlich geprägte Gesellschaft der Stadt macht einen deutlichen Rechtsruck und begegnet der neuen Republik zum Teil mit offener Ablehnung. Antisemitische Parolen finden großen Anklang. Damit bildet München einen guten Nährboden für die Entstehung des National - sozialismus: In den Bierkellern der Stadt beginnt Hitler seinen politischen Aufstieg. Aber München bleibt weiterhin eine Kunstmetropole, in der auch neue Akzente gesetzt werden: In Geiselgasteig etwa entsteht eine bedeutende Filmproduktion.
Teil 2: Die goldenen zwanziger Jahre 1921 -1932 61 Minuten
Farbe,
s/w
DVD
Nr. 46 40468
Die vierteilige Reihe „München – Schicksal einer deutschen Großstadt“ beschreibt die Entwicklung der Stadt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Historische Film- und Bilddokumente sowie Berichte von Zeitzeugen gestalten die Dokumentation lebendig.
Teil 2 reicht von den frühen zwanziger Jahren bis zum Ende der Weimarer Zeit. Die Entwicklung Münchens ist nach dem verlorenen Krieg geprägt von Inflation und wirtschaftlicher Not: eine auch politisch sehr unruhige Zeit. Es bildet sich ein explosives Gemisch aus Nostalgie und Radikalismus in der Stadt. Im November 1923 unternimmt Hitler einen Putschversuch, der jedoch kläglich scheitert. Nach dem Ende von Inflation und Wirtschaftskrise beruhigt sich die Lage rasch. Mit der Wahl des konservativen OB Scharnagl beginnt ab 1924 eine „goldene“ Ära. München ist inzwischen die viertgrößte Stadt des Reiches; es herrscht akuter Wohnraummangel. Die Stadtverwaltung legt daher ein umfang reiches Bauprogramm für neue Wohnsiedlungen auf.
Nach den Jahren der Not feiern die Münchner in der Folgezeit umso ausgiebiger: Oktoberfest, Künstlerfasching, Jubiläen, Veteranentreffen und zahllose Umzüge. Die Kultur erlebt nochmals eine Blüte. Mit Bruno Walter und Hans Knappertsbusch behält das Musikleben Münchens Weltniveau. Die Theaterszene bietet in den Kammerspielen anspruchsvolle zeitgenössische Dramatik. Doch das kulturelle Klima wandelt sich allmählich. München erscheint zunehmend provinziell im Vergleich mit Berlin. Fortschrittsfeindlichkeit und Misstrauen gegenüber moderner Kunst sind die Ursachen für zahlreiche Aufführungsverbote.
Nach den Wirren der frühen Zwanziger sind die folgenden Jahre eine politisch ruhige Zeit. Der Großteil der Bevölkerung scheint sich kaum für Politik zu interessieren. Allerdings: Man lebt mit der Republik, man liebt sie aber nicht. Nach Aufhebung ihres Verbots unternehmen die Nationalsozialisten von München aus gewaltige Propagandaanstrengungen. Während sie gegen Ende des Jahrzehnts in anderen Teilen Deutschlands bereits wichtige Erfolge erzielen, bleibt ihre politische Bedeutung in Bayern – noch – deutlich beschränkt. Erst im Gefolge der Weltwirtschaftskrise erringt die NSDAP nach 1929/30 auch hier große Stimmanteile.
Teil 3: Schatten über der Stadt 1933 -1944 65 Minuten
Farbe, s/w
DVD
Nr. 46 40469
Die vierteilige Reihe „München – Schicksal einer deutschen Großstadt“ beschreibt die Entwicklung der Stadt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Historische Film- und Bilddokumente sowie Berichte von Zeitzeugen gestalten die Dokumentation lebendig.
Teil 3 behandelt die Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs. 1933 ist Hitler am Ziel: Er wird Reichskanzler. Mit einer Mischung aus Putsch, Gewalt und scheinbarer Legalität sichern die Nationalsozialisten in den ersten Monaten ihre noch brüchige Macht. Die SA schüchtert politisch Andersdenkende mit brutalen Übergriffen und willkürlichen Verhaftungen ein. Vor den Toren der Stadt entsteht das Konzentrationslager Dachau.
Der Selbstdarstellung dient den Nationalsozialisten insbesondere die Architektur. Als Hitler München 1935 den Titel „Hauptstadt der Bewegung“ verleiht, werden gigantische Umbaupläne für die Stadt entwickelt, die aber – Gott sei Dank – weitgehend Papier bleiben. Neben der braunen Staatskunst, wie sie sich besonders im „Haus der deutschen Kunst“ präsentiert, können sich noch Reste der alten bürgerlichen Kultur behaupten, etwa die berühmten Kammerspiele.
In der katholischen Kirche ist die Spitze zunächst um Ausgleich mit der NS- Diktatur bemüht, während sich an der Basis oppositionelle Kräfte entwickeln, die zum Teil in aktiven Widerstand münden (Patres Rupert Mayer und Alfred Delp). Christliches Gedankengut beeinflusst viele Widerstandsgruppen bis hin zur Weißen Rose. Die ca. 10.000 Juden Münchens sind den Repressalien des Regimes völlig schutzlos ausgeliefert. Entrechtung und Drangsalierung steigern sich immer weiter. 3.000 Mitgliedern der Gemeinde gelingt die Emigration, die übrigen werden ab November 1941 nach Osten deportiert und fast ausnahmslos ermordet.
Im September 1939 beginnt der Zweite Weltkrieg. Zunächst scheint er weit weg, doch spätestens ab August 1942 kommt Hitlers Krieg mit den alliierten Bomberflotten auch nach München. Bei über 70 schweren Luftangriffen sterben mehr als 6.600 Menschen und die Stadt bleibt als Trümmerlandschaft zurück.
Teil 4: München leuchtet wieder 1945 -1950 69 Minuten
Farbe, s/w
DVD
Nr. 46 40470
Die vierteilige Reihe „München – Schicksal einer deutschen Großstadt“ beschreibt die Entwicklung der Stadt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Historische Film- und Bilddokumente sowie Berichte von Zeitzeugen gestalten die Dokumentation lebendig.
In Teil 4 werden die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg wieder lebendig.
Am 30. April 1945 ist für die Münchner der Krieg endlich vorbei. Die US-Armee zieht in die Stadt ein. Um die schlimmste Not zu lindern, muss rasch wieder eine funktionierende Verwaltung aufgebaut werden. Es gilt, die Lebensgrundlagen der 450.000 Menschen zu sichern, die noch in den Überresten der Stadt hausen. Fast die Hälfte aller Gebäude ist zerstört und die Straßen sind durch Trümmer blockiert, die erst beseitigt werden müssen: „Rama dama“ ist die Devise der großen Schutträumaktion.
Angesichts der Not versuchen die Kirchen, soviel wie möglich zu helfen. Dabei geht es ihnen nicht nur um materielle Hilfe, sondern auch um eine christliche Erneuerung der Gesellschaft. Die Besatzungsmacht leitet zur selben Zeit eine große Entnazifizierungsaktion ein. Politisches Hauptziel ist die dauerhafte Demokratisierung des Landes. Bald entwickelt sich ein reges demokratisches Leben: Parteien entstehen neu oder werden wiederbegründet und eine freie Presse etabliert sich; 1946 erhält Bayern eine neue Verfassung und gewählte Amtsträger.
Großer Rohstoff-, Energie- und Arbeitskräftemangel behindert den wirtschaftlichen Neuanfang. Für die Bevölkerung ist insbesondere die katastrophale Ernährungs - lage bedrückend. Im Kultur- und Geistesleben Münchens ist der Nachholbedarf enorm; bis 1948 sind die Theater- und Konzertsäle meist ausverkauft. Mit der Währungsreform erleidet die Kulturszene jedoch einen Einbruch: Die Läden sind plötzlich wieder voll und die Menschen sparen nun für Essen und Kleidung, denn das neue Geld reicht bei den meisten nur für das Nötigste.
Das erste richtige Nachkriegsoktoberfest 1949 und der erste Faschingszug 1950 sind in den folgenden Jahren symbolträchtige Schritte auf dem Weg zu einer Normalisierung des Lebens.
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29 Minuten
Farbe, s/w
DVD
Nr. 46 40489
Der Spagat zwischen der Erhaltung von bäuerlicher Landwirtschaft und Kulturlandschaft einerseits und der Förderung von Industrie und High-Tech-Forschung andererseits markiert die zentrale Aufgabe bayerischer Wirtschaftspolitik seit 1945. Der Film zeichnet den langen Weg des Strukturwandels nach, den das Land in den letzten 60 Jahren zurückgelegt hat: von der Mangelsituation des Schwarzmarktes bis zur Laborentwicklung von Materialien für Raumgleiter.
Das Kriegsende ermöglicht einen Neuanfang des Wirtschaftslebens. Aufbauend auf traditionellen Methoden in Land- und Forstwirtschaft werden Zerstörungen und Mangel allmählich überwunden. Gleichzeitig muss Bayern eine große Zahl von Flüchtlingen aufnehmen. Die Vertriebenen sind aber für den Freistaat nicht nur Belastung, sondern auch Bereicherung. Die von den Sudetendeutschen gegründete Siedlung Neugablonz mit ihrer bis heute erfolgreichen Schmuckproduktion ist ein Beispiel dafür.
Mit Währungsreform und Wirtschaftswunder kehrt auch in Bayern zunehmender Wohlstand und damit ein neues Lebensgefühl ein. Der Wirtschaftsminister und spätere Ministerpräsident Hanns Seidel legt mit einer forcierten Energie- und Infrastrukturpolitik die Basis für eine breite Industrialisierung im Freistaat.
Die ersten Jahre der Ära Goppel sind geprägt von einer Phase wirtschaftlicher Hochkonjunktur. Die Erfolgsgeschichte des Goggomobils steht stellvertretend dafür. Der in der Landwirtschaft einsetzende Strukturwandel bedeutet in erster Linie Technisierung und damit Freisetzung von Arbeitskräften. Deshalb versucht man, mit neuen Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Landbevölkerung der wachsenden Arbeitslosigkeit zu begegnen. Auf die zunehmende Umweltbelastung und die ökologische Bewegung reagiert die Staatsregierung mit der Einrichtung eines Umweltministeriums, des ersten in Deutschland.
Eine Neuorientierung der Wirtschaftspolitik erfolgt seit dem Amtsantritt von Ministerpräsident Franz Josef Strauß, auf dessen Initiative hin sich in Bayern Luftund Raumfahrtunternehmen niederlassen. An diese High-Tech-orientierte Politik knüpft Edmund Stoiber seit 1993 mit der Förderung von Informations- und Telekommunikationsindustrie, Biotechnologie und Medizintechnik an. So steht Bayern heute mit an der Spitze des technologischen Fortschritts in Deutschland und Europa.
29 Minuten
Farbe
DVD
Nr. 46 40482
1992 wurde auf der UN-Umweltkonferenz in Rio de Janeiro ein „Aktionsprogramm für eine bessere, zukunftsfähige Welt im 21. Jahrhundert“ verabschiedet: die „Agenda 21“.
Wie viele andere Staaten verpflichtete sich damals auch Deutschland zu einer umweltorientierten Politik der Nachhaltigkeit. Es gilt, die ökonomischen und sozialen Lebensbedingungen zu verbessern und zugleich die natürlichen Lebensgrundlagen langfristig zu sichern, denn Ökologie, Ökonomie und soziale Sicherheit bilden eine untrennbare Einheit.
Von der globalen zur lokalen Ebene: in den Bayerischen Wald. Der Film zeigt, wie Menschen in den Gemeinden Drachselsried und Kirchdorf im Wald (Lkr. Regen) sich bemühen, die Leitlinien der Agenda 21 in praktisches Engagement für ihre Heimat umzusetzen. Dabei stehen nicht die öffentlichen Institutionen im Vordergrund, sondern der einzelne Bürger: Er hat viele Möglichkeiten, sich aktiv zu beteiligen und das Gesicht seiner Gemeinde positiv zu verändern. Der Agenda-Prozess bietet ein breites Spektrum an Betätigungsfeldern: vom Umweltschutz über Infrastrukturmaßnahmen bis hin zur Kultur.
Das zentrale Prinzip der Agenda 21, die „Nachhaltigkeit“, stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft und war in der waldreichen Region um Regen schon immer von großer Bedeutung: Man fällt nie mehr Bäume als nachwachsen können; so „lebt man von den Zinsen und nicht vom Kapital“.
Die am Agenda-Prozess teilnehmenden Gemeinden erstellen zu Anfang ein Leitbild, das eine aktuelle Bestandsaufnahme und die langfristigen Ziele enthält. Das Engagement der Bürger ist systematisch in Arbeitskreise eingebunden, die für ihre jeweiligen Projekte bis zur Realisierung selbst verantwortlich sind. Durch die gemeinschaftliche Arbeit wächst in den Agenda-Gemeinden allmählich ein neues „Wir-Gefühl“. Dieses reicht weit über die eigenen Belange hinaus, denn die Agenda 21 stellt das Handeln der Menschen vor Ort in einen weltweiten Zusammenhang – entsprechend ihrem Motto: „Global denken und lokal handeln!“
51 Minuten
Farbe, s/w
DVD
Nr. 46 40494
In welche Richtung wird sich das vereinigte Deutschland zukünftig entwickeln? Um das herauszufinden, sollte man die „Architektur der deutschen Nation“ verstehen. Der Autor begibt sich auf eine filmische Reise durch das Land und seine Geschichte. Er besucht bedeutende historische Stätten und fragt nach den wesentlichen Bausteinen dieser Architektur.
Zunächst werden die geographischen und geschichtlichen Grundlagen vorgestellt, auf denen die deutsche Architektur aufbaut: Deutschland hat weder ein festes geographisches Zentrum noch natürliche Grenzen, in denen es hätte zusammenwachsen können. Zudem verlaufen im Innern des Landes natürliche und historische Trennungslinien wie Limes, Main oder Elbe.
Ein eigentümlicher Dualismus durchzieht die deutsche Geschichte: Staufer gegen Welfen, Katholiken gegen Protestanten, Österreicher gegen Preußen. Dazu kommt ein Pluralismus, wie er besonders deutlich im Alten Reich zutage trat. Es war zusammengesetzt aus vielen verschiedenen Einheiten und erfüllte in der Mitte Europas jahrhundertelang eine wichtige übernationale und föderale Funktion: Sich einrichten in vielen Vaterländern und sich ausrichten auf Europa wurde eine politische Tradition der Deutschen. In der Neuzeit zeigte diese Ordnung jedoch immer mehr Risse und 1806 kam schließlich das endgültige Ende des Alten Reiches.
Der Deutsche Bund als sein Nachfolger (ab 1815) konnte die Jahrhundertforderungen nach Nationalstaat und Volkssouveränität nicht befriedigen. Nach dem Scheitern der Revolution von 1848 schuf Bismarck 1871 das preußisch-kleindeutsche Kaiserreich, das zwar ein Nationalstaat, aber ein Fürstenbund ohne Volkssouveränität war. Die Weimarer Republik (ab 1919) dagegen war zwar demokratisch, dafür aber eher dezentralisiert als föderal und in der Außenpolitik setzte man in der Nachfolge des Kaiserreichs kaum auf Kooperation und europäische Einbindung. Der totalitäre Führerstaat der Nationalsozialisten stürzte Europa dann in den Zweiten Weltkrieg.
Nach Kriegsende entstand zumindest im Westen ein demokratischer und sozialer Bundesstaat, der ein gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa sein wollte. Im Staat des Grundgesetzes stimmt die Statik der deutschen Architektur. Wenn das wiedervereinigte Deutschland auch zukünftig ihre drei zentralen Bausteine – Freiheit, Föderalismus und Einbindung in Europa – beachtet, wird es weiterhin stabil sein.
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12 x 15 Minuten
Farbe, s/w
DVD
Nr. 46 40460
Die Dokumentation rekonstruiert minutiös die hochdramatischen Tage vom 21. August bis zum 1. September 1939. Sie zeichnet unbekannte und damals streng geheime Vorgänge nach, die die Menschen niemals erfahren sollten, vor dem Hintergrund des Alltagslebens der letzten Vorkriegstage in Europa und den USA.
Ausführlich werden die Vorbereitungen des Hitler-Stalin-Pakts geschildert, ebenso die Versuche Großbritanniens und Frankreichs, Stalin in eine Front gegen Hitler einzubinden. Der Abschluss des Pakts der ideologischen Erzfeinde überrascht am 24. August die ganze Welt. Deutsche Exilkommunisten sind von Stalins Manöver genauso überrascht wie die deutsche Opposition im Untergrund, die versucht Hitlers Kriegspläne zu durchkreuzen. Vorbereitung und Durchführung der Aktionen „Tannenberg“ und „Konservendose“ werden szenisch rekonstruiert. Es handelt sich um die von SS-Einheiten vorgetäuschten polnischen Angriffe u. a. auf den Sender Gleiwitz.
Während in allen europäischen Hauptstädten die Kriegsvorbereitungen anlaufen, finden in letzter Minute Vermittlungsversuche in London, Warschau und Berlin statt. Der deutsche Angriffsbefehl für den 26. August wird vorübergehend aufgehoben. Die als Ruhe vor dem Sturm empfundene Spannung steigert sich für die an der deutsch-polnischen Grenze liegenden Einheiten beider Nationen ins Unerträgliche. Schließlich erklärt Hitler die ihm unliebsamen Verhandlungen für gescheitert. Der Krieg beginnt.
Der Film besteht zu großen Teilen aus zeitgenössischem Wochenschaumaterial. Es zeigt die Schauplätze Danzig, Warschau, Berlin, Obersalzberg, London, Paris, Rom, Moskau und Washington. Zahlreiche deutsche, englische, sowjetische und polnische Zeitzeugen schildern, wie sie jene Tage erlebt haben.
43 Minuten
Farbe,
s/w
DVD
Nr. 46 40471
Der Film ist ein Dokument der Unmenschlichkeit und des Terrors. Er beruht vornehmlich auf Zeitzeugnissen ehemaliger Häftlinge und beschreibt das (Über-)Leben und Sterben im Lager Dachau.
Am 22. März 1933 richteten die Nationalsozialisten vor den Toren Münchens ein Lager für politische Gefangene ein. Es war eines der ersten Konzentrationslager. Hier wurden Regimegegner eingewiesen und der völligen Willkür der SS-Wachmannschaften ausgeliefert. Der Häftlingsalltag war geprägt von Hunger, brutalen Strafmaßnahmen und ungeheuerlichen Grausamkeiten. Die Lagerordnung stand unter dem Motto: „Toleranz bedeutet Schwäche“. Schon für Nichtigkeiten wurden die Gefangenen ausgepeitscht oder aufgehängt. Neben der Inhaftierung politischer Gegner diente das KZ vor allem der Einschüchterung der Bevölkerung: „Dachau“ wurde zu einem Synonym für das NS-Unterdrückungsregime.
Gegen Ende der dreißiger Jahre veränderte sich die Häftlingsstruktur nachhaltig. Das Lager wurde zu einem Spiegelbild der deutschen Expansionspolitik: ein Sammelpunkt zehntausender Gefangener aus den eroberten Gebieten.
Dachau war nicht nur ein Internierungslager, sondern auch ein riesiges Wirtschaftsunternehmen. Die SS beutete die Arbeitskraft der Häftlinge systematisch und rücksichtslos aus. Über die „Vernichtung durch Arbeit“ hinaus wurden Dachauer Häftlinge auch als Versuchspersonen für „medizinische“ Experimente missbraucht.
Um in dieser Hölle überleben zu können, brauchte es oft die Hilfe anderer. So ist dieser Film nicht nur ein Dokument der Inhumanität, sondern auch ein Zeugnis der Menschlichkeit und der Solidarität. Gefangene wurden vor dem sicheren Tod ge - rettet, weil sie z. B. im Krankenrevier von Häftlingspflegern versteckt wurden, andere überlebten dank Lebensmittellieferungen, die mitleidige Menschen am Wach - personal vorbeischmuggelten.
Als gegen Kriegsende die amerikanischen Truppen immer näher rückten, wurden Tausende von Häftlingen nach Süden in Marsch gesetzt, um sie nicht in die Hände der Alliierten fallen zu lassen; viele von ihnen kamen auf diesem Todesmarsch ums Leben. Am 29. April 1945 wehten weiße Fahnen über dem Lager: Die US-Armee befreite die überlebenden Häftlinge aus den Händen der SS.
30 Minuten
Farbe, s/w
DVD
Nr. 46 40472
Die Weiße Rose ist eine der bekanntesten Gruppierungen des Widerstandes. Ihr gewaltloser Kampf gegen das verbrecherische NS-Regime gilt bis heute als vorbildhaft. Straßen, Plätze und Schulen tragen die Namen ihrer Mitglieder. Gleichwohl ist das Wissen über ihre Motive und ihr konkretes Handeln oft lückenhaft. Der Film rekonstruiert anhand historischer Bild- und Textdokumente die Geschichte der Weißen Rose. Zeitzeugen aus dem Umkreis der jungen Widerstandskämpfer berichten über deren Beweggründe und erläutern, was die Menschen heute von diesem Vorbild lernen können.
Die Weiße Rose war ein nicht organisierter Freundeskreis; den Kern bildeten fünf Münchner Studenten: Hans und Sophie Scholl, Alexander Schmorell, Christoph Probst und Willi Graf. Aus konservativem Elternhaus stammend und zutiefst geprägt durch eine christlich-humane Überzeugung standen sie in innerer Opposition zum Hitler-Regime. Ihr geistiger Mentor war der Philosophieprofessor Kurt Huber.
Die jungen Leute flüchteten sich zunächst vor der Unterdrückung und geistigen Enge des nationalsozialistischen Alltags in theologisch-philosophische Leseabende; ihre Diskussionen wurden jedoch mit Fortdauer des Krieges immer politischer. Im Frühsommer 1942 entschieden sie sich schließlich, den Kampf gegen die Diktatur aufzunehmen. In einer Serie von Flugblättern prangerten sie die nationalsozialistischen Verbrechen, darunter bereits damals den Völkermord an den Juden, öffentlich an und riefen zu passivem und aktivem Widerstand auf, um das Regime zu schwächen. Außerdem versuchten sie, Verbindungen zu anderen Widerstandsgruppen aufzubauen.
Hans und Sophie Scholl wurden am 18. Februar 1943 bei der Verteilung des sechs - ten Flugblattes in der Münchner Universität verhaftet und zusammen mit Christoph Probst zum Tode verurteilt. Das gleiche Schicksal erlitten in den folgenden Monaten Prof. Huber, Alexander Schmorell und Willi Graf. Der Chemiestudent Hans Leipelt, der ihre Arbeit fortsetzte, wurde im Januar 1945 hingerichtet.
90 Minuten
Farbe, s/w
DVD
Nr. 46 40473
Die Filmreihe rekonstruiert das Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland und Europa. Dokumentarisch verdichtet werden die ersten sechs Maitage des Jahres 1945 jeweils in einem eigenen 15-minütigen Film nachgezeichnet. So entsteht ein Stimmungsbild vom Untergang des „Tausendjährigen Reichs". Die ungeheuren Belastungen der deutschen Bevölkerung unmittelbar vor Kriegsende werden anschaulich vor Augen geführt.
Zeitzeugen erinnern sich, wie sie das Ende des Krieges erlebt haben: erschütternde Berichte aus Mecklenburg, Berlin, Prag, Breslau und von der Flucht über die Ostsee. Sie schildern die ersten Begegnungen mit alliierten Soldaten und die Kämpfe Straße um Straße, Haus um Haus. Frühere Wehrmachtsangehörige erzählen vom verzweifelten Kampf ums Überleben zwischen Hoffnung und Resignation und von den ersten Tagen der Kriegsgefangenschaft. Ehemalige KZ-Häftlinge berichten von den grausamen Todesmärschen.
Der Autor rekonstruiert die politischen Manöver der Regierung Dönitz. Hitler hatte den Großadmiral vor seinem Selbstmord noch zu seinem Nachfolger bestimmt. Das neue Reichsoberhaupt verfolgt in den letzten Kriegstagen gegenüber den Alliierten den Plan, zunächst nur im Westen zu kapitulieren. Damit soll erreicht werden, dass die Evakuierung von Soldaten und Flüchtlingen aus dem Osten so lange wie möglich weiterlaufen kann.
In der Anti-Hitler-Koalition zeigen sich erste Risse. Derweil stoßen die Amerikaner nach Süden in Richtung der dort vermuteten „Alpenfestung“ vor. Im Pustertal übernehmen sie evakuierte Sonderhäftlinge, die Wehrmachtstruppen vorher aus den Händen der SS befreit hatten. Als die US-Armee in Böhmen einrückt, kommt es dort zu ersten Übergriffen von Tschechen auf Deutsche.
Die Dokumentation besteht zu großen Teilen aus zeitgenössischem Filmmaterial und Erlebnisberichten Betroffener. Sie werden ergänzt durch Bilder von den Schauplätzen des damaligen Geschehens: Berlin, Flensburg-Mürwik, Reims und den Obersalzberg.
44 Minuten
Farbe, s/w
DVD
Nr. 46 40474
Die Bestrafung der Hauptschuldigen an Krieg und NS-Diktatur gehörte von Beginn an zu den Zielen der Alliierten. Deshalb begannen sie, als ihre Armeen in Deutschland vorrückten, nach den Spitzen von Staat, Partei und Militär zu fahnden. In der Folgezeit gelang ihnen die Festnahme aller überlebenden Führungspersonen, darunter – als Prominentesten – den ehemaligen Reichsmarschall Hermann Göring und die gesamte letzte Reichsregierung von Großadmiral Dönitz.
Auf der Potsdamer Konferenz wurde endgültig beschlossen, sie als Kriegsverbrecher vor Gericht zu stellen. Am 8. August 1945 unterzeichneten die vier Siegermächte in London das Statut über die Errichtung eines „Internationalen Militär - gerichtshofs“. Darin verpflichteten sie sich, Richter und Hauptankläger des Tribunals zu stellen. Als Verhandlungsort wählte man bewusst Nürnberg, ehemals die Stadt der triumphalen NS-Parteitage und Aufmärsche. Der Gerichtshof sollte über die Tatbestände „Verbrechen gegen den Frieden“, „Kriegsverbrechen“ und „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ urteilen.
Dem war ein längeres Tauziehen zwischen den Amerikanern und Sowjets vorausgegangen: Während erstere auf einem ordentlichen Gerichtsverfahren bestanden, die Vision eines internationalen Strafrechts verfolgten und für eine generelle Ächtung des Angriffskrieges eintraten, ging es letzteren ausschließlich um die Bestrafung der NS-Größen. Zudem wollte Moskau unbedingt verhindern, dass eigene Völkerrechtsverletzungen im Zug des Verfahrens zur Sprache kämen. Viele Deutsche schließlich sahen in dem Prozess damals schlicht Siegerjustiz.
Der Film zeichnet den Prozessverlauf nach und schildert ausführlich die Positionen und Handlungsspielräume von Anklagevertretern und Verteidigung. Dabei stellt er die Frage, ob ein faires Verfahren stattfand.
In Nürnberg mussten sich erstmals in der Weltgeschichte führende Politiker und Militärs eines Staates persönlich für die Planung und Führung eines Angriffskrieges und für Massenmord vor einem internationalen Gericht verantworten. Wenn dieses Tribunal auch im Kalten Krieg lange Zeit keine Nachfolge fand, so ist es doch heute rechtshistorischer Vorläufer des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag.
28 Minuten
Farbe, s/w
DVD
Nr. 46 40475
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Deutschland nicht nur militärisch besiegt, sondern lag auch ökonomisch am Boden. Um die Wirtschaft nach Jahren des Hungers und der Not wieder auf eine solide Basis zu stellen, führten die Westalliierten am 20. Juni 1948 in ihren Besatzungszonen eine Währungsreform durch. Mit dem neuen Geld, der Deutschen Mark, gelang es, die nötige Kaufkraft zu schaffen, um die Wirtschaft anzukurbeln.
In einer Rückblende auf die Zeit vor 1945 erinnert der Film daran, dass das NS-Regime den Krieg „auf Pump“ finanziert hatte. Mit Kriegsende kamen Schwarzmarkt und Hamsterfahrten; die Reichsmark war wertlos geworden.
Nach der Potsdamer Konferenz verschärfte sich der Ost-West-Gegensatz zusehends und verhinderte eine gesamtdeutsche Währungsreform. Unter Aufsicht der Westalliierten arbeiteten deshalb deutsche Spezialisten in strenger Klausur an einer Währungsreform in den drei Westzonen. Genaue Planung und absolute Geheimhaltung waren notwendig, um das Unternehmen zum Erfolg zu führen. Seine Durchführung war eine organisatorisch-logistische Meisterleistung.
Mit der westlichen Währungsreform kam es zu einer Vertiefung der Ost-West-Spaltung; Berlinblockade und Luftbrücke folgten. Die Dokumentation beschäftigt sich ebenso mit den Auswirkungen des 20. Juni 1948 auf die „große Politik“ wie auf die Menschen in Westdeutschland und Berlin. Zeitzeugen kommen ausführlich zu Wort.
In der sowjetischen Zone fand kurz darauf eine eigene Währungsreform statt. Die anhaltende Schwäche der ostdeutschen Wirtschaft und das geringe Vertrauen in die „Ost-Mark“ förderten jedoch die Abwanderung von Arbeitskräften in den Westen. Mit dem Bau der Berliner Mauer schottete sich die DDR 1961 schließlich vollständig nach Westen ab.
Zum Abschluss des Films wird die zentrale Rolle der D-Mark im Wiedervereinigungsprozess 1989/90 gewürdigt.
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44 Minuten
Farbe, s/w
DVD
Nr. 46 40477
Der Film stellt die sechs Kanzler der „alten“ Bundesrepublik (1949-89) vor. Jeder von ihnen pflegte seinen ganz persönlichen Regierungsstil.
Die Bandbreite reicht von Konrad Adenauers „Kanzlerdemokratie“ (1949-63) bis zu Willy Brandt (1969-74), dem die Konsensfindung lieber war als sich durchzusetzen. Ob Ludwig Erhard (1963-66), der seine Kabinettsmitglieder als Herren behandelte, oder der „faire Chairman“ Kurt Georg Kiesinger (1966-69), ob der Rationalist in ethischer Absicht Helmut Schmidt (1974-82) oder Helmut Kohl (ab 1982), dem – nach seinen eigenen Worten – trotz vieler interner Diskussionen in der Koalition eine starke Stellung zukam: Jeder Regierungschef wird in seinem Versuch gezeigt, seiner Verantwortung für den westdeutschen Staat innerhalb der jeweiligen politischen Rahmenbedingungen gerecht zu werden.
Beginnend mit der Wiedergewinnung der staatlichen Souveränität und der konsequenten Westintegration unter Adenauer dokumentiert der Film anhand historischer Aufnahmen die herausragenden Ereignisse jeder Kanzlerschaft. Ausgerechnet Ludwig Erhard, der „Vater des Wirtschaftswunders“, muss nach nur drei Jahren angesichts der ersten Rezession das Amt an seinen Parteikollegen Kiesinger abgeben. Die von diesem geführte Große Koalition leitet mit effektiven Konjunkturprogrammen einen neuen Aufschwung ein und setzt gegen den Protest der Außerparlamentarischen Opposition 1968 die Verabschiedung der Notstandsgesetze durch.
Mit Willy Brandt beginnt die Ära der sozialliberalen Koalitionen. Ihre Außenpolitik steht ganz im Zeichen der Entspannung zwischen Ost und West. Wegen der Guillaume-Affäre, einem Spionagefall im engeren Beraterkreis, tritt er 1974 zurück. Sein Nachfolger Helmut Schmidt verteidigt im „Deutschen Herbst“ 1977 die Stabilität des Staates gegen die Bedrohung durch den RAF-Terrorismus. 1982 führt der Koalitionswechsel der Liberalen zum Sturz von Schmidt. Helmut Kohl löst ihn im Amt ab. Er gibt in einem Interview Auskunft über die Veränderungen in der Regierungsarbeit und der Stellung des Kanzlers seit Adenauer.
Abschließend erklärt der Pariser Politikwissenschaftler Alfred Grosser, dass die Bundesrepublik im Gegensatz zu „klassischen“ Nationalstaaten wie Frankreich oder Großbritannien 1949 auf einem ethischen Prinzip begründet worden sei: der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.
68 Minuten
Farbe
DVD
Nr. 46 40478
„Die Menschen hier im Osten erfasste ein merkwürdiger Wunderglaube“, erinnert sich Lothar de Maizière, der letzte Ministerpräsident der DDR, an die Jahre 1989 und 1990. Der Film zeigt die dramatische Entwicklung, als aus einem Bedürfnis nach Befreiung von Bevormundung und wirtschaftlich-sozialer Gleichmacherei eine Welle patriotischer Begeisterung in der DDR entstand. Zur selben Zeit schuf die Bundesregierung mit Hilfe innerdeutscher und internationaler Investitionen entschlossen die Rahmenbedingungen für die deutsche Vereinigung.
Mit der Öffnung der innerdeutschen Grenze in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989 erfüllt sich für die Bürger im Osten ein lang gehegter Wunsch. Eine Lawine von „Trabbis“, die Freude über das Begrüßungsgeld und die offensive Bereitschaft von Bundeskanzler Helmut Kohl, die historische Gelegenheit zu nutzen, prägen diese erste Phase. Spätestens seit dem Plan der Bundesregierung für eine Wirtschafts- und Währungsunion bestimmt der Westen die Richtung, die von der Bevölkerung der DDR entschlossen bestätigt wird. Bei den ersten freien Wahlen erringt die „Allianz für Deutschland“ eine klare Mehrheit: Das konservative Parteienbündnis unter Führung der (Ost-)CDU ist der deutlichste Fürsprecher einer raschen Vereinigung. Bald darauf wird mit der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion die D-Mark auf dem Gebiet der DDR eingeführt.
Bevor die Vereinigung vollzogen werden kann, muss noch das Einverständnis der früheren Siegermächte erreicht werden. Der sowjetische Präsident Gorbatschow gibt schließlich – nach jenem berühmten Gespräch mit Bundeskanzler Kohl im Kaukasus – seine Zustimmung. Moskauer Widerstände gegen eine NATO-Mitgliedschaft des vereinigten Deutschland kann die Bundesrepublik durch Wirtschaftshilfe und die Finanzierung des Abzugs der sowjetischen Besatzungstruppen ausräumen.
Auf Seiten der Westalliierten ist es insbesondere die Unterstützung der USA, die dabei hilft, die in zwei Weltkriegen begründete Skepsis der Briten und Franzosen zu überwinden. Am Ende der Dokumentation hofft eine DDR-Bürgerin, „dass nicht alle Betriebe eingehen“. Damit verweist der Film auf die bis heute bestehende wirtschaftliche Misere in den neuen Bundesländern.
43 Minuten
Farbe, s/w
DVD
Nr. 46 40481
Das Bundesverfassungsgericht ist der Hüter unserer Verfassung. Es wacht über die Einhaltung der Grundrechte und hat bei Streitigkeiten über die Auslegung des Grundgesetzes das „Recht des letzten Wortes“. Die beiden Senate mit ihren je acht Richtern entscheiden wichtige Fragen unserer politischen und sozialen Ordnung.
Als Lehre aus der Geschichte schufen die Väter des Grundgesetzes 1949 ein eigenes Verfassungsgericht, das über die Einhaltung der Grundrechte wacht. Jedermann kann mit einer Beschwerde „nach Karlsruhe gehen“, wenn er sich in seinen verfassungsmäßigen Rechten verletzt fühlt: Tausende von Bürgern beschreiten jedes Jahr diesen Weg. Zwar haben nur sehr wenige von ihnen Erfolg, gleichwohl hat diese Funktion als „Klagemauer“ des Volkes dem Bundesverfassungsgericht eine enorme Akzeptanz verschafft. Es genießt seit langem ein hohes Ansehen in der Öffentlichkeit. Durch seine jahrzehntelange Urteilspraxis zur Sicherung der bürgerlichen Individualrechte und zum Ausbau des Sozialstaates hat das Gericht selbst maßgeblich dazu beigetragen.
Ihrer Bedeutung entsprechend werden die Richter je zur Hälfte von Bundestag und Bundesrat gewählt. Der Film stellt deshalb zu Recht die Frage, wie groß der Einfluss der Parteien auf die Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts ist. In Interviews benennen Wissenschaftler, Politiker und Gerichtsmitglieder auch das manchmal prekäre Verhältnis zwischen den drei staatlichen Gewalten Gesetzgebung, Exekutive und Rechtsprechung: Das Bundesverfassungsgericht agiert an der Schnittstelle zwischen Rechtsprechung und Politik. Mit spektakulären Urteilen – etwa zum Grundlagenvertrag, zum § 218 oder zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr – hat es immer wieder in die aktuelle politische Diskussion eingegriffen.
Da kann es nicht ausbleiben, dass das Gericht auch ins Kreuzfeuer der Kritik gerät. Mahnungen, dass es nicht als Ersatzgesetzgeber auftreten oder sich politisch instrumentalisieren lassen dürfe, sind ebenso zu hören wie Beschwerden über zu lange Verfahrensdauern und die mangelnde Transparenz mancher Entscheidungen. Dennoch ist das Bundesverfassungsgericht unbestritten in seiner Bedeutung: Als „eine der hervorragendsten Neuerungen der deutschen Rechtsgeschichte“ wird es auch künftig unverzichtbar sein im Rahmen unseres Verfassungsgefüges.
Demokratische Streitkultur 29 Minuten
Farbe
DVD
Nr. 46 40479
In der Demokratie ist der Streit eine grundlegende Form der gesellschaftlichen und staatlichen Willensbildung. Entscheidend dabei ist die Frage, wie gestritten wird: Auch der demokratische Streit benötigt Regeln; schließlich soll er nicht eskalieren, sondern am Ende ein positives Ergebnis bringen. Es bedarf einer demokratischen Streitkultur, denn es hat nicht unbedingt der Recht, der am lautesten schreit. Der Film zeigt anhand einer Spielszene und mehrerer realer Streitsituationen, was man bei einer Kontroverse beachten sollte.
Demokratisches Streiten will gelernt sein: Beim Projekt „Jugend im Parlament“ üben sich politisch engagierte Jugendliche im Bundestag in der Kunst der parlamentarischen Debatte.
Die folgende Spielszene stellt eine alltägliche Konfliktsituation nach: Es geht um die Einrichtung eines Bolzplatzes für Jugendliche. Bei einem Anwohnertreffen im Wirtshaus soll eine gemeinsame Position gefunden werden, doch die Unkenntnis demokratischer Streitregeln führt dazu, dass die Kontroverse in persönliche Attacken ausartet und scheitert.
Was ist schief gelaufen? Unter Anleitung zweier Konfliktexpertinnen analysieren die Kontrahenten den Nachbarschaftsstreit. Der entscheidende Ansatz für eine demokratische Konfliktlösung ist die Klärung der Bedürfnisse aller Beteiligten: Wer will was? Mehrere demokratische Lösungsmöglichkeiten lassen sich denken: „all win“, Kompromiss oder Mehrheitsentscheid.
Klassische Beispiele für einen Kompromiss sind oft Tarifabschlüsse. Anhand eines Konflikts im Baugewerbe wird der Ablauf von Tarifverhandlungen nachgezeichnet: vom öffentlichen Schlagabtausch in den Medien über Verhandlungen unter Leitung eines Schlichters bis zur Annahme des Schlichterspruchs.
In der Politik werden Streitfragen meist per Mehrheitsbeschluss entschieden. Die Abgeordneten diskutieren im Plenum des Bayerischen Landtags öffentlich strittige Fragen. Die Anwesenheit der Medien birgt dabei die Gefahr, dass auch „Fensterreden“ gehalten werden, die weniger die Mitparlamentarier im Auge haben. Ganz anders in den nichtöffentlichen Ausschusssitzungen: Hier ist öffentliche Profilierung weder möglich noch nötig. In der Regel wird sachlich diskutiert und effizient zusammengearbeitet.
29 Minuten
Farbe
DVD
Nr. 46 40480
Die Verfassung leben – unter diesem Motto stehen die Spielhandlungen der beiden Filme von „Bürger und Staat“. An Beispielen aus dem Alltag der vier Jugendlichen Dani, Flori, Mike und Üksel illustrieren sie zwei wichtige Normen unserer Rechtsordnung. Regeln sind für ein friedliches und menschenwürdiges Miteinander unabdingbar. Die Normen der Bayerischen Verfassung und des Grundgesetzes ordnen unser Zusammenleben. Sie setzen nicht nur dem Staat Grenzen in seiner Gewaltausübung, sondern begründen auch Rechte und Pflichten des Einzelnen gegenüber der Gemeinschaft und seinen Mitmenschen.
„Bei Unglücksfällen, Notständen und Naturkatastrophen und im nachbarlichen Verkehr sind alle nach Maßgabe der Gesetze zur gegenseitigen Hilfe verpflichtet.“ (Art. 122 BV)
Mike ist ein eher verschlossener Typ, der sich – vom Alltag genervt – gern in Tagträume flüchtet. Mit dröhnendem Walkman und flegelhaftem Benehmen schottet er sich von der Umwelt und seinen Mitmenschen ab. Das positive Vorbild von Flori und Üksel erschüttert jedoch allmählich seine Einstellung und reißt ihn aus seiner Teilnahmslosigkeit. Als ein Mädchen in der U-Bahn überfallen wird, leistet er ihr Hilfe und findet dadurch neue Freunde.
(1) „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten (…)“
(2) „Diese Rechte finden ihre Schranken (…) in dem Recht der persönlichen Ehre.“ (Art. 5 GG)
Flori, ein leidenschaftlicher Naturschützer, zeigt seinen Freunden einen idyllischen Weiher, in dem seltene Tierarten leben. Dabei entdecken sie, dass illegale Bauarbeiten im Gang sind, die das wertvolle Biotop bedrohen. Die benachbarte „Teufels mühle“ soll ein Ausflugscafé mit großem Parkplatz werden. In seinem Ärger darüber inszeniert Flori eine Plakataktion, die den Verursacher der Zerstörungen persönlich verunglimpft. Dafür beruft sich Flori auf seine Meinungsfreiheit. Sein Vater klärt ihn auf, dass dieses Grundrecht auch Schranken hat. Der richtige Weg ist es vielmehr, dem Umweltsünder sein Vergehen zu beweisen.
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30 Minuten
Farbe
DVD
Nr. 46 40484
„War ja nichts Besonderes, was wir machten. Ging ja bloß um die Action." Mit diesem Satz erklärt Florian seine Teilnahme an einer nächtlichen Randale. Abenteuerlust, Gruppenzwang und insbesondere schwierige Familienverhältnisse sind in der Regel dafür verantwortlich, dass junge Menschen straffällig werden. Wie wenig sich die Betroffenen oft der Folgen ihres Tuns bewusst sind, zeigt der als spannender Krimi gestaltete, gleichwohl einfühlsame Film an einem Fallbeispiel.
Die drei Jugendlichen Sascha, Willi und Florian werden dabei beobachtet, wie sie nachts mehrere Autos beschädigen und Sachen entwenden. Am folgenden Tag gehen die Anzeigen wegen Sachbeschädigung ein. Ein Zeuge sagt aus, dass er Florian auf der Flucht gesehen hat. Die Polizei beginnt mit der Ermittlung der Täter. Sie fasst zuerst Florian, der zunächst seine Freunde zu decken versucht. Recherchen im Vorstrafenregister und beim LKA ermöglichen schließlich die Festnahme Saschas.
Der Jugendgerichtshelfer besucht Sascha in der Untersuchungshaft. In Zusammenarbeit mit dem Jugendrichter ermittelt er anschließend im persönlichen Bereich der Täter, um dem Erziehungsauftrag des Jugendstrafrechts nachzukommen: Der Jugendgerichtshilfe geht es mehr um den Täter als um die Tat, mehr um Erziehung als um Strafe. Deshalb soll den Jugendlichen in erster Linie bei der Lösung derjenigen Probleme geholfen werden, die zu ihrer Straffälligkeit geführt haben. Während der Verhandlung vor dem Jugendgericht zeigt Florian wachsende Einsicht und distanziert sich mehr und mehr von dem schon vorbestraften Sascha, den er bisher bewundert hat. Vor Gericht entsteht von den drei Beteiligten ein klares Täterbild, das die Grundlage für die Urteilsfindung bildet. So führt die gemeinsam begangene Tat zu höchst unterschiedlichen Strafen, weil das Gericht die jeweilige persön - liche Vorgeschichte und das individuelle Unrechtsbewusstsein der Jugendlichen berücksichtigt.
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29 Minuten
Farbe
DVD
Nr. 46 40483
Das Alter ist die dritte Phase unseres Lebens. Da die Menschen immer älter werden, kann sie heute bis zu 40 Jahre dauern. Der Film zeigt anhand von Beispielen, wie Senioren diese Zeit aktiv gestalten können, aber auch, welche Probleme und Einschränkungen die letzten Lebensjahre häufig mit sich bringen.
Die „autarken Alten“ nutzen und genießen ihre neu gewonnenen Freiheiten. Nach dem Ende ihres Arbeitslebens wollen sie nachholen, was sie bisher versäumt haben. Manche von ihnen verwirklichen sich selbst, indem sie sich künstlerisch betätigen, z. B. malen oder singen, andere wiederum engagieren sich in sozialen Projekten, etwa indem sie benachteiligte Jugendliche fördern.
Jeder möchte alt werden – alt sein dagegen will keiner, denn mit steigendem Alter baut der Mensch körperlich und geistig ab. Außerdem leiden Senioren nach dem Tod ihrer Bezugspersonen häufig unter Einsamkeit. Altenzentren versuchen diese Schattenseiten der dritten Lebensphase zu mildern. So bieten sie etwa Tagesbetreuungen an für allein Wohnende oder Gedächtnistraining gegen Altersdemenz. Am Beispiel von vier Schwestern wird deutlich, wo die Grenzen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter liegen. Das Betreuungsrecht hilft dabei, die individuellen Persönlichkeitsrechte hilfloser alter Menschen zu wahren.
Häusliche Betreuung durch Angehörige endet spätestens dann, wenn die körperliche und geistige Hinfälligkeit der Betroffenen zu groß wird. Viele Senioren müssen deshalb die letzte Zeit ihres Lebens in einem Pflegeheim verbringen. Eine Angehörige, eine Heimleiterin und zwei junge Pflegepraktikantinnen erzählen aus ihrer jeweiligen Perspektive über das Leben und den täglichen Umgang mit pflegebedürftigen Alten. Sie berichten von ihren Bemühungen, den Menschen und ihren Bedürfnissen gerecht zu werden, von den Grenzen ihrer Hilfsmöglichkeiten, aber auch von ihren aus dem unmittelbaren Kontakt gewonnenen Einsichten über das Alter und den Tod.
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28 Minuten
Farbe
DVD
Nr. 46 40485
Wasser – „der köstlichste Besitz dieser Erde“ (Saint-Exupéry) – ist nicht nur in fernen Wüstengebieten knapp. Zumindest sauberes Wasser steht auch hierzulande nur in begrenzter Menge zur Verfügung.
In Deutschland, wo pro Kopf täglich etwa 140 Liter verbraucht werden, ist das Trinkwasser mitunter derart stark mit Schadstoffen belastet, dass z.B. die Gesundheit von Kleinkindern ernsthaft gefährdet sein kann. Der Film stellt Wasser als eine unentbehrliche Grundlage des Lebens vor, deren Qualität und Quantität nur durch verantwortungsvollen Umgang erhalten werden können.
Bayern gewinnt sein Trinkwasser zu 95 % aus dem Grundwasser, der Rest kommt aus Talsperren, Quellen und Flüssen. Seiner Sicherung dienen ca. 4000 großflächig ausgewiesene Wasserschutzgebiete, was mit hohen Auflagen für die Grundbesitzer verbunden ist.
Dennoch sind die Böden häufig bereits so stark verseucht, dass sie ihre Filterfunktion im Wasserkreislauf nicht mehr erfüllen können: Giftiger Industriemüll, Arzneimittelrückstände, Abgase und vor allem nitrathaltige Pflanzenschutzmittel sind Belastungsfaktoren.
Als Beispiel für Maßnahmen zum Schutz der Wasserqualität stellt der Film zunächst die Prüfstation für Trinkwasser im Straubinger Wasserturm vor. Hier können aufgrund der Intensivlandwirtschaft im Gäuboden die EU-Richtlinien nur durch Mischung mit reinem Tiefenwasser erfüllt werden.
Das „Münchner Modell“ im Mangfalltal beweist dagegen, dass ökologischer Landbau der wirksamste Grundwasserschutz ist. Mehr als 100 Betriebe nehmen dort an den Kulturlandschaftsprogrammen der Bayerischen Staatsregierung teil. Sie erhalten dafür finanzielle Zuschüsse.
Im letzten Filmabschnitt geht es um sparsamen Wasserverbrauch: Es werden verbreitete Beispiele für Fehlverhalten gezeigt, z. B. häufiges Wannenbaden, und Tipps zur effektiven Reduzierung des Verbrauchs gegeben: Durchlaufbegrenzer an Wasserhähnen oder die Nutzung von Regenwasser für die Waschmaschine senken die Wasserrechnung spürbar.
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29 Minuten
Farbe
DVD
Nr. 46 40486
Der Boden bedeckt die Erdoberfläche wie eine dünne Haut. In unserer modernen Zeit dringt erst langsam wieder ins Bewusstsein der Menschen, dass er nicht nur Nutzfläche und Produktionsmittel ist, sondern vor allem unsere Lebensgrundlage. Wie geht der Mensch mit dem Boden um? Welchen Belastungen ist dieses komplexe Ökosystem ausgesetzt? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Films.
Zu Anfang wird am Beispiel eines Flussbettes veranschaulicht, wie sich auf blankem Gestein allmählich Organismen ansiedeln und anschließend daraus Boden entsteht. Erst danach kann ihn der Mensch landwirtschaftlich nutzen, früher mittels der traditionellen, personalintensiven Kreislaufwirtschaft, heute mit den agrar-industriellen Techniken des 21. Jahrhunderts.
Mit diesem Wandel ist jedoch ein Nützlichkeitsdenken entstanden, das keine Rücksicht nimmt auf die zahlreichen Bodenorganismen und deren wichtige Funktionen für das ökologische Gleichgewicht im Boden. Daraus ergeben sich aktuelle Probleme wie Nährstoffüberdüngung, Humusverlust oder Erosion. Sie haben ihren Ursprung in der fortschreitenden Verstädterung. Ihr ausgreifender Flächenverbrauch und ihre Altlasten sind in der Zukunft die nachhaltigsten Bedrohungen für die Lebensgrundlage Boden.
Deshalb wurden Maßnahmen für den Bodenschutz nötig, etwa das im März 1999 in Kraft getretene Bundesbodenschutzgesetz. Das Bayerische Landwirtschafts - ministerium bietet darüber hinaus Lehrgänge für Landwirte über Eigenschaften und Bedürfnisse der verschiedenen Bodenarten an. Ökobauern besinnen sich auf traditionelle Bearbeitungsmethoden und behandeln heute den Boden wieder als wertvollen Organismus. Außerdem sind die Gemeinden verpflichtet, für nutzungsfreie Flächen zu sorgen. Das fördert beispielsweise die Renaturierung von Mooren.
Zum Schluss mahnt der Film zur Reduzierung der Ansprüche gegenüber dem „endlichen“ Gut Boden. Es darf dem persönlichen Recht auf Eigentum und Nutzung nicht vollständig geopfert werden!
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30 Minuten
Farbe
DVD
Nr. 46 40487
Bequem und günstig lassen wir uns heute mit dem Flugzeug an unsere Traumziele tragen. Dieser Komfort ist aber teuer erkauft: Die Zahl der Flugreisen nimmt ständig zu und mit jedem Flug wächst die Luftverschmutzung. Zu Beginn des Films erläutert ein Flugkapitän das Phänomen des Fliegens. Einrichtungen wie Lotsendienste, „Luftstraßen“, komplexe Koordinations- und Wetterradarsysteme gehören zur Infrastruktur der modernen Luftfahrt und sollen die Flugsicherheit garantieren. Der Mensch muss atmen – wie die meisten anderen Lebewesen bezieht auch er seinen Sauerstoff aus der Luft. Deren Zusammensetzung hat sich jedoch im Laufe der letzten 100 Jahre durch Schadstoffemissionen so stark verändert, dass die Auswirkungen auf das Klima und die Gesundheit des Einzelnen heute unübersehbar geworden sind. Deshalb beobachten Forschungseinrichtungen wie das Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen den vom Menschen verursachten Klimaeffekt.
Bayern verfügt seit einigen Jahren über ein flächendeckendes lufthygienisches Überwachungssystem. Es schlägt sofort Alarm, wenn sich die Schadstoffkonzentration in der Luft den kritischen Werten nähert. Die Fäden dieses Kontrollsystems laufen im Bayerischen Landesamt für Umweltschutz zusammen. Das Amtsgebäude selbst ist ein hochmoderner Gebäudekomplex: Sein solargespeistes Heizungssystem arbeitet nahezu schadstofffrei. Ausführlich beschäftigt sich der Film mit dem Schadstoff Ozon, der als Sommersmog Mensch und Natur belastet. Gezeigt werden Forschungsprojekte über die Langzeitwirkung auf alte Bäume und über den Zusammenhang zwischen der Staubkonzentration in der Luft und bestimmten Krankheiten beim Menschen. Manche Bevölkerungsgruppen leiden besonders unter schlechter Luft, an erster Stelle alte Menschen. Ein erhöhtes Risiko tragen auch die Raucher, bei ihnen ist es allerdings selbst verschuldet.
Zum Schluss eine positive Bilanz: In den letzten Jahrzehnten hat sich die Luftqualität bei uns erheblich verbessert – aber ausruhen dürfen wir uns deshalb nicht! Jeder Einzelne kann etwas zur Reinhaltung der Luft beitragen. Der Film bietet Anregungen zum individuellen Engagement.
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30 Minuten
Farbe
DVD
Nr. 46 40488
Unerwünschte, störende Geräusche bezeichnet man als Lärm. Und als Lärmverursacher gelten natürlich immer die anderen. Tatsächlich trägt aber jeder von uns täglich mit dazu bei, dass die Lärmbelastung immer größer wird. Der Film fasst deshalb Lärm als eine Form der Umweltverschmutzung auf. Was ist Lärm überhaupt? Der Film nähert sich dieser Frage zunächst von naturwissenschaftlicher Seite: Experimentell werden Schallwellen sichtbar ge macht. Anschließend erklärt eine Ärztin am Modell eines Ohres den Vorgang des menschlichen Hörens.
Die Wahrnehmung von Geräuschen hilft dem Menschen, sich in seiner Umgebung zurechtzufinden. Unterschiedliche Töne und Lautstärken bieten uns Orientierung im Alltag, zu großer Krach kann jedoch das empfindliche Sinnesorgan Ohr verletzen. Der Klang einer Sirene etwa warnt uns vor drohender Gefahr, der Knall eines Feuerwerkskörpers wiederum kann Spaß machen, aber auch im wahrsten Sinne des Wortes ohrenbetäubend sein.
Mit dem wachsenden Verkehr und der steigenden Anzahl von Maschinen und Geräten in unserer Umwelt schaukelt sich der allgemeine Lärmpegel immer weiter auf. Zusätzlich gefährden sich Jugendliche häufig selbst durch über laute Musik. Fachleute schätzen, dass etwa 10 % von ihnen mit Gehörschäden zu rechnen haben. Der tägliche Lärm auf der Straße und im Betrieb lässt den Menschen zu sehends abstumpfen. Mittlerweile schaffen allerdings Tests für Geräusch emissionen und verschiedene Forschungsprojekte die wissenschaftlichen Voraussetzungen für zeitgemäßen Lärmschutz. Konkrete Maßnahmen, etwa das Lärminformationssystem der Stadt Augsburg, sollen für Abhilfe sorgen.
„Musik wird oft als Lärm empfunden, weil sie mit Geräusch verbunden.“ Kein Satz beschreibt treffender das subjektive Element, das dem Begriff Lärm innewohnt. Bei der Produktentwicklung werden heutzutage sogar spezielle Soundprofile entworfen, um den Kaufanreiz beim Kunden zu steigern. Gleichzeitig wächst die Lärmbelastung in Deutschland ständig. Experten stufen sie mittlerweile als krank machend ein, denn diese Dauerbelastung versetzt den Menschen in permanente Fluchtbereitschaft. Deshalb wird dringend empfohlen, die Umweltbelastung Lärm zu verringern. Krach macht Spaß und Lärm macht krank! Um diesen Widerspruch aufzulösen, empfiehlt der Film am Schluss, unser eigenes Lärmverhalten immer wieder kritisch zu überdenken und Rücksicht auf andere zu nehmen.
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34 Minuten
Farbe
DVD
Nr. 46 40491
Was ist Heimat eigentlich? Ein Ort? Ein Zustand? Ein Gefühl? Der Film zeigt, wie facettenreich der Begriff „Heimat“ tatsächlich ist.
Der Schindelmacher Hermann Wechs lebt die traditionelle Vorstellung von Heimat. Für ihn ist sie das Elternhaus, höchstens noch der Geburtsort. Seine Familie wohnt seit Generationen in dem Allgäuer Dorf Hinterstein; hier kennt er jeden, weiß über alles Bescheid und erlebt so Geborgenheit.
Wird der Heimatbegriff in der Kindheit geprägt? Die Sudetendeutsche Ingeborg Neumeyer wurde 1945 fünfzehnjährig aus ihrer Heimat vertrieben. Obwohl sie nun seit 57 Jahren in Bayern lebt, konnte sie hier nie richtig heimisch werden. Heimatverlust kann dauerhafte Traumatisierung erzeugen. Dem betroffenen Menschen bleibt lebenslang ein Gefühl des Unbehaustseins.
Der Schauspieler Jörg Hube ist zwar in München aufgewachsen, stammt aber aus Neuruppin. In seinem Bemühen um Heimat musste er spezielle „Antennen“ entwickeln, um sich assimilieren zu können. Dies sei ihm „im Großen und Ganzen“ gelungen, gleichwohl bleibe immer ein Rest Distanz zum Heimatgefühl. Am ehesten ist ihm die bairische Sprache Heimat: Mundart, sagt Hube, biete ein Gefühl von Identität.
Der Schlierseer Markus Wasmeier lebt völlig mit sich und seiner Heimat im Einklang. Allerdings ist dem vielgereisten Sportler erst durch seine häufige Abwesenheit wirklich klar geworden, was ihm diese Heimat bedeutet. Deshalb versucht er heute, sie zu retten: In einem Freilandmuseum trägt er alte Bauernhäuser zusammen.
Viele Menschen sind heute sehr mobil. Deshalb ist Heimat nur noch selten ein Ort; sie wird zunehmend durch das soziale Umfeld definiert. Der junge Manuel Maggio aus Fürstenried macht mit seinen Freunden Hip-Hop. Heimat ist ihm in erster Linie die Musik mit seiner Band, aber auch der eigene Jargon und das Outfit: Sie sind Identitätsmerkmale der Gruppe und schaffen einen verbindenden sozialen Raum. Was also ist Heimat? Auf alle Fälle ist sie für jeden etwas anderes. Zugleich steht der Heimatbegriff aber immer in enger Verbindung mit einem Bedürfnis nach Geborgenheit. Heimat ist nichts Festgefügtes, sondern etwas, um das man sich täglich neu bemühen muss, ein ständiger Balanceakt zwischen Herkunft, Tradition und Zukunft.
28 Minuten
Farbe
DVD
Nr. 46 40490
Mit der Entdeckung Amerikas begann vor 500 Jahren die Geschichte des Welt - handels. Dank des Fortschritts auf den Gebieten Transport und Verkehr, Telekommunikation und Information hat sich der globale Waren- und Kapitalaustausch inzwischen enorm beschleunigt. Internationale Zusammenschlüsse und Zollabkommen wie GATT und WTO sowie der Zusammenbruch des Ostblocks nach 1989 haben zu einer weitreichenden Liberalisierung und gewaltigen Ausweitung des Welthandels geführt.
Diese Entwicklung birgt Risiken und Chancen. Hierzulande müssen Betriebe flexibel und hoch spezialisiert sein, um ohne Arbeitsplatzverluste im wachsenden internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Für die Entwicklungsländer ist die aktuelle Bilanz ebenfalls zwiespältig: einerseits mangelnde Sozialstandards sowie Umweltkatastrophen, andererseits die zunehmende Einbindung ihrer Märkte und Waren in den Welthandel. Allerdings behindern die Industriestaaten mit ihren Subventionen nach wie vor einen fairen Handel auf dem für die Entwicklungsländer so wichtigen Agrarsektor. In den neunziger Jahren offenbarte die „Asienkrise“ auch die Gefahren, die aus der unkontrollierten globalen Bewegung gigantischer Finanzmengen entstehen können. Devisenspekulationen warfen eine Reihe von Schwellenländern in ihrer Entwicklung um Jahre zurück.
Der Film stellt einen bayerischen Mittelständler mit globalen Handelsverbindungen vor. Wirtschaftswissenschaftler, Globalisierungskritiker und Vertreter namhafter Konzerne erläutern aus ihrer Sicht die Folgen der Globalisierung: Internationale Zusammenarbeit und ein fairer Interessenausgleich bieten die vernünftigsten Lösungsansätze, um die Probleme zu überwinden.
28 Minuten
Farbe
DVD
Nr. 46 40496
Europa ist bunt und vielgestaltig – und doch soll es gleichzeitig als politische Einheit funktionieren. Dieser Zwiespalt lässt sich nur dadurch auflösen, dass die EU konsequent zu einem Europa der Regionen ausgestaltet wird. So ist es möglich, eine gemeinsame Union zu bauen, und zugleich kann jede Region ihre Identität bewahren.
Aber was ist eine europäische Region? Der Film zeigt zunächst am Beispiel Frankens, was eine Region traditionellerweise ausmacht: der typische Charakter ihrer Landschaft und Architektur ebenso wie die gemeinsame Geschichte und Sprache. Für die EU ist allerdings die politische Region maßgeblich, denn nur sie ist klar abgrenzbar und verfügt über gewählte Repräsentanten. Jeder EU-Staat ist in solche politischen Regionen untergliedert; in Deutschland sind es die Bundesländer. Größe und Bedeutung der europäischen Regionen variieren jedoch genauso wie ihre Interessen. Ein Ziel eint die europäischen Regionen aber über alle Grenzen hinweg: der Wunsch, ihre Eigenständigkeit so weit wie möglich zu bewahren. Das Subsidiaritätsprinzip, das inzwischen Eingang in die Europäischen Verträge gefunden hat, besagt, dass Entscheidungen möglichst bürgernah erfolgen sollen. Nur dort, wo gemeinsames Handeln unbedingt erforderlich ist, soll die Union eingreifen.
Die Regionen verfügen in Brüssel über eigene Büros: Die bayerische Landesvertretung hält die Staatsregierung über alle Vorgänge dort auf dem Laufenden und berät umgekehrt die EU-Kommission bei ihrer Arbeit. Darüber hinaus sind die Regionen mit dem „Ausschuss der Regionen“ auch institutionell in das europäische Entscheidungsverfahren eingebunden. Der Ausschuss wird zu allen Vorschlägen der Kommission angehört, die regionale Bedeutung haben.
Praktische regionale Zusammenarbeit, auch über mehrere Grenzen hinweg, zeigt schließlich das Beispiel der Euregio Egrensis, zu der sich bayerische, sächsische und böhmische Landesteile zusammengeschlossen haben. Grenzüberschreitende Verständigung und Wirtschaftskooperation, der Ausbau der Verkehrsverbindungen, aber auch der Kultur- und Schüleraustausch helfen, die Stärken des gesamten Gebiets zu bündeln.
Das Europa der Regionen steht für ein Zusammenwachsen der Regionen bei gleichzeitiger Achtung der Eigenständigkeit der Nachbarn.
29 Minuten
Farbe
DVD
Nr. 46 40497
Curitiba, eine Millionenstadt in Südbrasilien, unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht von den anderen Metropolen des Landes: moderne Hochhäuser, umgeben von einem Ring aus primitiven Bretterbuden. Hier gibt es dieselben Probleme wie überall: explodierende Favelas, Arbeitslosigkeit und ein knappes kommunales Budget. Dennoch ist Curitiba anders: Die Experten sind sich einig, dass sie ihre Zukunft besser meistern wird als andere.
Was unterscheidet Curitiba von anderen brasilianischen Großstädten, wo die Armenviertel gezeichnet sind von Drogen und Bandenkriegen? Warum ist die Stadt eine Insel der Zuversicht, in deren Favelas es kaum Kriminalität gibt, dafür aber umso mehr Optimismus, Engagement und Solidarität? Der frühere Bürgermeister Lerner, eigentlicher Schöpfer des „Modells Curitiba“, sagt: „Der wesentliche Unterschied ist, dass sich die Menschen respektiert fühlen.“
Um einen solchen Wandel herbeizuführen, braucht es engagierte Politiker, die sich für die Bevölkerung einsetzen, und überzeugende Projekte, die alle Bürger unterstützen. Dann kann sich ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln, die Menschen fühlen sich mitverantwortlich und helfen sich auch gegenseitig.
Die Stadt hat für ihre Bürger u. a. ein hocheffizientes öffentliches Nahverkehrssystem eingerichtet und das Erziehungs- und Ausbildungswesen enorm verbessert. Heute finden sich allerorts kommunale Programme und ehrenamtliche Helfer, die sich um die Lösung praktischer Probleme in der Stadt ebenso kümmern wie um die Integration von Neuzuwanderern und sozial Deklassierten.
So ist eine solidarische Bürgergemeinde entstanden, die sich nicht nur durch ihren Gemeinsinn auszeichnet, sondern angesichts der knappen städtischen Kassen auch durch ihre Kreativität. Da können Arbeitslose eingesammelten Müll gegen Lebensmittel tauschen, werden ausrangierte Busse zu Schulungsräumen umfunktioniert oder aus Alteisen eine Einkaufspassage und sogar ein ganzes Opernhaus gebaut. Die Stadt unterhält ein eigenes Ideenlabor, in dem Bürgervorschläge gesammelt und weiterentwickelt werden.
Mit dieser Mischung aus Solidarität und Innovation ist es den Curitibanern ge - lungen, die bedrohlichsten Symptome der urbanen Krise zu überwinden. Deshalb können sie voll Selbstvertrauen und Gelassenheit in die Zukunft blicken.
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