Integration durch Fußball
Zur Rolle eines politischen, sozialen und medialen Phänomens
Der Sport und in besonderer Weise der Fußball nehmen in unserer öffentlichen Kommunikation eine zentrale Rolle ein, er ist mediales Event und Metapher, Kompensation der Wirklichkeit und sie selbst zugleich. Für die Landeszentrale wird der Fußball damit selbstverständlich auch zu einem Gegenstand des Interesses im Sinne der politischen und zeithistorischen Bildung. Der Interessensgegenstand „Fußball“ mag auf den ersten Blick jenseits der Programmatik kanonisch eingeführter Themenfelder liegen, sicherlich auch jenseits einer Politikvermittlung, die oft genug in einer begrifflich selbstreferentiellen und im Grunde doch niedrigmentalen Isolation verharrt. Vielleicht allerdings führt die Beschäftigung mit dem Fußball als Focus gesellschaftlicher Wirklichkeit und als Medium für zeitgeschichtliche Längsschnitte unversehens sehr nahe an die Dinge selbst. Der „BLZ-Report“ thematisiert in diesem Zusammenhang zwei Aspekte. Zum einen geht es um eine historische Annäherung, die unter dem hier unausweichlichen Titel „Fußball ist unser Leben“ das Jubiläumsjahr des „Wunders von Bern“ nur zum Anlass nimmt, um – gebrochen in der unmittelbaren Sporthistoriografie – nichts weniger als eine exemplarische kulturgeschichtliche Reflexion über Deutschland im 20. Jahrhundert anzustrengen. Zum anderen beleuchten wir schlaglichtartig eine seit zwei Jahren lebendige Kooperation der Landeszentrale mit den Behindertenfanclubs des FC Bayern München und des 1. FC Nürnberg. Dieses Engagement schärft nicht nur die Wahrnehmung der Zivilität unseres Umgangs miteinander, sie trägt auch dazu bei, dass die Würdigung von Menschen mit Handicap gerade im Kontext sportiver Spaßkultur befördert wird. Einen Einblick in diese Aktivitäten vermittelt das untenstehende Interview, das am 6. 10. 2003 in der Landeszentrale geführt worden ist. Beteiligt waren die Vertreter des Rollstuhlfahrerfanclubs des FC Bayern München, Herr Czogalla und Herr Hofmann, und der Projektleiter der Allianz Arena (München Stadion GmbH), Herr Muth, sowie für die LZ die Herren Dr. März und Karg.