EINSICHTEN UND PERSPEKTIVEN

Bayerische Zeitschrift für Politik und Geschichte
Beilage der Bayerischen Staatszeitung   |   Herausgegeben von der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit

Inhalt der Ausgabe 04/2004

Interview mit Dr. Walter Schön, Amtschef der Bayerischen Staatskanzlei
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Elke Thiel:
Grüße aus Shqiperi: Als Gastprofessorin in Albanien
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Iris Hofer:
Die Holocaustausstellung im Imperial War Museum
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Neue Publikationen und Wandzeitungen:
Der Erste Weltkrieg
Afrika – ein verlorener Kontinent?
Sicherheit und Frieden zu Beginn des 21. Jahrhunderts
Böhmen und mähr ...
20. Juli 1944
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Veranstaltungshinweis: Symposium zum Schwellenjahr 1944
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Peter März:
Zwischen dem langen 19. Jahrhundert und dem kurzen 20. Jahrhundert: Der Erste Weltkrieg, Teil 2
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Neue Publikationen der Landeszentrale

 

Der erste Weltkrieg - Vorgeschichte und Ausbruch

 


Afrika – ein verlorener Kontinent?

Afrika – ein verlorener Kontinent? Geht man von dem Bild aus, das die Medien täglich in unsere Wohnzimmer tragen, so kann man diese Frage nur bejahen: Nachrichten über Dürren, Überbevölkerung, Armut, Hunger, Bürgerkriege und Völkermord haben unser Afrikabild geprägt.

Auch die nüchternen Fakten wissenschaftlicher Analysen sprechen eine ähnliche Sprache. Noch immer gehören 33 der 48 Staaten Schwarzafrikas zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Die Lebenserwartung der Afrikaner liegt immer noch bei nur etwa 51 Jahren, in einigen Staaten sogar bei weniger als 40 Jahren. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt um die Hälfte niedriger als bei den anderen Entwicklungsländern und ist von 1980 an nicht gewachsen, sondern sogar noch leicht geschrumpft. Der Anteil der schwarzafrikanischen Staaten am Weltexport verringerte sich im selben Zeitraum von 4 Prozent auf nur noch 1,5 Prozent. Etwa ein Drittel der Bevölkerung Afrikas, das sind rund 170  Millionen Menschen, litten Hunger. In 54 Staaten kam es zu Kriegen und bewaffneten Auseinandersetzungen. Etwa 23 Millionen Menschen waren Mitte der 90er Jahre innerhalb ihres Landes oder grenzüberschreitend auf der Flucht.

Und dennoch dürfen auch die positiven Signale nicht übersehen werden. Über 20 afrikanische Staaten weisen Wachstumsraten zwischen 4 und 6 Prozent, ein gestiegenes Pro-Kopf-Einkommen, eine hohe Spar- und Investitionsquote, steigendes Industrialisierungsniveau und auch Exporterfolge auf. Die Analphabetenquote ist von 67,5 Prozent auf unter 50 Prozent geschrumpft. Und auch im Bereich Demokratisierung und Verwirklichung der Menschenrechte zeigen sich Erfolge: Immerhin zählen 23 der afrikanischen Staaten zu den „Transitionsländern“, die auf dem Weg zu Rechtsstaatlichkeit und parlamentarischer Demokratie schon ein Stück vorangekommen sind.

Die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit will mit ihrer neuen Publikation „Afrika – ein verlorener Kontinent?“ zu einer Differenzierung unseres Afrikabildes beitragen. Dieser Band will die Vielschichtigkeit der Entwicklung des afrikanischen Kontinents sowie die Ursachen für die unterschiedlichen Entwicklungswege aufzeigen.

 

Sicherheit und Frieden zu Beginn des 21. Jahrhunderts

Die mörderischen Terroranschläge am 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington haben zwar keineswegs die Welt aus ihren Fugen gebracht, doch zweifellos verlangt dieses Ereignis nach einer Neubestimmung der sicherheitspolitischen Prioritäten.

Diese neue, gewaltige Herausforderung trifft auf eine verunsicherte, sich ohnehin im Wandel befindliche sicherheitspolitische Landschaft, denn auch schon die 90er Jahre waren geprägt von Unsicherheit, Wandel und der Suche nach neuen Sicherheits- und Friedensstrukturen. Mit dem Ende des Ost-West-Konfliktes mit seinen überschaubaren Konfliktlinien waren auch die Zeiten vorbei, in denen sich die internationale Sicherheitspolitik in erster Linie mit dem Management der Beziehungen der beiden „Supermächte“ USA und UdSSR und deren Blöcke beschäftigte, wobei sich die sicherheitspolitischen Debatten primär um den nuklearen Rüstungswettlauf, um die Funktion von Militärallianzen und um das Modellieren möglicher Kriegsszenarien an den Frontlinien zwischen Ost und West drehten.

Mit dem Wegfall der bipolaren Strukturen gestalten sich die Versuche der Neubestimmung der Sicherheitspolitik wesentlich komplizierter, weil sich Akteure, Themen und Konfliktkonstellationen vervielfacht haben. Die zunehmende Komplexität und wachsende Ungewissheit führten zwar zu inhaltlicher Ausweitung und zu einem umfassenden Sicherheitsbegriff, der neben militärischen und politischen auch wirtschaftliche, soziale, kulturelle und ökologische Faktoren enthält. Doch – gerade auch wegen des 11. Septembers – lässt sich heute immer weniger eindeutig festlegen, wo dessen Grenzen gezogen werden sollen.

Die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit möchte mit dieser Neuauflage dazu beitragen, die neuen – globalen – Herausforderungen, die sich der Sicherheitspolitik auch unseres Landes stellen, deutlich ins Bewusstsein zu rufen, und hofft, dass damit viele, vor allem junge Menschen angeregt werden, sich mit dem schwieriger gewordenen Thema „Sicherheit und Frieden“ zu beschäftigen.

 

Böhmen und mähr...

 

Der 20. Juli 1944. Staatsstreich gegen Hitler

 

 

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