BLZ-REPORT

Die Bayerische Landeszentrale berichtet
Beilage der Bayerischen Staatszeitung   |   Redaktion: Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit

Inhalt der Ausgabe 03/2004

Neuerscheinung: „Die politische Ordnung in Deutschland“
mehr...

Peter März:
Zwischen dem langen 19. Jahr-
hundert und dem kurzen 20. Jahrhundert: Der Erste Weltkrieg mehr...

Peter März:
Torgau an der Elbe
mehr...

Studien- und Informationsfahrt
in die Pfalz
mehr...

Monika Franz:
Fundamente europäischer
Identität, Teil II
mehr...

Nachgefragt: Nationalstaatlicher Gestaltungsspielraum im Rahmen der EU
mehr...

 

 

Neuerscheinung: „Die politische Ordnung in Deutschland“

In der Landeszentrale ist jetzt das G-Heft zur politischen Ordnung in Deutschland wieder verfügbar (in der wesentlich erweiterten und aktualisierten 11. Auflage). Das „G 1“ informiert umfassend, straff und stringent über die wesentlichen Strukturprinzipien der politischen Ordnung in Deutschland wie auch – und dieser Teil ist in der neuen Auflage besonders ausführlich ergänzt worden – über die neuen Koordinaten innerhalb der Europäischen Union, ohne die nationalstaatliche Mechanismen kaum mehr hinreichend beschreibbar sind.

Auszüge aus der Publikation:

Am 9. Mai 1950, fünf Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, unterbreitete der damalige französische Außenminister Robert Schuman in einer Regierungserklärung den Vorschlag, als ersten Schritt zu einer „europäischen Föderation“, „die Gesamtheit der französisch-deutschen Kohle- und Stahlproduktion einer gemeinsamen Hohen Behörde zu unterstellen, in einer Organisation, die den anderen europäischen Ländern zum Beitritt offen steht. […] Die Solidarität der Produktion […] wird bekunden, dass jeder Krieg zwischen Frankreich und Deutschland nicht nur undenkbar, sondern materiell unmöglich ist. […] So wird einfach und rasch die Zusammenfassung der Interessen verwirklicht, die für die Schaffung einer Wirtschaftsgemeinschaft unerlässlich ist und das Ferment einer weiteren und tieferen Gemeinschaft der Länder einschließt, die lange Zeit durch blutige Fehden getrennt waren.“ Die Rede Schumans wird heute als „Geburtsstunde“ der Europäischen Union angesehen, der 9. Mai als „Europatag“ gefeiert.

Den bereits erwähnten drei Teil-Gemeinschaften EGKS (1951/
1952), EWG und EAG (1957/8)
gehörten zunächst mit Frankreich, Deutschland, den Benelux-Ländern und Italien sechs europäische Nationen an. Langfristiges Ziel der mit den Römischen Verträgen gegründeten EWG sollte die Schaffung eines gemeinsamen Marktes mit freier Mobilität aller Produktionsfaktoren sein; die EURATOM widmete sich v. a. der Förderung der Kernkraftindustrie und der Versorgung mit Energie. Neben den wirtschaftlichen Vorteilen dieser Verträge verfolgte Bundeskanzler Konrad Adenauer vorrangig das Ziel der Westintegration der Bundesrepublik Deutschland, um einen künftigen Krieg mit den ehemaligen Kriegsgegnern in Europa auszuschließen und die Bundesrepublik gegenüber dem kommunistischen Osten Europas abzusichern.

[. . .]

Diskutiert werden in Deutschland Reformen der föderalen Struktur des Landes. Themen in dieser Reformdebatte sind vor allem

[. . .]

Die Terroranschläge des 11. September 2001 in New York und Washington stellten das NATO-Bündnis vor eine neue Herausforderung. Bereits am 12. September erklärte der NATO-Rat, dass die Terrorangriffe gegen die USA als Angriffe auf alle Bündnispartner im Sinne der Beistandsverpflichtung nach Art. 5 des NATO-Vertrages zu werten seien und rief am 2. Oktober 2001 erstmals in seiner Geschichte den Bündnisfall aus.

Unter der Führung der USA formierte sich allerdings anstatt eines koordinierten NATO-Einsatzes eine breite Ad-Hoc-Koalition zum Kampf gegen den weltweiten Terrorismus. Die „Anti-Terror-Koalition“ begann am 7. Oktober 2001 den Angriff auf Afghanistan mit dem erklärten Ziel, das dort herrschende terroristische Regime der Taliban zu entmachten. Die völkerrechtliche Legitimation für den Angriff schufen die Resolutionen 1368 (2001) und 1373 (2001) des VN-Sicherheitsrates. In der so genannten Operation „Enduring Freedom“ spielte die NATO nur eine nebengeordnete Rolle.

Die Truppen-Beiträge der Verbündeten beschränkten sich im Wesentlichen auf Überwachungs- und Präsenzmissionen im Mittelmeer, am Horn von Afrika oder in Kuwait. Die Bundesrepublik Deutschland beteiligte sich bei der vom VN-Sicherheitsrat autorisierten International Security Assistance Force (ISAF) zum Neubeginn und Wiederaufbau Afghanistans mit bis zu 2 300 Soldaten an dem multinationalen Streitkräfteverband von insgesamt 4 800 Soldaten aus 18 Nationen. Seit August 2003 liegt die Führung der ISAF-Verbände bei einem integrierten NATO-Kommando; die Bundesrepublik Deutschland bewies ihre Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung durch die zeitweilige Führung der multinationalen Brigade in Kabul sowie der ISAF-Verbände und organisiert dabei v. a. den Aufbau der afghanischen Polizei. Ab Anfang 2004 stellt die Bundeswehr im Rahmen des erweiterten ISAF-Einsatzes in der nordafghanischen Stadt Kunduz ein Kontingent von ca. 450 Soldaten, das die Aufgabe hat, zivile Wiederaufbauteams zu schützen und die afghanischen Sicherheitskräfte zu unterstützen.

 

 

startseite | neu | landeszentrale | online-publikationen | publikationen | veranstaltungen | gedenkstätten | video | links |
©2004 Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit in Bayern