BLZ-REPORT

Die Bayerische Landeszentrale berichtet
Beilage der Bayerischen Staatszeitung   |   Redaktion: Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit

Inhalt der Ausgabe 02/2004

Monika Franz: Fundamente
europäischer Identität. Teil I mehr...

Peter März:
Thesenartige Bemerkungen zum Antrag der CDU/CSU-Bundestagsfraktion vom 4. 11. 2003. mehr...

Wolfram P. Kastner:
„auf einmal da waren sie weg ...“
Ein Projekt zur Erinnerung an verfolgte jüdische Nachbarn –
zur Nachahmung freigegeben. mehr...

Kultusministerin Hohlmeier
verleiht Staatspreis an LZ-Autor mehr...

Die Geschichte des Europa-Gedankens. Ein Bildungsangebot der BLZ mehr...

Neuerscheinung:
Parteien und Wahlen in Deutschland mehr...

Emil Hübner †
mehr...

Pencils for Bagdad mehr...

Neuerscheinung:
Fußballweltmeisterschaft 1954
Sport – Geschichte – Mythos mehr...

Informationsfahrt
für den neu gewählten Parlamentarischen Beirat
der Landeszentrale 1./2. April 2004 mehr...

 

Neuerscheinung:

Fußballweltmeisterschaft 1954

Sport – Geschichte – Mythos


Vorwort

Es bedürfte nicht erst einer Flut medialer Highlights zum deutschen Fußballjubiläumsjahr 2004, um deutlich zu machen, dass dieser Sport heute sehr viel mehr ist als eben „nur“ Sport, nämlich ein wesentliches Stück Sozial- und Kommunikationsgeschichte, aber auch unmittelbar politische Geschichte. Mitunter könnte man sogar den Eindruck gewinnen, 2004 werde aus dem Erfolg von 1954 noch mehr gemacht, als er für die Zeitgenossen Mitte der 50er Jahre selbst bedeutete, und daraus ließe sich dann der Schluss ziehen, der nostalgisch-verklärende Blick über ein halbes Jahrhundert zurück sage vor allem etwas über strukturelle Schwächen und Selbstzweifel der heutigen Bundesrepublik am Beginn des 21. Jahrhunderts aus. Aber diese Feststellung muss Hypothese bleiben.

In jedem Fall bleibt der Sieg der deutschen bzw. westdeutschen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz bedeutend, erinnerungswürdig und reflexionswert zugleich. Die vorliegende Publikation versucht nicht, in sozusagen überkritischer Manier dem positiven mit einem negativen Mythos zu begegnen. Vielmehr hat der fußballbegeisterte, der fränkischen Traditionshochburg Fürth/Nürnberg verbundene Autor das Ereignis und seine Wirkungsgeschichte in die sachlichen Kontexte gestellt, die ihm eigentlich zukommen – im Übrigen auch ein Beispiel dafür, dass man sehr wohl mit persönlichem Herzblut sine ira et studio schreiben kann.

Wichtig ist zunächst, dass es 1954 eben nicht nur um Deutschland ging, sondern auch um die Rolle der Schweiz, die als neutraler und wohlhabender Kleinstaat mitten im Kalten Krieg der wohl gegebene Gastgeber war – dass vier Jahre später mit Schweden ebenfalls ein neutrales, wohlhabendes, in seiner Identität ganz unangefochtenes Land als Gastgeber folgte, war vor diesem Hintergrund vielleicht kein Zufall. Weiter stand die Weltmeisterschaft 1954 für den sich anbahnenden, noch nicht aber wirklich vollzogenen Durchbruch zu medial aufgeladenen sportlichen Großereignissen. Dabei führte das Fernsehen freilich noch eine Randexistenz. Sodann erscheint es ungemein positiv, dass auch der deutsche Blick in jüngerer Zeit zunehmend auf die damalige ungarische Konstellation, die des Finalgegners vom 4. Juli in Bern, gerichtet ist. Ungarn war ein durch beide Weltkriege und deren Konsequenzen schwer traumatisiertes, dazu unter einer stalinistischen Diktatur im sowjetischen Satellitensystem buchstäblich leidendes Land. Seine Fußballnationalmannschaft, die unbestritten als die beste überhaupt galt, symbolisierte so Weltoffenheit und Kreativität in einer Weise, die den Menschen im grauen Alltag des Polizeistaates vorenthalten blieb. Dass dann auch die auf die elf besten Spieler des Landes gerichteten Wunschprojektionen nicht aufgingen, führte zu weiteren und tiefen Verstörungen.

Was schließlich die Bedeutung von 1954 für Deutschland anlangt, nimmt das Buch wichtige Differenzierungen vor: Es zeigt, dass die wesentlichen Orientierungen der Nachkriegszeit, Westintegration, soziale Marktwirtschaft, damit verbunden wirtschaftlicher Aufschwung und Prosperität, ferner allmählicher Übergang von einer formalen zu einer auch innerlich angenommenen und gelebten Demokratie und dazu nach weiteren Verzögerungen auch die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit, alle so oder ähnlich auch ohne das dritte Tor von Helmut Rahn im Berner Wankdorfstadion zustande gekommen wären. Insofern erscheint die These von der heimlichen Staatsgründung der Bundesrepublik auf Schweizer Boden überzogen, ja in eine falsche Richtung weisend.

Wohltuend ist auch, dass sich der Autor kritisch mit der These befasst, der sportliche Erfolg von 1954 und seine Wirkungsgeschichte wie kommunikative Einrahmung, etwa durch martialische Reden oder das Absingen der ersten Strophe des Deutschlandliedes, zeugten von nahezu ungebrochener Kontinuität mit nationalistischer Vergangenheit und herkömmlichem soldatischem Kameradschaftsdenken. Deutlich wird vielmehr, dass man hier genauer hinsehen muss: Natürlich gab es noch Sprachformen und Orientierungsweisen, die sich dieser Kontinuität zuordnen ließen. Vielfach war dies aber nur scheinbar der Fall, bewegten sich die Menschen in den Bahnen herkömmlicher Ausdrucksweisen, meinten aber bereits andere Inhalte oder Lebensorientierung, für die sie noch nicht die rechten Begriffe und Formen gefunden hatten. Boogie-Woogie in der Nationalmannschaft bei der Siegesfeier am 6. Juli 1954 im Münchner Löwenbräukeller steht ebenso für solche Veränderungen wie der durch den Fußball buchstäblich verkörperte Durchbruch zur modernen Freizeitgesellschaft, den gerade damals viele konservative Kulturkritiker sehr pessimistisch sahen, und die Ablösung vom herkömmlichen deutschen Turnen in seinen stark uniformen Ausdrucksweisen. Eher klassisch national, wenn auch ganz überwiegend wohl nicht nationalistisch, wurde der Erfolg hingegen vielfach ebenso verstohlen wie emotional-bewegt in der DDR aufgenommen, wo die (west)deutsche Nationalmannschaft in der Folge zur Deutschen Fußballnationalmannschaft heimlicher Sehnsüchte avancierte. Sie erhielt sich diesen emotionalen Status bis zum Ende der Teilung 1989/90 und, ohne dass es den damaligen Spielern wohl eigentlich bewusst war, beendete sie dann durch einen erneuten Finalsieg im Wiedervereinigungsjahr 1990, mit 1:0 gegen Argentinien in Rom, wie in einem fünften Akt ein großes innerdeutsches Drama.

Für 1954 und Westdeutschland wird man vor allem und durchaus positiv sehen können, dass hier elf Spieler aus durchweg kleinbürgerlichen Verhältnissen auf dem Rasen standen, noch ohne große materielle oder lebensweltliche Vorsprünge gegenüber dem Gros der Bevölkerung. Auch die materiellen Prämien, die sie nach dem Sieg erhielten und die heute vielfach nur noch zum Schmunzeln einladen, zeigen auf ihre Weise, dass die Grenzen der Normalexistenz keineswegs gesprengt wurden. Insofern demonstrierte diese Mannschaft, dass man als erfolgsorientierter Vertragsspieler – so hieß der damalige Status in der noch Vorprofizeit des deutschen Spitzenfußballs – Bodenhaftung und einen begrenzten Aufstieg durchaus vereinen konnte. In den Anfängen des Wirtschaftswunders war dies eine sozialpsychologische Integrationsleistung von durchaus beachtlichem Wert.

Als historisches Ereignis steht das „Wunder von Bern“ in einer Kette großer, das Bewusstsein wie die historische Erinnerung prägender Ereignisse: Sechs Jahre zuvor hatten die Deutschen in den Westzonen mit der D-Mark wieder wertbeständiges Geld erhalten, ein Jahr zuvor hatten die Deutschen in der DDR den Aufstand gegen die kommunistische Diktatur gewagt, im Jahr der Weltmeisterschaft sollten in Gestalt der Pariser Verträge Wiederbewaffnung, Westintegration und Souveränität der Bundesrepublik verbrieft werden. Sieben Jahre später kam es zum Bau der Mauer durch Berlin, der die Teilung des Landes zu zementieren schien und in der Konsequenz auch die Bundesrepublik stärker auf sich selbst zurückwarf. Rund drei Jahrzehnte später, in den frühen 80er Jahren, sollten dann führende westdeutsche Historiker sogar bereits daran gehen, eine Art Nationalgeschichte der Bundesrepublik zu entwerfen. In ihr wäre das Sportereignis von 1954 dauerhaft vor allem als westdeutsches beschrieben worden. Dass die Geschichte anders kam, die Teilung Deutschlands und Europas wieder aufgehoben wurde, nicht nur die DDR sich zur grundgesetzlichen Ordnung bekennen konnte, sondern auch Ungarn faktisch und symbolhaft durch die Öffnung seiner Grenzen im Spätsommer 1989 den Kalten Krieg an ein Ende brachte, zeigt, wie sehr wir Geschichte immer auch durch die Folie der unsere Gegenwart prägenden Bedingungen sehen (müssen).

Wie immer aber auch die Scheinwerfer auf die Fußballweltmeisterschaft von 1954 gerichtet werden, ist sie doch als Ereignis in jedem Fall wichtig und bedenkenswert. Und ein Stück Freude am Geschehen darf bei allem Wägen und Bedenken gewiss auch bleiben.

Dr. Peter März
Bayerische Landeszentrale für
politische Bildungsarbeit

Inhaltsverzeichnis

Vorwort
3:2 – ein Fußballspiel macht Geschichte

I. Historische Hintergründe
1. Die ersten Jahre der Bundesrepublik Deutschland
2. Geschichte des Sports und Entwicklung des Fußballs in Deutschland vom späten 19. Jahrhundert bis in die Anfangsphase der Bundesrepublik
3. Die ersten Fußballweltmeisterschaften 1930–1950

II. Fussballweltmeisterschaft 1954
1. Der Weg in die Schweiz
2. Ein Außenseiter wird Weltmeister
2.1 Die Ausgangslage
2.2 Turnierverlauf
2.3 Mit „deutschen Tugenden“ zum Sieg?
3. Zuschauerresonanz und Medienereignis
4. Wahrnehmung des Turnierverlaufs in der Bundesrepublik

III. Reaktionen auf den deutschen Titelgewinn
1. Wankdorf-Stadion: Jubel, Tränen, Deutschlandlied
2. Bundesrepublik Deutschland: „Fußball-Enthusiasmus“
2.1 Siegesfreude nach dem Endspiel
2.2 Kunst, Kampf, Kameradschaft und ein „Fußballwunder“: erste Deutungen des Erfolgs
2.3 Die Rückkehr der Weltmeister: Triumphzug und Flut der Geschenke
2.4 „Entgleiste Rede“: der DFB-Präsident im Münchner Löwenbräukeller
2.5 Mäßigende und kritische Stimmen in der Öffentlichkeit
2.6 Staatliche Ehrungen und Ermahnungen in Berlin und Bonn
3. DDR: Nationale Freude und die Mühen offiziöser Kommentierung
4. Ungarn: Vorspiel zu 1956?
5. Die europäischen Nachbarn: Sportliche Anerkennung im
Schatten der NS-Vergangenheit

IV. Wirkungen auf die frühe Bundesrepublik
1. Politische Integration, nationale Repräsentation und wirtschaftlicher Aufschwung: 1954 als historische Zäsur?
2. Ein Sieg des modernen Sports

V. Vom „Fussballwunder“ zum „Wunder von Bern“
1. Erinnerung und Mythisierung 1954 bis 2004
2. Das „Wunder von Bern“: ein deutscher „Erinnerungsort“

Quellenanhang
1. Herbert Zimmermann, Rundfunk-Reportage am 04. 07. 1954 (Auszüge)
2. Ministerpräsident Hans Ehard, Rede beim Empfang der bayerischen Staatsregierung am 06. 07. 1954
3. Karl-Eduard von Schnitzler, „Missbrauchte Sportbegeisterung“, Sendemanuskript Rundfunk der DDR, 07. 07. 1954
4. „Entgleiste Rede“. Kommentar der Süddeutschen Zeitung vom 08. 07. 1954
5. Pierre Fabert, „Achtung!“, in: Le Monde vom 08. 07. 1954 (Originaltext und Übersetzung)
6. Bundespräsident Theodor Heuss, Rede im Berliner Olympiastadion am 18. 07. 1954
7. Bundesinnenminister Gerhard Schröder, Rede im Bonner Hotel „Bergischer Hof“ am 19. 07. 1954
8. Ror Wolf, „Neunzehnhundertvierundfünfzig“ (Gedicht 1982)
9. Ludwig Harig, „Die Eckbälle von Wankdorf“ (Gedicht 1988)
10. Friedrich Christian Delius, „Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde“ (Erzählung 1994, Auszüge)

Quellen- und Literaturverzeichnis
I. Quellen
II. Literatur

Abkürzungen
Dank des Autors
Personenregister
Abbildungsnachweis

 

Ministerpräsident Hans Ehard, Rede beim Empfang der bayerischen Staatsregierung am 06. 07. 1954 2

Es ist für mich eine besondere Freude, die deutschen Teilnehmer an der Fussball-Weltmeisterschaft im Namen der Bayerischen Staatsregierung in München begrüssen und Ihnen die allerherzlichsten Glückwünsche zu diesem grossen und alle Erwartungen übertreffenden Erfolg aussprechen zu können.

Der Dank und die Bewunderung aller am Volkssport Fussball interessierten Deutschen gilt natürlich in erster Linie den 11 Männern, die siegreich das Endspiel bestanden haben. Die Namen Turek, Posipal, Kohlmeyer, Eckel, Liebrich, Mai, Rahn, Morlock, Ottmar Walter, Fritz Walter, Schäfer werden allen Fussball-Anhängern in Deutschland unvergesslich bleiben.

Was Sie im Endspiel und den vorausgegangenen Ausscheidungsspielen geleistet haben, kann kaum übertroffen werden.

Wir gedenken heute aber auch aller anderen Spieler, die ihr Bestes getan und wesentlich zum grossen Erfolg beigetragen haben, auch wenn es ihnen nicht vergönnt war, das Endspiel bestreiten zu dürfen. Lang und schwer war der Weg zum Stadion von Bern: Weder von Norwegen noch von Saarland wurde den deutschen Fussballern der Sieg leicht gemacht.

Die Ausscheidungsspiele in der Schweiz gegen die Türkei, Jugoslawien und Österreich sind noch so frisch in aller Erinnerung, dass sie kaum besonders erwähnt werden müssen.

Nachträglich hat jetzt auch die zuerst etwas bittere Niederlage im ersten Spiel gegen Ungarn ihren Sinn und ihre Rechtfertigung gefunden.

Einen Mann möchte ich heute noch besonders beglückwünschen, nämlich den Bundestrainer Josef Herberger, dem ein ganz besonderer Verdienst an der Weltmeisterschaft zukommt.

Gerade er hat es besonders schwer gehabt, unbeirrbar seinen Plan zu verfolgen, auch wenn die Kritik, die er immer wieder zu hören bekam, oft mehr als unfreundlich war.

Wenn er nach dem Endspiel erklärt hat, der glücklichste Mensch auf der Welt zu sein, so kann ich ihm dieses Gefühl wohl nachempfinden.

Fussball ist ein Mannschaftsspiel, also ein Spiel, in dem es in erster Linie auf das Zusammenwirken von allen ankommt, ein Spiel, in dem die Kameradschaft, das gegenseitige Verstehen oft mehr bedeuten als die artistische Kunst der Ballbehandlung.

Was die elf Männer auf dem Weg zur Weltmeisterschaft gezeigt haben, ist wirklich ein Vorbild für jeden Sportsmann.

Ihre Kameradschaft war nie getrübt, sodass die Erfolge nicht ausbleiben konnten.

Herr Herberger kann stolz darauf sein, dass es ihm gelungen ist, aus den Spielern verschiedenster Vereine eine harmonische Einheit zu bilden und sie mit dem Geist der Kameradschaft und Hilfsbereitschaft zu erfüllen.

Sportliche Erfolge soll man nicht überbewerten, jeder echte Sportsmann weiss ja auch, dass der Ruhm, den er durch seine Leistungen erwirbt, häufig nicht allzu lange andauert.

Der Sieg in der Fussball-Weltmeisterschaft hat aber doch eine ganz besondere Bedeutung und zwar aus zwei Gründen:

Zunächst hat der deutsche Fussballsport der ganzen Welt gezeigt, dass auch ein besiegtes Land imstande ist, sich durch Geduld, Ausdauer und Fleiss wieder zu erholen.

Es ist nicht nur für den deutschen Sport, sondern auch für die Bundesrepublik von größtem Wert, dass die deutschen Spieler untadelhaft in ihrer Haltung, fair im Kampf und bescheiden im Sieg geblieben sind.

Dass die deutschen Spieler darüber hinaus aber im Kreise der Nationen völlig gleichberechtigt mit allen anderen in der Schweiz haben antreten können, darf ich als gutes Omen dafür nehmen, dass auch im Laufe der Zeit die deutsche Souveränität im ganzen wieder hergestellt werden wird.

Allerdings fällt ein bitterer Tropfen in den Becher der Freude und das ist die bedauerliche Tatsache, dass die siegreiche Mannschaft in Bern nicht das ganze Deutschland vertreten durfte.

Ich weiss, dass dies nicht die Schuld des Deutschen Fussball-Verbandes ist, trotzdem hoffe ich aber, dass der Tag doch bald kommen wird, an dem sich eine deutsche Nationalmannschaft aus Spielern aus allen Teilen unseres Landes zusammensetzen wird.

Als bayerischer Ministerpräsident möchte ich meine besondere Freude darüber ausdrücken, dass zwei Spieler aus Bayern selbst stammen, nämlich Morlock aus Nürnberg und Mai aus Fürth, die so viel zum Erfolg beigetragen haben.

Ich begrüsse auch herzlich unsere fünf pfälzischen Landsleute aus Kaiserslautern, den Kapitän der Mannschaft Fritz Walter, seinen Bruder Ottmar sowie Kohlmeyer, Liebrich und Eckel. Niemand wird es uns verdenken, wenn wir diese Pfälzer Männer besonders ehren.

Auch unser Münchener Verteidiger Bauer, der sich bei den Spielen in der Schweiz wiederholt bewährt hat, soll nicht unerwähnt bleiben.

Das soll freilich keine Hervorhebung von Einzelnen sein, denn wir wissen ja, dass jeder der Elf sein Bestes geleistet hat und jedem der gleiche Anteil an der Gewinnung der Weltmeisterschaft gehört.

An Ehrungen und Festen wird es jetzt nicht fehlen.

Ich will Sie deshalb nicht länger in Anspruch nehmen und Ihnen zum Schluss nur nochmals meine allerherzlichsten Glückwünsche aussprechen und weitere Erfolge in Ihrer sportlichen Laufbahn wünschen.

Als kleines Zeichen der Erinnerung an Ihren Aufenthalt in München möchte ich nun allen Teilnehmern an der Fussball-Weltmeisterschaft 1954 und ihren Betreuern einen bayerischen Löwen aus der Nymphenburger Porzellan-Manufaktur überreichen.

Die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit bedankt sich für die freundliche Genehmigung des Abdruckes dieses Dokuments durch das Bayerische Hauptstaatsarchiv.


 

 

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