Wolfram P. Kastner:
„auf einmal da waren sie weg ...“
Ein Projekt zur Erinnerung an verfolgte jüdische Nachbarn – zur Nachahmung freigegeben.
Wie in allen deutschen Städten wurden in München spätestens ab 1933 außer den politischen Gegnern der Nazis vor allem jüdische Menschen verfolgt, erniedrigt, beraubt, in die Flucht und in den Selbstmord getrieben oder ermordet. Sie wurden verhaftet und denunziert, durften ihre Berufe und Geschäfte nicht mehr ausüben, wurden aus ihren Wohnungen vertrieben, durften Schulen und öffentliche Einrichtungen nicht mehr besuchen. Sie wurden herausgerissen aus Lebensverhältnissen, die sich zumeist in nichts unterschieden von denen ihrer Nachbarn. Manche waren weder religiös noch Mitglied einer jüdischen Gemeinde. Sie dachten und fühlten nicht anders als ihre Berufskollegen, Kriegskameraden, Mitschülerinnen oder Freunde im Verein. Manche waren ebenso kaisertreu, nationalistisch und militaristisch gesonnen wie ihre Umgebung. Die irrsinnigen deutschen Rassegesetze sowie die dazu erlassenen Ausführungsbestimmungen, die behördlichen Schikanen und deren Ausführung nahmen keine Rücksicht auf gesellschaftliche Verdienste oder politische Gesinnung. Ausgrenzung und Verfolgung trafen alle, die ins Visier des deutschen Rassenwahns gerieten, und fanden überall statt. Überall wurden jüdische Frauen, Männer und Kinder ausgegrenzt, abgeholt, deportiert; kaum jemand kam zurück.
Darauf angesprochen beschreiben noch heute ehemalige (sog. „arische“) Schulkameraden, Nachbarn oder Geschäftskunden diese Vorgänge häufig mit der Redewendung „auf einmal da waren sie weg ...“.
Die Verfolgung fand in Dörfern und Städten, auf Straßen und in Geschäften statt, alltäglich und überall – nicht nur weit weg in den Konzentrationslagern Dachau, Theresienstadt oder Auschwitz, nicht nur in Sammellagern wie in Milbertshofen, die Stationen der Deportation waren, oder in einem der vielen KZ-Außenlager wie Kaufering oder Hersbruck. Die Erinnerung an die jüdischen Menschen und an die Qualen, die ihnen angetan wurden, kann deshalb nicht nur in den Gedenkstätten stattfinden, sondern sollte auch in den Wohngebieten in unmittelbarer Nachbarschaft, in den Schulen, in Behörden, Universitäten und Betrieben, dort also, wo die jüdischen Menschen lebten, lernten und arbeiteten und wo sie aus ihren Lebensstationen herausgerissen wurden.
Paula Fischer
wurde am 21. November 1876 in Frankenthal als Tochter der „Advokateneheleute“ Joseph und Marie Emilie Thalmann geboren. Auch deren Eltern hatten (laut einem Auszug aus einem Ahnenpass, der im Bayerischen Staatsarchiv in den Akten der Polizeidirektion sich befindet) die Staatsangehörigkeit des Königreichs Bayern. Sie war Sprachen- und Geigenlehrerin und heiratete am 28. Juli 1906 in München den Pädagogen Aloys Fischer, der 1907 in Philosophie habilitierte und ab 1919 an der Münchner Universität eine Professur für Pädagogik innehatte.
1907 wurde der erste Sohn Ernst Maria und 1911 der zweite Sohn Peter Paul geboren. Sie wohnten in der Sckellstraße 7. Paula Fischer widmete sich wohl ganz der Familie, der Erziehung ihrer beiden Söhne und der Unterstützung ihres Mannes, der als anerkannter Pädagoge ab 1929 außer dem Pädagogischen Seminar auch das Psychologische Institut leitete. Professor Fischer war Begründer der deskriptiven Pädagogik.
Ein Freund der Familie bezeichnete Paula Fischer-Thalmann als warmherzige, kluge und künstlerisch begabte Ehefrau und Mutter.
1927 starb der zweite Sohn an einem Herzversagen.
Der Sohn Ernst Maria wurde Kunstmaler. Eine Porträtzeichnung der Mutter von seiner Hand (1934) zeigt sie mit offenem ausdrucksvollen Blick. Sie trägt ein Tuch über den Haaren, die bereits grau sind.
1933 begannen die Schikanen des NS-Systems gegen Juden. Aloys Fischer, selbst katholisch, gab in dem „Fragebogen zur Wiederherstellung des deutschen Beamtentums“ an, dass seine Frau Jüdin ist. Eine Vortragsreise nach Riga wurde deshalb nicht genehmigt. Zum 1. Juli 1937 wurde Prof. Aloys Fischer aus dem selben Grund zwangsemeritiert. Der Antrag auf einen Pass zur Ausreise wird wegen der Gestapo „wegen politischer Unzuverlässigkeit“ verweigert. Am 23. November starb Aloys Fischer nach Magenblutungen und einer zunächst erfolgreichen Operation wegen hohen Blutverlusts und Herzschwäche. Am 1. Oktober 1937 zog Paula Fischer-Thalmann in die Äußere Prinzregentenstraße 5 zu ihrer älteren Schwester Anna, die mit dem Kinderarzt und Sprachtherapeuten Dr. med. Ernst Levy verheiratet war. Nach Angaben eines Freundes der Familie wollten Paula Fischer und ihr Sohn Ernst Maria nach Brasilien auswandern. Sie beantragte am 23. Februar 1939 einen Pass zur Auswanderung in die USA über England. Am 1. Juni 1939 musste sie zusammen mit ihrer Schwester und ihrem Schwager die Wohnung in der Prinzregentenstraße verlassen. Alle drei wurden in das Haus Goethestraße 66 eingewiesen, ein sog. „Judenhaus“, das bis Anfang 1939 der Rechtsanwaltsgattin Meta Eilbott gehörte. Deren Eigentum wurde bei ihrer Emigration nach England von der „Reichsfinanzverwaltung“ geraubt.
Der Sohn Ernst Maria wurde 1939 eingezogen und starb am 27. November 1939 an einer Kriegsverwundung. Auch diesen Schmerz musste Paula Fischer-Thalmann noch ertragen.
Zusammen mit ihrer Schwester und ihrem Schwager wurde Paula Fischer am 3. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert und ihr Vermögen geraubt. Dort musste sie den Tod der Schwester (26. 7. 1942) und des Schwagers (25. 9. 1942), der nur als Mord verstanden werden kann, erleben.
Paula Fischer-Thalmann wurde am 6.11.1944 ermordet.
Das Erinnerungsprojekt „auf einmal da waren sie weg ...“ hat das Ziel, Geschichte auf Augenhöhe und in unmittelbarer Nachbarschaft genau dort sichtbar zu machen und nahe zu bringen. Und es geht darum, in der Kooperation mit Schülern, mit den Bewohnern eines Stadtteils, mit Kirchengemeinden und öffentlichen Einrichtungen möglichst viele aktiv einzubeziehen und zu beteiligen. So wurden in der Vorbereitung die Volkshochschule, der Bezirksausschuss, drei Schulen, das Kulturreferat, ein Gemeindevorstand, ein Kulturverein, die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und eine Stiftung um ihre Unterstützung und Mitarbeit gebeten. In Stadtteilblättern und Zeitungen sowie im Rundfunk wurden Bewohner des Stadtbezirks und Interessierte zur Mitarbeit eingeladen. Die Resonanz war erfreulich groß: zum ersten Treffen, das in den Räumen der Volkshochschule stattfand, kamen vierzig Interessenten, Zeitzeugen, junge Leute und Bewohner des Wohnbezirks.
Verfolgte jüdische Nachbarn werden mit Porträts und Biografien aus dem Vergessen geholt und nicht nur als Opfer sondern als Personen erinnert, die wie ihre Nachbarn ein „ganz normales“ Leben führten, zur Schule gingen, einen Beruf erlernten und ausübten, studierten, als deutsche Soldaten am 1. Weltkrieg teilnahmen und verwundet wurden, in den Geschäften einkauften, ins Schwimmbad gingen, im Sportverein, in der Studentenvereinigung oder bei der freiwilligen Feuerwehr waren, heirateten, Kinder hatten ...
Wo aber sind heute die Spuren dieser vertriebenen und ermordeten Menschen zu finden?
Wir suchten also in den Akten des Einwohnermeldeamts und des Gewerbeamts im Stadtarchiv, in den Akten der Polizeidirektion und des Finanzamts im Staatsarchiv, im Taufregister der Kirchen und in Schularchiven. Einige Unterlagen erhielten wir von überlebenden Familienmitgliedern und von Yad Vashem in Israel.
In den staatlichen und Stadtarchiven sind überwiegend Dokumente enthalten, welche die Sicht der NS-Behörden enthalten: beschlagnahmte Führerscheine, Passanträge, Ablehnungen, Einschränkungen der Passgültigkeit, eingezogene Pässe, Denunziationsbriefe von Nachbarn, Zuteilungen der Zwangsnamen „Israel” oder „Sara”, abgelehnte Anträge auf Genehmigung eines Gewerbes, Fahndungserlasse, Anzeigen, Mitteilungen der Geheimen Staatspolizei, Abstammungsnachweise nach dem Muster der Nürnberger „Rassegesetze”, Kennkarten mit dem eingestempelten „J” und Hakenkreuzstempel auf den Passfotos.

Else Kahn
wurde am 13. März 1884 in München geboren. Ihre Eltern waren der Geheime Justizrat Moritz und Johanna Obermeyer. Sie war verheiratet mit Dr. Ludwig Moses Kahn, geboren am 25. August 1874 in Würzburg und hatte zwei Kinder, Fritz (1904) und Gertrud (1912). Sie wohnten seit 1913 in der Widenmayerstraße 46.
Der Sohn starb 1932.
Justizrat Kahn musste 1932 in das Sanatorium Kennenberg bei Esslingen, wo er am 4. Juni 1940 starb. 1933 musste Else Kahn die Wohnung verlassen, wo sie 20 Jahre mit ihrer Familie gelebt hatte. 1936 zog sie in die Possartstraße 4. Drei Jahre später musste sie auch dort ausziehen.
Nach dem Tod ihres Mannes ließ sich Else Kahn katholisch taufen – vielleicht in der falschen Hoffnung, durch die Kirche vor den Verfolgungen der Nazigesellschaft geschützt zu sein.
Sie wurde am 20. November 1941 nach Kaunas deportiert und am 25. November ermordet.
Man muss sehr genau zwischen den Zeilen lesen, um etwas zu verstehen vom Leben der jüdischen Menschen vor ihrer Ausgrenzung und Verfolgung. Deutlich wird ihre verzweifelte Situation, wenn die Anträge auf Bewilligung der Ausreise häufig wechselnde Zielorte nennen: Shanghai, Südafrika, England, USA, Cuba, Brasilien, Argentinien ...
Besonders bedrückend sind die Listen der Polizei, die über Selbstmorde geführt wurden. Insbesondere kurz vor den Deportationen 1941 häufen sich in diesen Karteien die Einträge von Menschen, hinter deren Namen „isr“ (israelitisch) oder „Jude“ vermerkt ist. Lapidar und verharmlosend werden als Gründe genannt: „Scheidung von arischem Ehemann“, „Schwermut“, „Wohnungskündigung“.
Aufschlussreich ist aber auch der Antrag einer Familie auf Namensänderung im Jahr 1928, um den antisemitischen Anfeindungen und den erlebten beruflichen Nachteilen zu entkommen. Der Antrag wurde von den Behörden abgelehnt und abgeheftet.
Noch gibt es einzelne Zeitzeugen, die zu einem Gespräch bereit sind: Wir haben Interviews mit einigen von ihnen geführt. Da wurden uns Namen ehemaliger Schulfreundinnen genannt, die dann „eines Tages nicht mehr zur Schule kamen“. In manchen Erzählungen wurde berichtet von brennenden Häusern und verzweifelten Menschen in der sog. „Kristallnacht“. Die Mutter einer Zeitzeugin holte verzweifelte jüdische Frauen in ihr Haus und ließ sie dort übernachten – unter den Augen der SA-Truppen. Das war offenbar möglich, aber ein Einzelfall. Ein Zeitzeuge berichtete, dass ihn sein Vater nachts weckte mit den Worten „der Bach brennt“ (damit war das Haus einer jüdischen Familie mit diesem Namen gemeint) und „schau dir das an und vergiss es nicht.“
Manchmal wird der schwere Weg der Erinnerung deutlich: In der Chronik
einer Schule zum Beispiel, die erst 1950 geschrieben wurde, ist der „Schwips“ des
Rektors bei der Faschingsfeier 1938 vermerkt, kein Wort aber davon, dass
jüdische Schüler nicht mehr die Schule besuchen durften. Auch
kein Wort darüber, dass der jüdische Religionslehrer deportiert
und ermordet wurde. Im Archiv einer anderen Schule, zu deren Schülerinnen
eine Nichte Heinrich Himmlers gehörte, fanden wir Erlasse der staatlichen
Behörden und Hinweise auf Denunziationen, auf Verhöre der Lehrer
durch die Gestapo und Versetzungen oder Berufsverbote für die im Sinne
der Nazi-Gesellschaft „unzuverlässigen“ „Lehrfräulein“.
Am Ende der Lehrerratssitzungen gab die Schulleiterin bis zu ihrer Entlassung
jeweils bekannt, welche Schülerinnen wegen Auswanderung die Schule
verließen.
Inzwischen fand in diesem Gymnasium zum Holocaust-Gedenktag eine eindrucksvolle Ausstellung statt, in der einige Anregungen von uns aufgenommen wurden.
Mit öffentlichen Veranstaltungen stellen wir die Zwischenergebnisse unseres Projektes vor. Ein Lehrer und Schülerinnen des Luisengymnasiums besuchten eine solche Veranstaltung, lernten dabei eine Zeitzeugin kennen und führten ein Gespräch mit ihr. Das Ergebnis war eine Ausstellung im Rahmen der Projekttage. Dort waren die Lebensgeschichte der jüdischen Familie Jordan und Fotos zu sehen. Außerdem griffen die Schülerinnen den Wunsch der überlebenden Frau auf, zum Gedenken an ihre ermordeten Verwandten Steine in den Gehsteig vor ihrem ehemaligen Wohnort einzulassen. Sie sammeln Unterschriften und Spenden dafür.
In einem Kirchenarchiv fanden wir die Namen jüdischer Menschen, die sich taufen ließen und nicht selten hofften, so der Verfolgung zu entgehen.
Im Vorstand einer Kirchengemeinde stellten wir das Erinnerungsprojekt vor und fanden große Aufmerksamkeit. Wir werden das Archiv der Kirchengemeinde sichten können. Einige Gemeindemitglieder sind bereit zur Mitarbeit. Einen Teil der geplanten Ausstellung werden wir in der Kirche zeigen.
Die Ausstellung wird gleichzeitig über mehrere Orte verteilt stattfinden: in den Räumen der Volkshochschule, in Schulen, in einer Kirche und in der Öffentlichkeit.
Gezeigt werden fotografische Porträts, Biografien, Dokumente, Bodenschriften und eine Installation auf einem Gehsteig. Die Porträts werden bearbeitet, vergrößert und auf transparente Folien kopiert. Um nicht immer nur den Blick auf jüdische Menschen als abgestempelte und verfolgte zu werfen, bearbeiten wir die Fotos und entfernen die Hakenkreuzstempel. Die schwarzweißen Fotos werden mit unterschiedlichen transparenten Farben unterlegt, so dass die dokumentarische Distanz aufgehoben ist und die Porträts den Betrachtern näher rücken. Die Porträts werden teilweise in Leuchtkästen oder an Nylonfäden frei im Raum aufgehängt, so dass sie von Tageslicht oder Raumlicht beleuchtet werden.


Kitty
und Rupprecht Felix Neustätter
Rupprecht Neustätter wurde am 15. August 1900 in München geboren als Sohn des Kaufmanns Neustätter Albert (geb. 5. 2. 1874) und seiner Frau Anna. Der Vater war, zusammen mit seinem Bruder Eugen, Inhaber einer Papierwarenfabrik in der Landwehrstraße 68 und einer Schreibwarenhandlung in der Salvatorstraße 7. Die Familie, zu der außerdem der Sohn Ernst (geboren am 22. Juni 1899) gehörte, lebte in einem eigenen Haus in Bogenhausen in der Friedrich-Herschel-Straße 21.
Rupprecht Neustätter war ebenfalls Kaufmann, lernte und arbeitete wohl im Familienunternehmen mit. Er heiratete die in Wien am 26. Februar 1902 geborene Kitty und bezog mit ihr eine Wohnung in der Prinzregentenstraße 17 und später in der Königinstraße 21.
Der Familienbetrieb wurde im August 1938 „arisiert“, vermutlich ganz „legal“ nach den Raubgesetzen der Nazigesellschaft. Anna Neustätter starb im Oktober 1938 – die Todesursache ist uns nicht bekannt. Welchen Anteil hatten Sorgen, Demütigungen und Angst vor den Verfolgungen?
Rupprechts Vater wurde am 10. November 1938 ins KZ Dachau verschleppt. Er wurde dort von deutschen Männern ermordet, die – sollten sie jemals zur Rechenschaft gezogen worden sein – sicher angaben, sie hätten nichts gewusst, nichts gesehen, nichts getan außer auf Befehl.
Warum Rupprecht und Kitty Neustätter die Flucht nicht gelang, oder ob sie die tödliche Gefahr nicht wahrnahmen, ist uns nicht bekannt.
Kitty und Rupprecht Neustätter wurden in das Lager an der Knorrstraße 148 gezwungen und am 20. November 1941 nach Kaunas deportiert, zusammen mit 998 Münchner Juden erschossen und in Massengräbern verscharrt. Über das Schicksal des Bruders Ernst ist nichts bekannt.
Die Mitglieder der Projektgruppe übernehmen „Patenschaften“ für einzelne jüdische Personen oder Familien und schreiben eine – zwangsläufig unvollständige – Biografie, die nicht nur die Daten der Geburt und der Ermordung oder Flucht enthält, sondern soweit wie irgend möglich etwas nachvollziehbar werden lässt vom Leben der Menschen. Diese Biografien werden vergrößert und in den Ausstellungen zu den Porträts gefügt.
Dokumente von Erlassen und Anordnungen, von Verboten und Terrorgesetzen werden in den Ausstellungen an Wänden und in Aktenordnern gezeigt.
Wichtig erscheint uns ein Besucherbuch, in dem Reaktionen und Meinungen der Ausstellungsbesucher eingetragen werden können.
Auf dem Gehsteig vor Häusern, in denen jüdische Menschen wohnten, werden wir mit weißer Farbe Bodenschriften anbringen, mit denen an sie erinnert wird.
Eine Installation mit Koffern und Aufklebern, die Namen und Deportationsorte
in Erinnerung rufen, wird vor einem öffentlichen Gebäude aufgebaut,
das zwei jüdischen Frauen geraubt wurde und in dem 17 Menschen nach
der Vertreibung aus ihrer Wohnung und vor ihrer Ermordung Unterschlupf
fanden.
Zur Ausstellung erscheint ein Begleitbuch, in dem die Porträts und Biografien, zwei Artikel zur Zeitgeschichte sowie Dokumente abgedruckt werden. Diese Dokumentation ist wichtig, weil sie über die Ausstellung hinaus die Erinnerung wach halten kann.
Die Ausstellung soll und kann in Schulen, Gedenkstätten, Behörden und Kirchen gezeigt werden und somit als Anregung dienen für ähnliche Projekte in der Nachbarschaft, Universität, Schule, Rathaus oder Bibliothek.
Gerne beraten wir – ebenso wie die Landeszentrale für politische Bildungsarbeit – Initiativen, die vergleichbare Geschichts- und Erinnerungsprojekte planen.
Institut für Kunst und Forschung
c/o Wolfram P. Kastner
Trivastraße 7
D-80637 München
089/1573219
