In der Tat: Heute kann man die 70er Jahre mit einigen Argumenten
als eine Phase der zweiten Verdrängung bezeichnen. Der mitunter „possenhafte
Entlarvungsgestus“ (Ulrich Herbert) der Ankläger, die teils
abenteuerlich ahistorischen Kontinuitätslinien, der Grad anonymisierender
Abstraktion und der Stil jener häufig persönlich geführten
Debatten – alles zusammen führte in der Holocaustforschung
zu einer „unübersehbaren Lücke“ und zu keinem
einzigen interessanten Buch zum Problem. mehr...
Krise in Algerien! Friedensmission oder Kampfauftrag? Italienischer Alleingang
oder EU-kompatibler Kompromiss? Die versammelten EU-Außenminister
haben die ruhigen Anfangsminuten schon lange hinter sich gelassen. Die
Wellen schlagen hoch bei der Frage, wie man der Gefahr am besten begegnet. mehr...
„Es gibt doch genug Rindviecher bei uns!“ – das war
die deftige und knappe Antwort des Schriftstellers Oskar Maria Graf auf
die Frage, warum
eigentlich die Nationalsozialisten in München so viel Unterstützung
gefunden
hätten. Doch obwohl München zweifellos die Wiege der NSDAP war,
so ist doch fraglich, ob sie den später
von den Nazis verliehenen Titel „Hauptstadt der Bewegung“ wirklich
verdiente. mehr...
Neuerscheinungen der Landeszentrale:
Außenpolitik, die Gestaltung der internationalen Beziehungen, gehört
zum klassischen konstitutiven Haus-gut der nationalstaatlichen Ebene; ja
sie macht im herkömmlichen Staatsverständnis Souveränität
ganz wesentlich aus. „Europapolitik“ der deutschen Länder
mutet, abstrakt an einem derartigen Kriterium gemes-sen, problematisch,
ja vielleicht in den Augen mancher immer noch sus-pekt an.
„Geschichte“ scheint für die Standortbestimmung
von Nationen und Gesellschaften eine immer wichtigere Ressource zu werden.
Dabei handelt es sich um das Verhältnis von nüchterner
wissenschaftlicher Erkenntnis
und Leitbildern, ja Mythen, die unabhängig vom sich wandelnden Forschungsstand
weiter tradiert werden, ferner um die Selbstverständigung
innerhalb von Gemeinwesen über Erfahrungen und geschichtliche Schlüsselereignisse
ganz allgemein. Es liegt nahe, dass es hier gerade in Deutschland mit seinen
zwei Diktaturerfahrungen
und der Belastung durch einen singulären Völkermord um einen
im unmittelbarsten Sinne besonders aufregenden und tief reichenden
Geschichtshaushalt geht, der offenkundig auf Dauer enorme Bedeutung für
die öffentliche Diskussion
über die unmittelbare Fachwelt hinaus behält. mehr...
Seit sich in Deutschland im Ergebnis der napoleonischen Herrschaft zu
Beginn des 19. Jahrhunderts die doppelte Fragestellung nach nationaler
Einheit und einem freiheitlichen politischen Leben ergeben hat, wurden
auf breiter Grundlage vor den Ereignissen von 1989 dreimal revolutionäre
Anläufe unternommen, um alte Fesseln zu sprengen und neues politisches
Leben zu konstituieren. mehr...