Italien im Umbruch?Von Stefan Köppl
|
| Romano Prodi erklärt sich zum Wahlsieger, April 2006. Foto: ullstein bild |
Italien ist nicht nur beliebtes Urlaubsziel, Ursprung guter Küche und Herberge unzähliger Kulturgüter. Die Politik dieses Landes ist ebenfalls eine nähere Betrachtung wert, auch wenn sie auf den ersten Blick eher kompliziert, unübersichtlich und schwer durchschaubar scheint.
Das Jahr 2006 brachte in Italien wegweisende Entscheidungen: Zum einen wurde nach fünf Jahren die von Silvio Berlusconi geführte Mitte-Rechts-Koalition knapp abgewählt; wie bereits im Jahre 1996 ging eine Mitte-Links-Koalition unter der Führung Romano Prodis als Sieger aus den Parlamentswahlen hervor. Zum anderen scheiterte die große Verfassungsreform, die das politische System in wesentlichen Bereichen umgebaut hätte, bei einer Volksabstimmung. Anlässe genug, die Entwicklungen seit dem italienischen Wendejahr 2006 nachzuzeichnen, Hintergründe zum Verständnis der Politik südlich der Alpen zu liefern und aktuelle Problemlagen zu erhellen.
Stefan Köppl, M.A., Jahrgang 1975, ist wissenschaftlicher
Assistent und persönlicher Referent des Direktors an der
Akademie für Politische Bildung Tutzing sowie Lehrbeauftragter
an der Universität Passau.
Seine Hauptarbeitsgebiete sind die italienische Politik,
der Vergleich politischer Systeme und die europäische
Integration.