Einsichten und Perspektiven 04/2005
Peter MärzIn diesem Beitrag geht es darum, am Beispiel des Spitzenakteurs deutscher Nachkriegspolitik, des Bundeskanzlers, das Mischungsverhältnis von politischer Realverfassung und zeichenhaftem Tun vorzuführen. mehr...
Heinrich OberreuterOhne Zweifel ist historische Erinnerung neben Sprache, Kultur und Religion ein wichtiges Element nationaler Identitätsbildung. In offenen Gesellschaften herrscht der Staat nicht über die Geschichte. Diktaturen dagegen neigen dazu, sie selektiv zu gestalten und zu instrumentalisieren, wie Orwell es uns in seiner Vision „1984“ präzise vorgezeichnet hat. mehr...
Heinrich PehleAm Abend des 22. Mai 2005, des Tages, an dem in Nordrhein-Westfalen ein neuer Landtag gewählt worden war, kündigte Bundeskanzler Gerhard Schröder angesichts des – wie er sagte – „bitteren Wahlergebnisses“ für seine Partei an, darauf hinzuwirken, „[...] dass der Herr Bundespräsident von den Möglichkeiten des Grundgesetzes Gebrauch machen kann, um so rasch wie möglich [...] Neuwahlen zum deutschen Bundestag herbeizuführen“. Seitdem war allenthalben die Rede davon, dass es dem Kanzler darum gegangen sei, über eine „unechte Vertrauensfrage“ „vorgezogene“ Wahlen herbeizuführen. mehr...
Peter MärzDie Begründung einer zweiten „Großen Koalition“ in der Nachkriegszeit mit der Wahl Angela Merkels zur ersten deutschen Bundeskanzlerin am 22. November 2005 hat ganz folgerichtig die Blicke der Betrachter auf die erste Große Koalition der Bundesrepublik, eine Generation zuvor, 1966 bis 1969, gelenkt. Lässt man sich auf einen Vergleich beider Regierungskonstellationen ein, dann muten – dieses gewiss noch voreilige Urteil sei schon einmal gewagt – die Unterschiede größer an, als die Gemeinsamkeiten. mehr...
Maria Perreiter Südafrika gilt zu Recht als eines der reichsten Länder auf dem schwarzen Kontinent – und das, obwohl 61% der schwarzen Bevölkerung mit weniger als 45 Euro im Monat ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen. Am meisten betroffen – sind wie überall – die Kinder. 57% der südafrikanischen Kinder leben in absoluter Armut – vergleichbar mit der Armut in Ländern wie Indien oder Liberia. mehr...
Christoph Newiger und Kai MewesRückblick: Ein Weiher in einem lichten Wald. Heller Sand säumt das Ufer. Es herrscht Stille. Jetzt im März ist es hier noch zu kalt für die Vögel, die noch im Süden weilen. Nicht weit vom Weiher entfernt liegt eine verwitterte Ruine. Sie ist vor vielen Jahren gesprengt worden. Es sind die Reste eines der Krematorien von Auschwitz-Birkenau. Im Sand des Ufers liegen kleine hellgraue Stückchen, leichter als Stein. Lässt man den Sand durch die Finger rieseln, bleiben sie in der Hand zurück. „Knochensplitter von den vergasten und verbrannten Häftlingen,“ erklärt uns unsere Begleitung. Man hat damals die Asche aus den Krematorien in die Weiher dieses Waldes gekippt und die kleinen Knochensplitter sind alles, was übrig geblieben ist. mehr...
Elke ThielVon Mitte März bis Mitte Juli 2005 war ich zum zweiten Mal als Gastprofessorin an der Ökonomischen Fakultät der Universität Tirana.1 Auch in diesem Jahr wurde mein Aufenthalt durch die Stiftungsinitiative Johann-Gottfried-Herder, ein Gemeinschaftsprojekt von sechs deutschen Stiftungen, gefördert.2 Ich danke den Trägern der Stiftungsinitiative für diese Unterstützung. mehr...