Von Paul Fischer
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| 1979: Der damalige Ministerpräsident der Volksrepublik China, Hua Guofeng, mit Ministerpräsident Franz Josef Strauß in München Fotos, soweit nicht anders gekennzeichnet: Archiv der Bayerischen Staatskanzlei |
Am Anfang waren ... Anton Jaumann und Franz Josef Strauß. 1972 knüpfte der bayerische Wirtschaftsminister Jaumann erste Verbindungen zum „Reich der Mitte“. Gerade war der Vertrag über die gegenseitige Anerkennung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik China unterzeichnet worden.
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| Franz Josef Strauß
trifft Deng Xiaoping, den damaligen stellvertretenden Vorsitzenden des ZK der KPCh und Generalstabschef, während seiner zweiten Chinareise im September 1975 |
Drei Jahre später, im Januar 1975, schlug der CSU-Vorsitzende Strauß die Pflöcke ein: Bei seinem Besuch in Peking wurde er als erster westdeutscher Politiker vom Parteivorsitzenden Mao Zedong und Ministerpräsident Zhou Enlai empfangen;1) eine beispiellose deutsch-chinesische Erfolgsgeschichte begann. Die Anbahnung politischer Kontakte mit Peking begründete Strauß mit in die Zukunft gerichteten strategischen Überlegungen: „Jede europäische Politik (muss) auch in der Volksrepublik China einen Partner sehen, der zur Erhaltung des Gleichgewichts beiträgt.“ Strauß betrachtete die Volksrepublik China als neuen Machtpol, der Deutschland und Europa mittelfristig dazu dienen könnte, „mehr politische, militärische und wirtschaftliche Kräfte zu entfalten.“ Noch lag die Provinz Shandong nicht auf Strauß’ Reiseroute, die ihn neben Peking auch nach Shenyang, Anshan, Nanking, Shanghai, Kanton und Hongkong führte. Im September 1975 besuchte Strauß auf Einladung des Chinesischen Rates zur Förderung des Handels die VR China ein zweites Mal. Dabei wurde er auch von Deng Xiaoping empfangen.
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Karte: Lüders & Baran |
Am 24. Oktober 1979 wurde anlässlich des Besuchs des chinesischen Premierministers Hua Guofeng in Deutschland eine entsprechende Grundsatzvereinbarung zwischen China und Deutschland unterzeichnet.
Die Umsetzung folgte auf dem Fuße – u.a. in Qingdao/Shandong. China entschied sich exemplarisch für die Fa. Liebherr, die, zusammen mit dem Qingdaoer Unternehmen Haier, ein gemischtwirtschaftliches Unternehmen für die Herstellung von Kühlschränken und –maschinen gründen sollte. Der nächste Schritt folgte wenige Jahre später. Um seine Wirtschaft weiterzuentwickeln, beschloss China 1984, vierzehn Küstenstädte für Investitionen aus dem Ausland zu öffnen, darunter zwei Häfen der Provinz Shandong, Qingdao und Yantai. Diese Freihäfen erleichterten die Ansiedlung privater ausländischer Unternehmen, an denen eine Beteiligung des chinesischen Staats nicht mehr zwingend vorgeschrieben war.
In diese Zeit fallen auch die ersten deutsch-chinesischen Städte- und Provinzpartnerschaften als weiteres, von der chinesischen Führung gefördertes „Anbahnungsinstrument für wirtschaftliche Kooperation“.2)
Wickert leitete den Vorschlag an den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten weiter – ohne Reaktion. Stattdessen interessierte sich Franz Josef Strauß, seit 1978 auch Bayerischer Ministerpräsident, dafür ...3)
Die Gründe lagen für ein Kultur- und Exportland wie Bayern auf der Hand. Shandong ist altes Kulturland Chinas, in dem Konfuzius geboren und die Porzellanherstellung erfunden wurde. Es gilt sogar als die Heimat der chinesischen Kultur.4) Der Taishan-Berg ist der erste der fünf Heiligen Berge Chinas und ein Zentrum des Taoismus.
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| Die Brauerei von Qingdao, in der deutschen Kolonialzeit als „Germania-Brauerei“ um 1904 gegründet Bild: ullstein bild |
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| Brauerei von Qingdao Bild: ullstein bild |
Und die Brauerei, 1904 von deutschen Brauern als „Germania-Brauerei“ gegründet, vertreibt heute Chinas berühmtes „Tsingtao“-Bier. Es besitzt von den Flaschenkronen bis zum Braugeheimnis viel Bayerisches und ist über die Jahre zum Stolz der chinesischen Getränkeindustrie geworden.
Mit ihrem direkten Zugang zum Meer erfüllte die Küstenprovinz Shandong ferner alle Voraussetzungen für ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum; sie hat großen Bedarf im Bereich der Infrastruktur und besitzt gewaltige Rohstoffvorkommen. Gemeinsam waren Shandong, dem „Land im Osten der Berge“, und Bayern, „dem Land im Norden der Berge“, schon damals ähnliche touristische Strukturen wie zahlreiche Kur-, Erholungs- und Fremdenverkehrszentren sowie landschaftliche Ähnlichkeiten. Die Mittelgebirge in Shandong erinnern mit ihrem Aufbau an den Bayerischen Wald und den Böhmerwald. Andererseits konnten seinerzeit die Unterschiede in Einwohnerzahl und Fläche nicht größer – Shandong hat etwa achtmal mehr Einwohner und ein doppelt so großes Territorium – und im wirtschaftlichem Entwicklungsstand5) nicht gravierender sein. Kurz: zwei unterschiedliche Regionen mit nicht zu unterschätzenden Ähnlichkeiten waren dabei, sich zu finden.
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| Der damalige bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß und der Vizegouverneur der Provinz Shandong, Ma Shizhong, bei der Besichtigung der Ausstellung „Shandong stellt sich vor – der Wirtschaftpartner Bayerns“ auf dem Münchner Messegelände am 10.7.1987 |
Die von Franz Josef Strauß zwischen Bayern und China geschmiedeten Bande nahmen schließlich – nach Vorarbeit durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Verkehr – 1985 konkrete Gestalt an. In jenem Jahr wurden am 7. März in München die „Gegenseitigen Absichtserklärungen zur wirtschaftlichen und technischen Zusammenarbeit zwischen der Provinz Shandong und dem Freistaat Bayern“ auf der Grundlage des Kooperationsvertrags zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik China vom 24. 10. 1979 vom Stellvertreter des Bayerischen Ministerpräsidenten, Staatsminister Karl Hillermeier, und dem Gouverneur von Shandong, Liang Buting, unterzeichnet. Ministerpräsident Strauß begab sich daraufhin im Rahmen seiner vierten China-Reise Anfang Oktober 1985 nach Qingdao zur Eröffnung der Ausstellung „Wirtschaftspartner Bayern“.
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| Die Unterzeichnung der Partnerschafts-urkunde im Prinz-Carl-Palais, München, am 9.7.1987 |
Die Absichtserklärungen von 1985 mündeten schließlich am 9. Juli 1987 in die „Gemeinsame Erklärung zur Herstellung freundschaftlicher Beziehungen zwischen der Provinz Shandong in der Volksrepublik China und dem Freistaat Bayern“, die seither als offizielle Partnerschaftsurkunde dient.6) Neben einem verstärkten wirtschaftlichen und technologischen Austausch wurden erweiterte Kontakte in den Bereichen Kultur, Bildungswesen, Wissenschaft, Gesundheit und Sport vereinbart.7)
Zahlreiche hochrangige Delegationen haben seit 1987 das jeweilige Partnerland besucht und zur Vertiefung der Beziehungen beigetragen. Im Oktober 1987, ein Jahr vor seinem Tod, unternahm Ministerpräsident Strauß seine fünfte China-Reise.
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| Ministerpräsident Stoiber und seine Frau auf Besuch in Shandong, April 1995 |
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| Besichtigung der Qingdao-Brauerei |
Im April 1995 besuchte Ministerpräsident Edmund Stoiber knapp zwei Jahre nach seinem Amtsantritt auf seiner ersten großen Auslandsreise erstmals Shandong, sein zweiter Besuch fand acht Jahre später, im März 2003, statt. Zwischen 1993 und 2000 besuchten bayerische Politiker mindestens 15 Mal China und Shandong (2001-2006: 15 Mal), darunter – mindestens einmal jährlich – Wirtschaftsminister Otto Wiesheu oder Wirtschaftsstaatssekretär Hans Spitzner, stets begleitet von einer hochrangigen bayerischen Wirtschaftsdelegation. Im Gegenzug waren herausragende Persönlichkeiten Chinas und Shandongs acht Mal zu Besuch im Freistaat, darunter Ministerpräsident Li Peng (1994) und sein Nachfolger Zhu Rongji (1996), Staatspräsident Jiang Zemin (1995), Außenminister Tang Jiaxuan (1999) und Parteisekretär Jiang Chunyun (1994) sowie die Gouverneure von Shandong, Zhao Zhihao (1991) und Li Chunting (1996 und 2000).
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| Der Bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber erhält vom Gouverneur von Shandong, Han Yuqun, ein traditionelles chinesisches Geschenk im Beisein des Staatssekretärs im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, Hans Spitzner |
Zudem kamen im gleichen Zeitraum mindestens weitere 75 Mal Minister, Vizegouverneure, Beamte, Wissenschaftler oder Wirtschaftsvertreter aus China und insbesondere aus Shandong nach Bayern, um mit den bayerischen Kabinettsmitgliedern bilaterale Fragen zu erörtern.8) Im Zeitraum 2001 bis 2006 sind der Besuch des damaligen Vizepräsidenten und heutigen Staatspräsidenten Hu Jintao (2001) sowie von Gouverneur Han (2005) in Bayern und fast 40 Besuche von Ministern, Vizegouverneuren, Beamten usw. aus Shandong zu verzeichnen. Im April 2005 besuchte Staatsminister Otto Wiesheu Qingdao, Jinan, Peking und Shanghai. Sein Nachfolger Staatsminister Erwin Huber setzte die regelmäßige Pflege der Außenwirtschaftsbeziehungen mit einem Besuch in Shandong im Mai 2006 fort.
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| Das erste Gipfeltreffen von fünf Partnerregionen aus Europa, Kanada, China und Südafrika. V.l.n.r.: Der damalige Leiter der Staatskanzlei, Erwin Huber, der Vizegouverneur von Shandong, Lin Shuxiang, der Premierminister von Westkap, Peter Marais, Ministerpräsident Edmund Stoiber, die Vizepremierministerin von Québec, Pauline Marois, der Landeshauptmann von Oberösterreich, Josef Pühringer |
Ein Meilenstein für die Fortentwicklung der wechselseitigen Beziehungen wurde mit der Eröffnung eines eigenen Verbindungsbüros, der China Shandong Co. Ltd., 1992 in München gesetzt. 1997 eröffnete im Gegenzug der damalige Wirtschaftsminister Wiesheu eine entsprechende bayerische Repräsentanz in Jinan. Dieses Außenhandelsbüro vervollständigte das bereits in Singapur existierende Büro, das die gesamte Asien-Pazifik-Region abdeckt.9) Es ist zwischenzeitlich nach Qingdao umgezogen.10) Nach der Schließung des Shandong-Büros 1998 wurde am 8.12.2006 das neue Wirtschafts- und Handelsverbindungsbüro der Provinz Shandong in München eröffnet.
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| Besuch des chinesischen Staatspräsidenten Jiang Zemin in München, Juli 1995 |
Die exzellenten Beziehungen zwischen Shandong und Bayern entfalteten indes auch in der großen Diplomatie ihre Wirkung. Als Standort für ein neues chinesisches Generalkonsulat in Deutschland wurde die bayerische Landeshauptstadt München ausgewählt, wo die neue Vertretung zur Feier des zehnten Jahrestags der Partnerschaft im Juni 1997 eingeweiht wurde. Die Kooperation Bayern-Shandong wird von dort mit Rat und Tat begleitet und unterstützt.
Die engen und freundschaftlichen Kontakte auf politischer Ebene waren auch für die bayerische und chinesische Wirtschaft ein Gewinn. Schon beim China-Aufenthalt von Franz Josef Strauß im Jahre 1985 wurde eine bayerische Industrieausstellung in Qingdao eröffnet, bei der 400 bayrische Unternehmen sich und ihre Produkte vorstellten. Darunter waren die Firmen Audi, Bayerische Vereinsbank, BMW, Dywidag, Faun, Kneipp-Werke, Knorr Bremse, KraussMaffei, Löwenbräu, MAN, MBB, Rohde & Schwarz, Staedtler und andere mehr. Im Jahre 1987 fand in München unter dem Dach des ,Internationalen Messe und Ausstellungsdienst’ (IMAG) die Ausstellung „Shandong stellt sich vor“ statt. Eine zweite, von rund zehntausend Menschen besuchte Shandong-Ausstellung gab es dann 1994, mit etwa 150 chinesischen Ausstellern in München.
22 Jahre später lässt sich sagen: Zwischen Bayern und Shandong liegen 8500 km und sechs Zeitzonen, doch ökonomisch ist der Funke übergesprungen.11) Die Rahmenbedingungen für die Intensivierung der wirtschaftlichen Partnerschaft und für Kooperationsmöglichkeiten zwischen bayerischen und chinesischen Unternehmen haben sich erheblich verbessert. Shandong ist von einem Entwicklungsland auf dem Weg zu einem industriellen Partner.
Insgesamt arbeiten heute in Shandong über 70 deutsche Unternehmen. Etwa 20 davon stammen aus Bayern, darunter die Weltfirma Siemens (Transformatorenwerk), Liebherr, Krones, der Industriewaagenhersteller Pfister, die Strumpffabrik Kunert, der Kanalreinigungsspezialist Wiedemann&Reichhardt, die Graphit Kropfmühl AG, der Nutzfahrzeugezulieferer SAF-ALKO, die Fa. Sauer (neues Achsenwerk). Zudem wird das Hofbräu-Bier in Lizenz gebraut. Und Qingdao hat, genau wie München, sogar sein eigenes Oktoberfest, das seit 1994 jedes Jahr – im August – stattfindet; natürlich findet man dort auch das Hofbräuhaus-Zelt.
Im April 2006 nahm die Stadt Jinan an der Augsburger Frühjahrsausstellung teil. Zum Zwecke der Wirtschaftsförderung veranstaltete die Augsburg AG im September 2006 zusammen mit der IHK Schwaben eine Unternehmerreise in die Augsburger Partnerstadt Jinan und nach Qingdao.
Auf Grundlage der wechselseitigen Wirtschaftsverbindungen entwickelt sich der bayerisch-chinesische Außenhandel kontinuierlich weiter. Das Kooperationspotenzial zwischen Bayern und Shandong ist aber bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Die dynamische Wirtschaftsentwicklung der letzten Jahre in China hat die Attraktivität Shandongs mit einem jährlichen Wachstum von gut 15 Prozent für ein Engagement deutscher Firmen erhöht; in Bayern gilt das speziell für die mittelständische Industrie.
Die Staatsregierung ist im Rahmen der Kooperation bemüht, beispielsweise durch die Vermittlung von Aufträgen bei den Vorbereitungen zu den Olympischen Spielen 2008, bayerischen Unternehmen und ihren Produkten den Zugang zu diesem Markt zu erleichtern. Eine Beteiligung bayerischer Firmen beim Bau von Sportstätten und anderer Anlagen wird angestrebt.
Der Anteil von Dienstleistungen am Bruttoinlandsprodukt in Shandong liegt nur knapp über 30 Prozent, in Bayern bei über 70 Prozent. Die Gründung neuer Unternehmen in diesem Sektor, Joint-ventures zwischen Bayern und Shandong, bietet bayerischen Dienstleistern im Mittelstand und chinesischen Unternehmensgründern eine interessante Perspektive.
Im April 1994 fand in Wien und München ein bayerisch-österreichisch-chinesisches Umweltseminar statt. Mit Blick auf eigene drängende Umweltprobleme kamen 36 Bürgermeister, Fachbeamte und Experten aus Shandong und weiteren chinesischen Provinzen. Sie erkundeten Konzepte und technische Lösungen, die sich in Bayern und Österreich bereits seit langem bewähren. Im Mittelpunkt standen Systeme der Abfall- und Abwasserbehandlung für Kommunen und Industrie sowie Informationssysteme für die Raumplanung und Umweltschutzaufgaben. Das Bayerische Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen und das Umweltschutzamt der Provinz Shandong arbeiten seit Oktober 1999 in solchen Fragen regelmäßig zusammen. Jeweils im September der Jahre 2004 und 2006 beteiligte sich Bayern am Umweltforum der Provinzregierung Shandong.
Besonders der Nahverkehr, die Trinkwasserversorgung und die Abwasserbeseitigung stellen eine große Herausforderung dar. Shandong plant große Infrastrukturprojekte in diesem Bereich: Unter anderem sollen acht Großstädte mit insgesamt 16 Millionen Einwohnern infrastrukturell besser vernetzt werden. Dabei setzt China vor allem auf die Fachkenntnisse der bayerischen Wirtschaft im Umweltbereich. Es trifft sich gut, dass die Hauptstadt von Shandong, Jinan, und Augsburg eine Städtepartnerschaft geschlossen haben. Augsburg ist ein Spitzenstandort der Umwelttechnologie und Umweltberatung. Diese neue Verbindung wird den in Jinan geplanten Projekten zusätzliche positive Aspekte geben.
Im Dezember 2004 führte das Regionale Zentrum Bayern von InWEnt – Internationale Weiterbildung und Entwicklung GmbH – im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie (StMWIVT) ein Seminar zu dem Thema „Technologien für den Umweltschutz in der Abfallwirtschaft“ mit 24 Teilnehmern aus der Provinz Shandong/ China durch. Das Seminar fand in München und bei Institutionen und Unternehmen der Abfall- und Abfallverwertungswirtschaft im Freistaat Bayern statt. Die Teilnehmer waren Fach- und Führungskräfte, politische und unternehmerische Verantwortliche der Shandonger Abfall- und Umweltbranche. Mit dem Seminar wurde die mehrjährige Kooperation des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie mit der Provinz Shandong/China fortgesetzt. In den vergangenen Jahren standen dabei Fragen von Technologien zum Umweltschutz im Vordergrund. Für 2004 einigte man sich u.a. darauf, sich neben den Themen der Nahrungsmittelverarbeitung und der Wasser- und Abwasserbehandlung
auf die Technologien der Abfallbehandlung und -verwertung zu konzentrieren. Damit sollen vor allem nachhaltige Lösungen für die wachsenden Industrieabfälle unterstützt und auch ein Beitrag zur Umweltsicherheit geleistet werden.
Im Juli 2005 stattete Umweltminister Werner Schnappauf mit einer Fachdelegation Shandong einen Besuch ab. Mit der Stadt Qingdao/Jaonan unterzeichnete Schnappauf eine Kooperationsvereinbarung zur Errichtung eines Umweltindustrieparks. Ferner gab er den Startschuss für das Umwelt-Know-How-Transfer-Projekt „ASIA PRO ÖKO“, das Bayern zusammen mit der EU und Polen in den nächsten zwei Jahren in Shandong durchführt. Das Finanzvolumen dieses Projekts beträgt eine halbe Million Euro und wird von der EU finanziert.
Dazu trafen 2005 bayerische und chinesische Unternehmen in Qingdao, Beijing und Shanghai unter Führung von Wirtschaftsminister Wiesheu zusammen. Dies sind Austragungsorte von Großereignissen wie der Olympischen Spiele im Jahr 2008 sowie der EXPO 2010. Bayern kann für solche Vorhaben gute Erfahrungen einbringen, die auch mit der Fußball-WM 2006 gesammelt wurden. Ebenfalls im Jahr 2005 schloss der Flughafen München eine Kooperation im Ausbildungsbereich mit der Nationalen Luftverkehrsbehörde CAAC und beim Flughafenmanagement mit dem Internationalen Flughafen Qingdao ab.
Auch im Eich- und Messwesen – ein Kooperationsbereich der ersten Stunde – werden sich Bayern und China weiterhin austauschen. Das bayerische Eich- und Messwesen hat eine Verlängerung seiner seit 1988 bestehenden Zusammenarbeit mit den Kontrollbehörden in Beijing und in der Partnerprovinz Shandong vereinbart.
Die Inhalte der Konferenz stehen unter dem Motto „Politik für Generationen“, beschäftigen sich also mit der Nachhaltigkeit der Politik der Partnerregionen. Im Rahmen der Globalisierung werden weltweit wichtige Fragen über die Zukunft der Gesellschaften behandelt und damit Einfluss auf die kommende Ausgestaltung der Internationalen Politik genommen.12) Die bisherigen Konferenzen fanden in München 2002 (Vertreter aus Shandong: Vizegouverneur Lin Shuxiang), Québec 2004 und Linz 2006. Der bei beiden Konferenzen anwesende Gouverneur Han Yuqun lud seine Kollegen zur 4. Konferenz 2008 unter dem Leitthema „Sparsame Gesellschaft, Medizin und Gesundheit“ nach Shandong ein.
Ein besonderer Kooperationsschwerpunkt war von Anfang die berufliche Bildung. In seiner Ansprache anlässlich der Unterzeichnung der Partnerschaftserklärung sagte Ministerpräsident Strauß am 9. 7. 1987 im Kaisersaal der Münchner Residenz: „Besonders freuen wir uns, wenn wir jungen Chinesinnen und Chinesen eine vorübergehende Heimat für die Zeit sein können, in der sie im Freistaat Bayern ihre berufliche Ausbildung erfahren oder abrunden, ganz gleich, ob es sich um eine Ausbildung im Bereich der Spitzentechnik handelt oder sie sich mit den neuesten Erkenntnissen der Brandbekämpfung (...) vertraut machen wollen. Bildung und Ausbildung, vor allem die Heranbildung hoch qualifizierter Kräfte auf allen Ebenen – vom Facharbeiter über den Werkmeister bis zum Techniker und Ingenieur – sind heute für jedes Volk unentbehrliche Grundlagen einer gesunden Entwicklung und eines auf Dauer gesicherten Wohlstandes. Naturwissenschaft und Technik prägen heute die Weltzivilisation und bestimmen die Gesetze des internationalen Wettbewerbs. Jedes Volk, das wirtschaftlich und politisch einen Spitzenrang in der Völkergemeinschaft einnehmen will, muss daraus für sein Bildungs- und Ausbildungssystem die richtigen Konsequenzen ziehen.“
Hier setzt die Zusammenarbeit zwischen Bayern und Shandong an. Sie erstreckt sich hauptsächlich auf zwei große Bereiche:
Für Shandong ging es darum, auf allen Gebieten über eine gut ausgebildete Elite zu verfügen, die ihrerseits in der Lage ist, die Bevölkerung auszubilden. Das Interesse Shandongs galt dabei vor allem der dualen Ausbildung nach deutschem Muster. Für Bayern ging es vornehmlich darum, auf einem der größten Zukunftsmärkte der Weltwirtschaft präsent zu sein.
Bereits 1984 wurden Führungskräften in den Sektoren Braugewerbe, Energie, Maschinenbau, Messwesen, Fernmeldewesen, Baugewerbe, Chemie, Ausstellungsorganisation, Außenhandel, Unternehmensleitung usw. Stipendien für diverse Bildungs- und Ausbildungsprogramme gewährt. Diese Unterstützung hat sich mit den Jahren weiter entwickelt: in Shandong, dank der entsandten Experten, oder in Bayern, aufgrund von Studienstipendien, Aus- und Weiterbildungspraktika sowie aufgrund von auf Techniker, Ingenieure, Führungskräfte abgestimmten Seminaren.
Die Zusammenarbeit ermöglicht auch den Austausch von Informationen und Erfahrungen sowie den Austausch von Beamten. Die Schubkraft von Bildungsprojekten ist gerade deshalb so groß, weil sie als Multiplikatoren die Entwicklung vervielfachen und beschleunigen. Bayerische Kultusbeamte waren beim Aufbau und der Betreuung des Zentralinstituts für berufliche Bildung (ZIBB) in Peking tätig. Die Bayerische Akademie für Lehrerfortbildung in Dillingen ist dem Zentrum für Lehrerfortbildung in Shandong in enger Partnerschaft verbunden. Das chinesische Gesetz zur beruflichen Bildung trägt nicht von ungefähr eine deutlich bayerische Handschrift. Die bayerischen Projekte in Shandong passen in den Rahmen des chinesischen Fünfjahresplans, der Richtlinien für Chinas Wirtschaft vorgibt, und sie konzentrieren sich auf von China ausgewählte Projekte, die von Bayern unterstützt werden.
Die Arbeit der Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) verdient hier besondere Erwähnung. Ihr Einsatz beim Ausbau der Beziehungen zu Shandong kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Schon seit 1980 in China tätig, hat sie von Anfang an auch in Shandong eine tragende Rolle gespielt und ihr umfassendes chinesisches Bildungsnetzwerk mit zwölf gemeinsamen Bildungs- und Kompetenzzentren – in enger Abstimmung mit dem chinesischen Erziehungsministerium – in den Dienst der Bildungskooperation mit Shandong gestellt. Besonders zu erwähnen sind hier das Berufsbildungszentrum für landwirtschaftliche Berufe und Landtechnik in Pingdu und das Dorfsanierungs-Projekt in Nan Zhang Lou, die vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium und der Hanns-Seidel-Stiftung getragen werden. Das Projekt in Nan Zhang Lou soll für die anderen Dörfer Vorbildcharakter haben „mit dem Ziel, die Lebens-, Arbeits- und Produktionsbedingungen auf dem Land zu verbessern.“13)
Unter der Regie der HSS arbeitet seit 1990 auch das „Förderzentrum für Metallberufe“, das heutige Berufsbildungszentrum (BBZ) in Weifang, ein echtes „Labor“ des dualen Systems in China mit Vorbildfunktion im ganzen Land. Mit finanzieller Unterstützung und im Rahmen der Wissenschafts- und Technologiekooperation zwischen Bayern und Shandong wurde im Jahr 1998 in Qingzhou ein nationales „Berufspädagogisches Fortbildungszentrum“ eröffnet. In dieser Einrichtung werden bildungspolitische Entscheidungsträger, z.B. für den Bildungssektor zuständige Bürgermeister, Schulleiter, Lehrer und Ausbilder, fachlich und berufspädagogisch qualifiziert. Im Rahmen seines Auftrags bedient es nicht nur die Provinz Shandong, sondern mittlerweile auch ein großes Klientel aus den Westregionen Chinas. Auch das im November 2004 eröffnete „Bildungs- und Forschungszentrum für Flurneuordnung und Landentwicklung“ (BFL) in Qingzhou ist ein HSS-Projekt, an dem die TU München mit einem Master-Studiengang maßgeblich beteiligt ist. Laut einer Kooperationsvereinbarung mit dem Pekinger Ministry of Land and Resources ist Auftrag und Zielsetzung des Zentrums, einen nachhaltigen Beitrag zur Entwicklung des ländlichen Raums zu leisten, und zwar durch empirische Forschung und Erwachsenenbildung; Anfertigung von Studien, Expertisen und Gutachten zur Regionalentwicklung; Bildung und Beratung unterschiedlicher Zielgruppen, Ebenen und Fachdisziplinen und einen Fachdialog zwischen chinesischen und deutschen Experten.
Eine wichtige Rolle spielte die Hanns-Seidel-Stiftung auch bei der Einrichtung des „Gemeinsamen Projektrats Bildung“ im Jahre 1993, in dem insbesondere der Hochschulaustausch koordiniert wird. Im Fokus der ersten Arbeitsphase stand der Aufbau eines Instituts für interkulturelle Deutschstudien sowie die Entwicklung eines Bachelor-Studiengangs für „Deutsch als Fremdsprache“ an der Universität Qingdao mit wissenschaftlicher Unterstützung der Universität Bayreuth. Zu dem vereinbarten Austauschprogramm gehört es, dass Dozenten der Fächer Biologie, Chemie und Wirtschaftswissenschaften aus Qingdao an der Universität Bayreuth weitergebildet werden. In umgekehrter Richtung können Studierende aller Fachrichtungen aus Bayreuth an der Universität Qingdao ein Studienjahr absolvieren. Die Abteilung für „Interkulturelle Germanistik“ an der Universität Qingdao, die mittlerweile auch in der chinesischen Fachwelt eine hohe Akzeptanz und Bekanntheit erreicht hat, bietet seit Herbst 2004 auch einen auf den Bachelor-Studiengang aufbauenden Master-Studiengang an. Hierbei handelt es sich um ein Pilotprojekt in China, das von der chinesischen Regierung in Rekordzeit genehmigt wurde. Der neue Master-Studiengang beinhaltet im Nebenfach eine wirtschaftswissenschaftliche und juristische Ausbildung. „Die Absolventen dieses Studiengangs sind die besten Botschafter für Bayern in China und auf dem chinesischen Markt“, sagte Wissenschaftsminister Thomas Goppel aus Anlass des zehnjährigen Jubiläums der Wissenschaftskooperation zwischen der Universität Bayreuth und der Universität Qingdao. Für 2007 ist außerdem geplant, an beiden Universitäten jeweils ein bayerisch-chinesisches Zentrum zu errichten. Im Bereich von Wissenschaft und Forschung existiert seit einiger Zeit auch eine trilaterale Kooperation zwischen den Universitäten Augsburg, Jinan und Rennes (Frankreich). Die Universität Augsburg feiert 2007 ihrerseits 20 Jahre Partnerschaft mit der Universität Jinan.
Seit dem Jahre 2000 erhalten 20 Studenten der Fachhochschule Rosenheim jeweils viermonatige Aufenthalte an der Ocean University in Qingdao. Eine Partnerschaft zwischen der Maschinenbauschule Landshut und dem renommierten Institute of Technology in Jinan ist in Vorbereitung. Seit 1998 vergibt die Bayerische Staatskanzlei Stipendien am Sprachen- und Dolmetscherinstitut München.
Umgekehrt ist in den letzten Jahren an den bayerischen Schulen das Interesse an China und der chinesischen Sprache gewachsen. Bahnbrechend war hier das Dante-Gymnasium in München. Das Augsburger Holbein-Gymnasium hat mit der Experimental High School in Jinan eine Partnerschule aus der bayerischen Partnerprovinz gefunden und führt bereits Austauschprogramme durch. Die Schulpartnerschaft profitiert von der 2004 abgeschlossenen Städtepartnerschaft zwischen Augsburg und Shandongs Hauptstadt Jinan. Weitere kommunale Partnerschaften bestehen zwischen Freising und Weifang (seit 1987), Bad Kissingen und Dongying (2006), Regensburg und Qingdao (seit 2006) sowie zwischen der Regierung von Schwaben und dem Bezirk Tai-an (seit 1997).
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| Der Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung, Staatsminister a. D. Hans Zehetmair, begrüßt den Gouverneur von Shandong, Han Yuqun. |
Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums führte die Bayerische Staatsregierung mit ihren „Bayerischen Kulturtagen“ in Jinan und Qingdao die bisher größte deutsche Kulturschau in China durch. Mehr als 100 Künstler aus Bayern reisten im Herbst 1997 nach Shandong und setzten bei einer „Stadtinstallation“ in Jinan (Löwe und Drache), mit einer Kunstausstellung,14) einer Aufführung des Bayerischen Staatsschauspiels und einem Kinderstück des Bamberger E.T.A.-Hoffmann-Theaters Zeichen für den Dialog der Kulturen. Im selben Jahr schlossen auch der Bayerische Rundfunk und das Shandonger Fernsehen ein Kooperationsabkommen ab. In einem Schreiben an den Gouverneur der Provinz Shandong, Li Chunting, betonte Ministerpräsident Stoiber, dass in dem Jahrzehnt seit Bestehen des Freundschaftsvertrags „eine solide Basis des Vertrauens […] und eine umfangreiche und tiefgreifende Zusammenarbeit geschaffen wurden.“ Die Bayerischen Kulturtage „verkörperten die symbolische und eindrucksvolle Seite einer Partnerschaft, die darauf abzielt, die beiden Provinzen auf sämtlichen Gebieten, Politik, Wirtschaft und Kultur, zu verbinden“ (Françoise Moreau-Arnold).
Die oben genannten Aktivitäten und Inhalte können nur ansatzweise das reiche Spektrum der partnerschaftlichen Beziehungen seit 1987 skizzieren.
Die Koordination der Projekte auf staatlicher Ebene lag dabei von der ersten Stunde an bei der Bayerischen Staatskanzlei und beim Auswärtigen Amt der Provinzregierung von Shandong. Das auf mehrere Jahre angelegte Arbeitsprogramm der Partnerschaft von 2001/2002 umfasst 20 Seiten und listet gemeinsame Projekte auf den meisten der oben erwähnten Kooperationsbereiche auf.15) Eine bilaterale Arbeitsgruppe trifft sich je nach Bedarf zur Bilanzierung bzw. Fortschreibung und Beratung der weiteren Zusammenarbeit.
Shandong und Bayern haben sich aber auch für die kommenden Jahre viel vorgenommen. Das nächste große Projekt wird im Jubiläumsjahr 2007 die „Shandong-Woche“ vom 9.-14. Juli in Bayern sein. Im Rahmen dieses Jubiläums wird die Wachstumsregion Shandong nicht nur ein buntes Kulturprogramm präsentieren, sondern auch bei einem Wirtschaftstag über Investitionsmöglichkeiten informieren. Sechs Künstler aus Shandong erhalten ein Stipendium für einen einjährigen Aufenthalt in der Bamberger Villa Concordia. Eine zentrale Rolle wird das Thema Entwicklung ländlicher Räume spielen. Bayern und Shandong wollen dabei im Rahmen einer internationalen Konferenz an der TU München ein Programm zur Bekämpfung der Landflucht als Modell für alle Schwellen- und Entwicklungsländer vorstellen.
Die Aktivitäten der Zusammenarbeit zwischen Bayern und Shandong fügen sich mustergültig in das Gesamtprojekt der deutsch-chinesischen Beziehungen ein und haben – über Tausende von Kilometern hinweg – ein ausgeprägtes Gefühl der Verbundenheit und der gegenseitigen Verpflichtung geschaffen. Diese Kooperation hat mit Nebenaußenpolitik oder gar Separatismus nichts zu tun.
Von Konfuzius stammt der Satz: „Gemeinsamkeiten machen eine Beziehung angenehm, interessant wird sie jedoch erst durch die kleinen Verschiedenheiten.“ Dieses Zitat lässt sich gut auch auf die partnerschaftliche Beziehung zwischen Bayern und Shandong übertragen, nämlich als zeitlos gültiger Rat, die kulturellen und gesellschaftlichen Unterschiede nicht als Hindernis, sondern vielmehr als Anreiz für eine stetige Vertiefung der Beziehung in gegenseitigem Respekt zu sehen. In diesem Geiste hat sich die Partnerschaft zwischen Bayern und Shandong in Vergangenheit und Gegenwart entwickelt, auf dieser Basis ist und bleibt sie eine Erfolgsgeschichte mit Zukunft.
Dr. Paul Fischer, Ministerialrat, ist in der Bayerischen Staatskanzlei u.a. für bayrisch-chinesische Beziehungen zuständig.
1 Vgl. Wolfgang Horlacher, Mit Strauß in China – Tagebuch einer Reise, Stuttgart 1975, s. auch Helmut Bruckner, Wandzeitung „Bayern – Shandong“, hg. v. d. Bay. Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, München 2007 (vgl. S. 39).
2 Vgl. Bettina Ruhe, Städte- und Provinzpartnerschaften als Anbahnungsinstrument für wirtschaftliche Kooperation – Versuch einer Evaluierung am Beispiel der Volksrepublik China, in: Festschrift Friedrich Rebers, hg. von Ronald Mönch, Bremen 1995, S. 191-212.
3 Vgl. Françoise Moreau-Arnold, Dix ans de coopération entre la Bavière et le Shandong, in: Allemagne d’aujourd’hui, 147 (1999),
S. 32–50.
4 Vgl. Neue Zürcher Zeitung vom 25.8.2005: „Chinas Seele ruht in der Provinz Shandong“.
5 1993 war das Bruttosozialprodukt pro Einwohner in Bayern fünfzig Mal höher als in Shandong. Trotz der Fortschritte seiner Wirtschaft, vor allem in den Küstenzonen, darf man nicht vergessen, dass China in weiten Teilen noch immer Entwicklungslandniveau hat, wo die Bevölkerung über eine geringe Kaufkraft und einen mittelmäßigen Bildungsstand verfügt.
6 Wortlaut: „Die Provinz Shandong in der Volksrepublik China und der Freistaat Bayern in der Bundesrepublik Deutschland begründen im Geiste der deutsch-chinesischen Freundschaft aus dem Wunsch heraus, die deutsch-chinesischen Beziehungen zu erweitern und zu vertiefen und auf der Grundlage, in Ergänzung sowie in Entwicklung ihrer wechselseitigen Absichtserklärungen über wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit vom 7. März 1985 zwischen ihren beiden Ländern freundschaftliche Beziehungen. Die Volksregierung der Provinz Shandong und die Bayerische Staatsregierung sehen in den freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Provinz Shandong und dem Freistaat Bayern einen wichtigen Beitrag zur Erweiterung ihrer wirtschaftlichen und technischen Zusammenarbeit. Beide Regierungen stimmen darin überein, diese Zusammenarbeit auf der Grundlage von Gleichberechtigung und gegenseitigem Nutzen zum Wohle ihrer Bürger auch auf die Bereiche Kultur, Bildungswesen, Wissenschaft, Gesundheit und Sport auszudehnen. Die Volksregierung der Provinz Shandong und die Bayerische Staatsregierung werden grundlegende Fragen ihrer Zusammenarbeit besprechen.“
7 Die Unterzeichner der Erklärung waren der damalige bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß und der Vizegouverneur von Shandong, Ma Shizhong. Weitere Protokolle über die Zusammenarbeit zwischen Bayern und Shandong wurden im Juli 1991 anlässlich des Besuchs von Gouverneur Zhao Zhihao, im Juni 1994 beim Besuch von Parteisekretär Jiang Chunyun und beim Besuch von Ministerpräsident Stoiber in Jinan mit Gouverneur Li Chunting unterzeichnet (1995).
8 Vgl. Walter Huber, Die Außenbeziehungen von subnationalen Einheiten – das Beispiel des Freistaates Bayern unter Ministerpräsident Stoiber von 1993 bis 2000, Magisterarbeit in der Philosophischen Fakultät III, Regensburg.
9 Mit einem im Jahre 1994 in Qingdao zwischen Bayern, Shandong und Singapur geschlossenen trilateralen Wirtschafts- und Handelsabkommens hoffte Bayern, nicht nur Zugang nach China, sondern zu sämtlichen ASEAN-Staaten (Vereinigung südostasiatischer Staaten) zu erhalten.
10 Qingdao – ‚grüne Insel’ – hat derzeit 2,3 Millionen Einwohner. In der Stadt sitzen die wichtigsten in- und ausländischen Unternehmen der Region. In Qingdao wurden 2004 mit rund 18 Milliarden Euro über 40 Prozent des Bruttoinlandprodukts der Provinz Shandong erwirtschaftet. Das wirtschaftliche Wachstum war 2003 mit 15,9 Prozent fast doppelt so hoch wie in Gesamtchina mit 8,8 Prozent. Die Stadt verfügt über den drittgrößten Hafen Chinas und liegt gemessen an der Jahresumschlagskapazität an 15. Stelle weltweit. Qingdao ist 2008 auch Austragungsort der Segelwettbewerbe der Olympischen Spiele in Beijing. Das neue Büro ist unter folgender Adresse erreichbar: State of Bavaria Shandong Representative Office (Freistaat Bayern Shandong Verbindungsbüro), Rm. 1124, Hisense Plaza, 17 Dong Hai Xi Road, 266071 Qingdao, Shandong, China, Tel. + 86 532 667 1796, Fax + 86 532 667 1860, info@bayern-shandong.com.cn, http://www.bayern-shandong.com.cn.
11 Peter Schmalz, Bayerns Bier fließt auch am Gelben Meer, Bayernkurier Nr. 42, 16. 10. 2004, S. 7.
12 Vgl. dazu Michael Schmöller, Bayern in der internationalen Politik – Die regionalen Außenbeziehungen des Freistaates Bayern (Diplomarbeit), Passau 2004.
13 Vgl. Ministry of Education/Hanns-Seidel-Stiftung: 25 Jahre Zusammenarbeit zwischen der Hanns-Seidel-Stiftung und der Volksrepublik China – Festschrift, München 2005.- Nach wie vor lebt in China der überwiegende Teil der Bevölkerung auf dem Lande (ca. 64% von annähernd 1,3 Mrd. Menschen). Die Lebens- und Arbeitsbedingungen dieser Bevölkerungsschicht unterscheiden sich deutlich von denen der urbanen Bevölkerung. Deshalb wurde die Entwicklung der ländlichen Räume auf dem nationalen Volkskongress als eines der wichtigsten Themen für die zukünftige Entwicklung der VR China genannt.
14 Insgesamt 16 in Bayern lebende Künstler zeigten eine Werkauswahl aktueller Positionen aus den Bereichen Malerei, Fotografie und Skulptur.
15 Es werden folgende Themen der Zusammenarbeit aufgeführt: wissenschaftliche Kooperation und Technologietransfer, Verkehr, Umweltschutz, Bildungswesen und berufliche Bildung, Kultur und Medien, Verwaltung und Recht, Bauwesen, Städteplanung, Landwirtschaft, Finanzen und Institutioneller Austausch.
16 Vgl. Reinhard C. Meier-Walser, Die Außenbeziehungen Bayerns, in: Politische Studien 365/1999, S. 5-15.